Psoriasis: Depressionen erhöhen das Risiko für Arthritis

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Schon lange untersuchen Forscher, ob es einen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte, Depressionen und der Psoriasis-Arthritis gibt. Eine kanadische Studie zeigt nun, dass Patienten mit Psoriasis, die zusätzlich unter einer Depression leiden, ein um 37 Prozent erhöhtes Risiko für eine Psoriasis-Arthritis haben.

Erhöhtes Risiko für andere entzündliche Erkrankungen

Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) leiden unter schuppenden, geröteten und juckenden Hautstellen. Durch die Hautveränderungen werden der Alltag und die Lebensqualität der Erkrankten teils stark beeinträchtigt. Wer an Psoriasis leidet, hat gleichzeitig ein erhöhtes Risiko, an anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen zu erkranken – wie zum Beispiel an Psoriasis-Arthritis. Bei dieser rheumatischen Erkrankung ist nicht nur die Haut entzündet. Die Entzündungsprozesse greifen auch auf die Gelenke über und führen dort zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und bei ausbleibender Behandlung zur Deformierung und Zerstörung der betroffenen Gelenke.

Den Zusammenhängen auf der Spur

Eine aktuelle Studie aus Kanada belegt, dass Menschen mit Schuppenflechte und Depression ein um 37 Prozent höheres Risiko haben, auch an Psoriasis-Arthritis zu erkranken. Lange Zeit war der Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen nicht klar. Die kanadischen Forscher haben nun festgestellt, dass eine Depression nicht nur eine psychologische oder emotionale Erkrankung ist. In Laboruntersuchungen hat sich gezeigt, dass die Depression selbst auch Entzündungsprozesse im Organismus auslöst.

Wie beeinflusst die Depression das Immunsystem?

Sowohl die Psoriasis als auch die Psoriasis-Arthritis sind chronisch-entzündliche Erkrankungen, die ihren Ursprung in einer Fehlsteuerung des Immunsystems haben. Die Depression kann durch das Aktivieren von Entzündungsprozessen ihrerseits bestehende Entzündungsprozesse verstärken und so das Entstehen der Psoriasis-Arthritis begünstigen. Die Depression hat aber auch einen wesentlichen Einfluss auf den Lebensstil, die Ernährung und die körperliche Aktivität der Erkrankten. Auch diese Faktoren beeinflussen die Immunregulation und können die Entstehung einer Psoriasis-Arthritis begünstigen.

Um die Krankheitsaktivität und die Entzündungsprozesse zu stoppen, werden seit einiger Zeit sogenannte Biologika eingesetzt. Diese biotechnologisch hergestellten Eiweißstoffe – wie beispielsweise der Wirkstoff Secukinumab – greifen in die körpereigene Immunregulation ein und blockieren gezielt die für die Entzündungsprozesse verantwortlichen Botenstoffe (Interleukine). So lassen sich bei mittelschweren und schweren Formen der Psoriasis die Beschwerden deutlich lindern und Folgeschäden an den Gelenken vermeiden.

Das Ergebnis der Studie soll Ärzte, Patienten und Angehörige für die krankheitsfördernde Wirkung der Depression sensibilisieren. Hautärzte sollten neben der medikamentösen Behandlung der Psoriasis auch ein Augenmerk auf die psychosozialen Auswirkungen der Hautkrankheit haben und eine mögliche Aktivierung der Entzündungsprozesse durch eine Depression bei der Behandlungsstrategie berücksichtigen.

Quelle:
1. Lewinson, Ryan T. et al.: Depression Is Associated with an Increased Risk of Psoriatic Arthritis among Patients with Psoriasis: A Population-Based Study; Journal of Investigative Dermatology, Published online: February 22, 2017

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© Schwäbische Post 24.04.2017 09:52
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