Ein FSJler in Durbanville

Leon Grimmeisen, 18 Jahre alt, aus Pfahlheim arbeitet für ein Jahr in einem Kinderheim in Südafrika. Weihnachten wird er mit den Kindern im Heim verbringen.
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    Leon Grimmeisen – hoch über der südafrikanischen Stadt Durbanville.

Leon Grimmeisen

Vor einem Jahr saß ich zuhause in Pfahlheim und bewarb mich für ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland, nachdem ich mein Abitur am Peutinger Gymnasium im Sommer 2017 gemacht habe. Ich wollte die Chance nutzen, um das Leben unter anderen Voraussetzungen kennen zu lernen und um neue Erfahrungen zu machen.

Es hat geklappt und ich startete im Juli 2017 mit dem Verein für Soziale Dienste Inernational e.V. mein freiwilliges soziales Jahr. Es ging nach Durbanville in das „Durbanville Kinderhuis“. Dort arbeite ich jetzt schon fünf Monate als Volunteer im Childrens Home. Es besteht aus zwölf Wohnhäusern mit rund 140 Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren. Hier arbeiten 50 Mitarbeiter als Erzieher oder im Büro und 30 Freiwillige aus ganz Europa. Alle Kinder, die hier ein Zuhause gefunden haben, stammen aus sozial kritischen Familien oder sind Waisen.

Im Childrens Home wurden wir freundlich empfangen. Die älteren FSJler führten uns in die neue Umgebung ein. Es gibt drei größere Anlagen im Childrens Home, in denen die Freiwilligen untergebracht werden.

Betreuung im Schichtdienst

Nach einer kurzen Eingewöhnung ging es dann auch gleich los. Wir arbeiten hier entweder auf Nachtschicht, Tagschicht oder als Fahrer. Jeder Freiwillige ist für ein Haus mit 12 bis 15 Kindern zuständig, die sich jeweils zu viert ein Zimmer teilen. Wenn man auf Tagschicht arbeitet, ist man die meiste Zeit damit beschäftigt, mit den Kindern zu spielen oder einfach mit ihnen zu reden. Dazwischen muss man das Essen anrichten, die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen oder beim Abwasch helfen.

Als Fahrer fährt man die Kinder morgens zur Schule und holt sie dort später wieder ab. Während die Kinder in der Schule sind, ist man meistens damit beschäftigt, in den umliegenden Supermärkten Lebensmittelspenden einzusammeln.

Wir müssen schauen dass sie morgens aufstehen, sich anziehen, frühstücken und aufräumen. Nach der Schule helfen wir bei den Schulaufgaben und spielen mit ihnen.

In der Nachtschicht verbringen wir mit den Kindern den Abend und bringen sie ins Bett. Wir sind dann im Haus und passen auf, dass alle schlafen und kein Kind rausgeht. Inzwischen kenne ich die meisten mit Namen und es macht viel Freude, auch wenn die Kids manchmal sehr anstrengend sind. Ihre Aufgeschlossenheit und ihr Lebensmut machen vieles wieder wett.

Spaß beim Surfen

Meine Freizeit verbringe ich mit den anderen Freiwilligen. Zusammen erkunden wir Kapstadt, wandern zum Beispiel auf den Tafelberg oder den Lions Head und unternehmen Ausflüge in die nähere Umgebung wie nach Kirstenbosch in den Botanischen Garten und nach Hermanus zum Walfestival. Zudem gehen wir ab und zu an den Strand zum Surfen, was mir sehr viel Spaß macht.

Südafrika ist ein atemberaubendes Land, hat aber auch andere Seiten wie Stromausfälle, Waldbrände und Wasserkrisen. Mein Freiwilliges Soziales Jahr geht noch bis Juli 2018 und ich hoffe, dass ich noch viel erleben und von Südafrika noch mehr kennenlernen darf.

Die Weihnachtsfeiertage werde ich hier im Childrens Home mit den Kindern verbringen und hoffentlich ein unvergessliches Weihnachtsfest erleben.

Meiner Familie, allen Verwandten und Freunden sowie allen Lesern der Schwäbischen Post wünsche ich ein frohes, gesundes und hoffentlich weißes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr!

See you next year!

Leon Grimmeisen

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© Schwäbische Post 23.12.2017 00:45
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