Die richtige Mundhygiene beugt Karies und Parodontose vor

Den Deutschen ist die Pflege ihrer Zähne wichtig. Untersuchungen zeigen, dass heute rund 80 Prozent der Kinder kariesfreie Zähne haben. Ein erfreulicher Trend, denn noch vor 20 Jahren war es nur etwa die Hälfte. Doch nicht nur bei Kindern zeigen sich in puncto Mundgesundheit Verbesserungen. Auch Erwachsene haben heute durch bessere Vorsorge und wirksamere Pflegeprodukte länger gesündere Zähne. Trotzdem lohnt es sich für jeden, sich aktiv mit dem Thema Mundhygiene auseinandersetzen und über Verbesserungen nachdenken.

Was bedeutet eigentlich "Mundhygiene"?

Der Begriff Mundhygiene umfasst sämtliche Maßnahmen, um die Zähne, die Zahnzwischenräume und das Zahnfleisch gesund zu halten. Darunter fallen das Zähneputzen mit manuellen oder elektrischen Zahnbürsten, das Verwenden von Zahngels, Zahnseide und Interdentalbürsten sowie das Spülen mit speziellen Lösungen, die für eine ausgeglichene Mundflora sorgen. Zusätzlich zur täglichen Mundpflege kann einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durch einen Zahnarzt hilfreich sein. Sie hat das Ziel, hartnäckige Beläge und Zahnstein zu entfernen und die Zahnfleischtaschen zu reinigen, um Entzündungen, Karies und Parodontose vorzubeugen.

Mit der Mundhygiene schon im frühen Kindesalter beginnen

Der Grundstein für gesunde Zähne im Erwachsenenalter wird bereits in der Kindheit gelegt. Denn schon die Milchzähne sind empfänglich für übertragbare Kariesbakterien, die zu Löchern und im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führen. Kinder, deren Milchgebiss kariesfrei bleibt, haben gute Chancen, auch später ein gesundes Gebiss zu haben. Deshalb lautet der dringende Rat an Eltern, die Milchzähne ihres Nachwuchses ab dem Moment zu putzen, ab dem sie durch den Kiefer brechen. Für den Anfang eignet sich eine weiche Babyzahnbürste mit einer fluoridierten Kinderzahnpasta. Am besten ist eine Zahnpasta mit "kindgerechtem" Geschmack, da sie von Kindern besser angenommen wird.

Und wenn das Kind sich gegen das Zähneputzen sträubt? Dann sollten Eltern hartnäckig, aber dennoch liebevoll bleiben und ihrem Nachwuchs die Notwendigkeit der täglichen Mundpflege deutlich machen.

Ältere Kinder ab dem 3. bis 4. Lebensjahr dürfen schon selbst mit einer Kinderzahnbürste (auch elektrisch) putzen und so unter Anleitung der Eltern die Grundtechniken der Mundpflege erlernen. Bis zum 10. Lebensjahr sollten Eltern stets nachputzen, da die motorischen Fähigkeiten der Kleinen noch nicht ausreichen, um das Gebiss wirklich gründlich zu reinigen. Sobald zwischen den Backenzähnen keine Lücken mehr zu sehen sind, darf bei Kindern auch Zahnseide zum Einsatz kommen. Bis zum 12. Lebensjahr jedoch nur unter Aufsicht der Eltern.

Mundhygiene im Erwachsenenalter nicht vernachlässigen

Während viele Eltern penibel auf die Mundhygiene ihrer Kinder achten, vernachlässigen sie ihre eigene. Dabei ist die Zahnpflege im Alter genauso wichtig und bewahrt vor Karies, Parodontose, Mundgeruch und vorzeitigem Zahnverlust. Wichtig für Erwachsene: Sie sollten ihre Zähne mindestens zweimal pro Tag mit Zahnpasta putzen. Besonders abends ist eine gründliche Zahnpflege von großer Bedeutung, denn nach der letzten Mahlzeit können Bakterien über Nacht im Mund aggressive Säuren bilden, die den Zahnschmelz angreifen.

Die Drei-Minuten-Regel hat bis heute Bestand. Daneben kommt es beim Zähneputzen auf die richtige Technik an. Einfach zu merken und effektiv ist die Rot-Weiß-Technik, bei der immer vom Zahnfleisch zum Zahn geputzt wird. Viele machen jedoch den Fehler und putzen ihre Zähne mit rubbelnden oder kreisenden Bewegungen. Dadurch kann das Zahnfleisch verletzt werden. In der Folge können Bakterien eindringen und Entzündungen hervorrufen. Nach der Reinigung mit der Zahnbürste ist das Säubern der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer speziellen Bürste empfehlenswert. Abschließend empfehlen Zahnmediziner, eine fluoridhaltige Mundspülung zu verwenden. Sie stärkt die Zahnoberfläche und macht sie widerstandsfähiger gegen Karies.

Für eine effektive Mundhygiene sind die Wahl und der Umgang mit der Zahnbürste von großer Bedeutung. Ob manuell oder elektrisch ist bei der richtigen Putztechnik egal, wobei elektrische Zahnbürsten mit weniger Aufwand und in kürzerer Zeit ein besseres Reinigungsergebnis erzielen. Spätestens nach drei Monaten sollte die alte Zahnbürste oder der Bürstenkopf der elektrischen Bürste in den Müll. Wichtig: Nach dem Putzen die Zahnpasta nicht ganz ausspülen. Ein Rest im Mund schützt durch das enthaltene Fluorid die Zähne vor Karies.

Entzündung trotz Mundpflege - was jetzt?

Kleine Verletzungen des Zahnfleisches können zu einer schmerzhaften Zahnfleischentzündung führen. Sie klingt bei guter Zahnpflege normalerweise binnen weniger Tage von selbst ab. Unterstützend gibt es jedoch Mundspüllösungen und Salben, die im Mundraum zur Anwendung kommen. Auch entzündungshemmende Tees mit Kamille können helfen. Tiefer liegende Entzündungen oder Wurzelentzündungen müssen hingegen unbedingt von einem Zahnarzt behandelt werden. Sie sind nicht nur schmerzhaft, sondern erhöhen auf Dauer das Risiko für weitere Erkrankungen im Körper.

Was, wenn es trotz Mundpflege zu Mundgeruch kommt?

Einige Erwachsene leiden trotz regelmäßigem Zähneputzen unter Mundgeruch. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Am häufigsten entsteht Mundgeruch durch:

- eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
- Bakterien in den Zahnzwischenräumen
- Kariesbakterien im Mundraum
- Belag auf der Zunge

Antibakterielle Mundspüllösungen gegen Mundgeruch helfen nur kurzfristig, denn auf Dauer stören sie das empfindliche Gleichgewicht der Mundflora. Um Zungenbelag zu entfernen, helfen spezielle Zungenbürsten, die nach beim Zähneputzen zur Anwendung kommen. Die Zahnzwischenräume lassen sich am effektivsten mit einer Interdentalbürste reinigen. Sollte das Trinken die Ursache sein, lässt sich dies einfach beheben. Bleibt der Mundgeruch, ist es ratsam, zum Ausschluss anderer Ursachen, einen Zahnarzt aufzusuchen.

 

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© Schwäbische Post 27.10.2017 16:01
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