Theke oder abgepackt: Wo gibt’s die besseren Wurst- und Fleischwaren?

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Wer regelmäßig Fleisch und Wurst einkauft, kennt sie, die großen Preisunterschiede. Besonders zwischen Thekenware und abgepackten Produkten kann die Spanne groß sein. Haben günstigere Produkte auch eine mindere Qualität? Und bringt der Einkauf an der Theke wirklich Vorteile gegenüber dem Griff zur Regalware mit sich?

Persönliche Beratung an der Theke

Der Wurst- und Fleischkauf an der Theke und beim Metzger hat einen großen Vorteil: die Möglichkeit der persönlichen Beratung. Fragen zur Herkunft lassen sich im Gespräch mit dem Verkaufspersonal klären. Auf Nachfrage bekommt man an der Theke auch meist eine Scheibe zum Probieren. Das ist natürlich bei abgepackten Fleisch- und Wurstwaren nicht möglich. Ihr Vorteil: Sie sind meist günstiger – ohne zwangsläufig eine mindere Qualität zu haben. So gibt es mittlerweile Fleisch und Wurst in Metzgerqualität beim Discounter wie zum Beispiel von Schwarz Cranz.

Woran erkennt man gutes Fleisch? Abgepackte Ware sollte nicht im eigenen Saft schwimmen. Je marmorierter das Fleisch, desto besser der Geschmack. Auch die Farbe ermöglicht Rückschlüsse auf Qualität und Frische. Frisches Rindfleisch ist hell- bis dunkelrot, frisches Schweinefleisch rosa und hell glänzend.

Verbindliches Tierwohl-Label in der Vorbereitung

Um den Produkten eine möglichst intensive Farbe zu geben und sie lange haltbar zu machen, werden sie nicht selten mit Sauerstoff behandelt. Diese „Verpackung unter Schutzatmosphäre“ ist umstritten. Die Verbraucherzentrale teilt hierzu mit: Mit zunehmender Dauer der Sauerstoffeinwirkung können sich negative Effekte in punkto Qualität ergeben. Unklar sei aber, ob diese Effekte bereits innerhalb der üblichen kurzen Haltbarkeitsfristen eintreten. Im Übrigen sei auch Thekenfleisch häufig mit Sauerstoff behandelt worden, so die Verbraucherzentrale. Um sicherzugehen, hilft nur die Nachfrage beim Verkaufspersonal.

Im Fokus steht nach wie vor auch die Tierhaltung. Um Verbrauchern mehr Klarheit über die Herkunft des Fleisches zu bieten, arbeitet das Bundesverbraucherministerium an der Einführung eines verbindlichen Siegels. Das Tierwohl-Label soll Fleisch aus Tierhaltung kennzeichnen, bei der die gesetzlichen Mindeststandards übererfüllt werden. Mehr Platz in den Ställen, ständiger Zugang zu Futter und verbindliche Fortbildungen für die Tierhalter zählen zu den Qualitätskriterien. Anhand der verschiedenen Kriterien sollen Produkte in zwei Güteklassen eingeteilt werden: in eine sogenannte Eingangsstufe und eine Premiumstufe. Wann genau das Tierwohl-Label kommt, ist noch nicht klar. Zunächst soll es Schweinefleisch, im zweiten Schritt Fleisch von Geflügel und Rindern kennzeichnen.

© Schwäbische Post 22.09.2017 12:19
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