Mitarbeiter werden gefördert und gefordert

Die Berufe in der Pflege werden immer interessanter – und gefragter. Die Arbeitsbedingungen werden verbessert, eine gute und flexible Planung sorgt für Entlastung der Mitarbeiter. In Deutschland fehlen immer noch viele Fachkräfte.
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    Pflegefachkraft Andreas Maile ist gerne Pflegefachkraft, weil er sehr gerne mit Menschen arbeitet. Foto: je
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    Stiftsdirektor Manfred Zwick bespricht mit Andreas Maile den Dienstplan in der Pflege. Foto: je
Unsere Gesellschaft wird immer älter, der Anteil älterer und alter Menschen an der Bevölkerung wächst. Und damit steigt auch der Bedarf an Pflegekräften. Auch der Pflegeaufwand für einzelne Menschen wächst. Wer ausgebildeter Pfleger ist, hat deshalb auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen. Denn obwohl die Auszubildendenzahlen in den vergangenen Jahren stetig steigen, fehlen in Deutschland derzeit rund 30.000 Fachkräfte, „Der Pflegeberuf ist ein anstrengender, fordernder, aber auch sehr schöner, abwechslungsreicher und damit interessanter Beruf“, sagt Manfred Zwick, Stiftsdirektor der Seniorenwohnanlage KWA Albstift Aalen. „Man arbeitet mit Menschen, kann etwas bewirken und bekommt von diesen Menschen unglaublich viel zurück.“

Wenig Überstunden

Im Albstift werden derzeit 97 Bewohner von 87 Mitarbeitern betreut, in vier Wohngruppen. Zwei Gruppen davon bestehen aus Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Zu diesen ständigen kommen noch zehn Tagesgäste und vier Kurzzeitbewohner. „Unsere Mitarbeiter haben derzeit nur 83 Überstunden angehäuft – zusammen“, sagt Zwick. „Das schaffen wir mit einem überdurchschnittlichen Personalschlüssel und einer sehr flexiblen Personalplanung.“

Den Personalbestand hat das Albstift nach der letzten Änderung der Pflegerichtlinien im vergangenen Jahr erhöht, um die dann zugestandenen 4,2 Stellen – die Kosten werden auf die Bewohner umgelegt. Damit wollte man die Mitarbeiter entlasten, und vor allem eine intensivere Betreuung der Bewohner gewährleisten. „Unsere Gesellschaft muss sich klar darüber werden, was uns unsere alten Menschen wert sind“, betont Manfred Zwick. Und plädiert für eine Aufstockung der Bezahlung der Pflege der Älteren aus Steuergeldern.

Mitarbeiter sind zufrieden

Aus Mitarbeiterbefragungen, die zusammen mit der Hochschule Aalen erfolgten, erhielt die Leitung des Albstifts viele positive Rückmeldungen. Die meisten arbeiten gerne in der Einrichtung. Dazu tragen auch die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei, die angeboten werden.

Sehr wohl in seinem Beruf fühlt sich Andreas Maile (28). Er hat zunächst eine Metzgerlehre begonnen, aber dann abgebrochen, „weil es nicht gepasst hat“. 2007 begann er dann in Schechingen nach einem Praktikum die Ausbildung zur Pflegefachkraft, wechselte dann ins Albstift. „Ich wollte etwas mit Menschen machen – und das war die richtige Wahl“, sagt er jetzt. Heute arbeitet er als sogenannte Bezugspflegefachkraft, das heißt, er ist die Schnittstelle, der Ansprechpartner zwischen Bewohner, Angehörigen, Pflegeleitung und Ärzten und koordiniert selbstständig bei Problemen die nötigen Maßnahmen.

Unsere 87 Mitarbeiter haben derzeit nur 83 Überstunden angehäuft – zusammen.

Manfred Zwick

Weiterbildung wird gefördert

Seit einem Jahr absolviert er eine Fortbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft, einer Fachkraft für die Behandlung von Demenzkranken. „Der Beruf ist sicher anstrengend“, sagt er. „Aber er macht Spaß und es ist eine tolle Belohnung, wenn man das dankbare Lächeln der Bewohner bekommt.“

Auch er betont die flexible Personalplanung im Albstift. So hat die Hausverwaltung beispielsweise seine Schichten und die seiner Frau, die ebenfalls im Albstift arbeitet, so geplant, dass sich die beiden bei der Betreuung ihres ersten Kindes problemlos abwechseln konnten.

Stiftsdirektor Manfred Zwick ist bestrebt, die Arbeit der Pflegekräfte permanent zu optimieren und die Anregungen der Mitarbeiter umzusetzen.

Überhaupt haben die Pflegekräfte einiges an Verantwortung. Sie können vieles selbstständig oder im Team entscheiden, ohne Manfred Zwick fragen zu müssen. Wenn ihnen Probleme auffallen bei Bewohnern, „sollen sie die nötigen Maßnahmen anregen oder ergreifen“, betont Zwick.

„Es herrscht einfach ein gutes Arbeitsklima, es macht richtig Spaß“, ergänzt Andreas Maile. „Man wird ernst genommen und gefordert.“ je

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© Schwäbische Post 26.05.2017 18:38
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