So bleibt gutes Brot länger frisch

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Verschimmeltes oder trockenes Brot ist ein Ärgernis in vielen Haushalten. In jedem fünften Haushalt wird Brot falsch aufbewahrt. Das ist schade, denn gutes Brot vom Bäcker ist wertvolle Handwerkskunst, die respektiert werden sollte. Gerade dieses Brot hält sich auch am längsten, wenn man es richtig behandelt.

Pius Ehrler, Bäckermeister der Virngrundbäcker GmbH, kennt das Problem von seinen Kunden. Dabei ist seiner Meinung nach die richtige Lagerung von Brot ganz einfach. Durch das traditionelle Backverfahren seiner Brote halten sich diese generell schon sehr lange frisch, trocknen nicht so schnell aus. Damit die Qualität seiner liebevoll hergestellten Produkte bis zum Zeitpunkt des Verzehrs optimal bleibt, gibt er gerne Tipps an seine Kunden weiter.

Allgemein gilt, dass man helles Brot oder Brötchen mit hohem Weizenmehlanteil nicht so lange lagern und lieber in kleinen Mengen kaufen sollte. Roggenhaltige Produkte lassen sich gut mehrere Tage aufbewahren. Dafür gilt es aber einige Regeln zu beachten. Brot und Brötchen sind bei Zimmertemperatur am besten aufgehoben. Sie gehören auf keinen Fall in den Kühlschrank, genauso wenig wie in eine Plastiktüte. Dort werden sie altbacken. Geschnittenes Brot trocknet schneller aus, weil es über eine größere Oberfläche verfügt. Man lässt den Laib also besser am Stück und schneidet ihn nach Bedarf auf. Dazu sollte man ein hochwertiges, scharfes Brotmesser oder eine Brotschneidemaschine nutzen, um das Brot nicht zu quetschen.

Ist eine längere Lagerung unumgänglich, sei es in einem Singlehaushalt oder über die Feiertage, muss man das Brot unbedingt vor Austrocknen schützen. Der Schimmelschutz gehört dementsprechend dazu. Schimmel vorzubeugen, kann unter Umständen eine schnellere Alterung bedeuten. Doch Schimmel ist gesundheitsschädlich und muss im Haushalt bekämpft werden. Pius Ehrler empfiehlt aus eigener Erfahrung den Römer- oder Brottopf als gute Aufbewahrungsmöglichkeit für sein Brot. Das Gefäß sollte regelmäßig gereinigt werden, damit Schimmelsporen keine Chance haben, sich festzusetzen oder gar zu vermehren. Am einfachsten geht die Reinigung des Brotbehälters alle ein bis zwei Wochen mit Essig oder Essigessenz. Danach reibt man ihn mit einem Tuch, Papier oder Stoff, sorgfältig trocken. Chemische Produkte sind nicht nötig.

Natürlich kann man ein Brot auch mal aufschneiden und einfrieren. Backt oder toastet man es nach dem Auftauen nochmal kurz, schmeckt es immer noch lecker. Die Scheiben sollten dann aber luftdicht in Gefrierbeuteln verpackt sein. Das Auftauen geschieht bei Zimmertemperatur, am besten über Nacht.

Alternativ gibt es auch noch speziell beschichtete Tüten zum Lagern des Backwerks. Manchmal werden sie von Bäckern ausgegeben oder zum Kauf angeboten. Doch Pius Ehrler hat noch einen anderen Tipp für Brotreste oder Brötchen, die vielleicht doch schon zu hart geworden sind. Diese lassen sich nämlich sehr gut in einem Baumwollbeutel trocken und dunkel lagern. Ist eine ordentliche Menge zusammen gekommen, kann man sie zerstoßen und für Semmelknödel oder Serviettenknödel verwenden. Das klappt übrigens auch mit Brezeln. Die Zubereitung ist ganz einfach, bedarf nur noch einiger weiterer Zutaten wie Eier, Milch und Gewürze. Zu Braten oder Rahmpilzen schmecken sie vorzüglich. Ist dann immer noch trockenes Brot übrig, kann man es mit einem Mixer ganz fein hacken und als Semmelbrösel verwenden. Diese machen sich prima in Frikadellen oder mit Butter angeröstet als Topping auf Nudeln oder Blumenkohl.

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© Schwäbische Post 05.04.2017 10:20
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