Wenn der Frühling krank macht …

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    Foto: © flickr, Kristin Schmit, CC BY 2.0
Wenn die Tage wieder wärmer und heller werden, verspüren die meisten Menschen Glück und Frohsinn. Viele leiden allerdings auch an Unlust und Antriebslosigkeit, denn die bekannte Frühjahrsmüdigkeit setzt ein. Bei manchen führt der Frühling sogar zum Ausbruch einer ernsthaften Depression.

Frühjahrsmüdigkeit

Für viele Menschen sind April und Mai die anstrengendsten Monate des Jahres. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Zum einen muss sich der Körper erst auf die neuen Wetterverhältnisse einstellen. Tatsächlich braucht er einige Zeit, um den Hormonhaushalt von Winter auf Sommer umzustellen. Im Frühling schwanken die Temperaturen meist stark, von einem Tag auf den andern können sie durchaus um 10 Grad Celsius fallen – das macht dem Organismus zu schaffen. Zum anderen fehlt dem Körper nach einem langen Winter Vitamin D. Das Vitamin ist ein Vitalstoff und wirkt stimmungsaufhellend. Es wird über die Haut aufgenommen und kann nur in Kombination mit Sonnenstrahlen aufgebaut werden. Während des Winters wird es fast aufgebraucht, wodurch die Stimmung fällt und die kognitive Leistung sinkt. Die Folge: Man fühlt sich ausgelaugt und unmotiviert. Zudem führt besonders im April der Umschwung der Temperaturen dazu, dass sich die Blutgefäße der Haut ständig erweitern und verengen. Auch das ist körperlich anstrengend. Kein Wunder also, dass man müde und ausgelaugt, also frühjahrsmüde ist.

Was man dagegen tun kann

Frühjahrsmüdigkeit ist vorübergehend, lässt sich aber auch aktiv bekämpfen. Folgendes hilft:

 

  • Frische Luft und Bewegung sind die besten Mittel. Wer sich viel im Freien aufhält, kann den Vitamin-D Speicher wieder auffüllen.
  • Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren kurbelt den Kreislauf an und wirkt aufweckend.
  • Wechselduschen, besonders über Arme und Beine, helfen dem Kreislauf, in Schwung zu kommen. Es schult den Körper, sich den äußeren Wetterverhältnissen und Wechselbedingungen anzupassen.
  • Auch wenn man müde ist, sollte man die Schlafzeiten nicht künstlich ausdehnen. Zu viel Schlaf begünstigt die Trägheit und fördert die Anfälligkeit für Depressionen.

 
In der Regel verschwinden die Müdigkeitssymptome nach etwa zwei Wochen. Dauert das Stimmungstief allerdings länger und verschlimmert sich sogar, handelt es sich womöglich um eine Frühjahrsdepression.

Frühjahrsdepression

Bei Menschen, die depressiv sind oder zu Depressionen neigen, ist der Zustand im Frühling heikel. Sie leiden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stärker. Während die sommerlichen Temperaturen die meisten Menschen nach draußen locken, fröhlich stimmen und die typischen Frühlingsgefühle hervorrufen, können Betroffene einer Frühjahrsdepression diese Freude nicht teilen. Ganz im Gegenteil. Sie fühlen sich noch einsamer, wertlos und haben Schuldgefühle.

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Nach statistischen Erhebungen leiden immer mehr Menschen an Depressionen. Allein in Deutschland sind es 10,6 Prozent. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Zahl weltweit auf circa 350 Millionen Menschen. Die Frühjahrsdepression ist eine Variante davon und eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die von einem Arzt oder einem Therapeuten behandelt werden sollte.

Hilfe bei Frühjahrsdepression

Die Symptome der Frühjahrsdepression ähneln denen der Frühjahrsmüdigkeit, dennoch gibt es wichtige Unterschiede:

 

  • Die Frühjahrsmüdigkeit hält circa 2 Wochen an, die Depression deutlich länger.
  • Die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit sind Müdigkeit, Unlust und Leistungsminderung. Bei einer Frühjahrsdepression kommen Freud- und Interessenlosigkeit, Schuldgefühle und Verzweiflung hinzu.
  • Frühjahrsdepressionen entstehen nicht aufgrund des hormonellen Umschwungs, sondern auf Grundlage einer bereits bestehenden Depression.


Wer glaubt, unter einer Frühjahrsdepression zu leiden, sollte mit einem Arzt sprechen und die Symptome abklären. Die Symptome der Frühjahrsdepression lassen sich zudem durch einige Maßnahmen mildern. Soziale Kontakte sind wichtig, vor allem mit jemandem reden zu können, denn dies kann helfen, Ängste (beispielsweise vor dem ersten Therapiebesuch) zu lindern. Im Internet findet man verschiedenste Plattformen, dank derer man sich auch anonym austauschen kann. Spirituell Veranlagte können auch Hellseher von Online-Portalen wie Questico zurate ziehen, die sich als kostenlose Lebensberater anbieten. Wie auch bei der Frühjahrsmüdigkeit sollten Betroffene die Schlafzeit nicht künstlich verlängern. Wer länger als gewöhnlich im Bett bleibt, fühlt sich meist erschöpfter als zuvor.



Bildrechte: Flickr Sometimes I wish the earth looked like this all the time Kristin Schmit CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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© Schwäbische Post 17.05.2017 10:47
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