Mit viel lauter Musik und Prosecco dekorieren

Familie Limbach sendet Weihnachtsgrüße vom italienischen Imperia in die alte Heimat. Sie genießen ihre Zeit im südeuropäischen Land und haben ihren Aufenthalt gerade erst auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Kinder sind auch schon bestens integriert.
  • Ralf, Lorenz, Annemarie und Sybille Limbach fühlen sich in Italien wohl und feiern Weihnachten mit den Kindern. Foto: privat

Sybille Limbach

Bereits zum vierten Male senden wir Weihnachtsgrüße in die alte Heimat über die Aktion der Schwäbischen Post und plaudern aus dem Nähkästchen.

Unser erstes Weihnachten in der neuen Wohnung hier in Imperia war wirklich sehr schön, besinnlich, friedlich und mit vielen kleinen Geschenken. Selbstverständlich mit einem großen „echten“ Baum, den die „Kinder“ (16 und 19 Jahre) zusammen mit meinem Mann immer mit viel lauter Musik und Prosecco schmücken. Ich schmücke bereits am 6. Dezember einen kleinen künstlichen, aber echt aussehenden Baum von meiner Mama, nach meinem Geschmack. Das ist Brauch in Italien.

Am Silvesterabend waren wir ganz unspektakulär beim Japaner, also typisch italienisch, um später „kugelrund“ auf dem Sofa das neue Jahr zu begießen.

OK, die Arbeit ist mehr geworden. Somit hatten wir eigentlich weniger Zeit für uns…und auch für Freunde. Trotzdem haben wir uns kleine Oasen geschaffen. Denn ein schönes Zusammensein mit lieben Menschen oder die Aussicht darauf, motiviert ungemein. Genauso wie einfach in die Lieblingsstrandbar bei uns am Prino zu gehen, denn der Tisch für „Verliebte“ wird für uns immer frei gemacht. Nicht schlecht, nach fast 24 Jahren, noch diese Ausstrahlung zu haben. Es ist eine wunderbare Atmosphäre mit toller Musik, einem traumhaften Blick aufs Meer und Porto Maurizio…und natürlich ist das Essen lecker.

Endlich durften wir unsere alten Freunde aus Essingen begrüßen. Unsere Kinder freuen sich immer sehr, wenn die Hilfis und Kolbis kommen. Dann wird viel erzählt über Hinz und Kunz, lecker gegrillt und Poolpartys zu später Stunde in der Residenz (meine Arbeitsstätte) gefeiert. Ja, mit Klamotten um 23 Uhr und bei 30 Grad in den Pool zu springen, macht wirklich Laune.

Schön war auch, dass so viele Gäste der Residenz von der ersten Saison uns auch dieses Jahr wieder besucht haben. Mittlerweile sind ganz wunderbare Freundschaften entstanden, die ohne zu fragen, leckeres Brot oder Bio-Leberwurst vom Bauern mitbringen. 2018 geht’s so weiter und mittlerweile müssen wir richtig die Monate organisieren, damit wir wirklich absolut für Jeden Zeit haben! Besser so als anders. Leider konnten Ralfs Eltern aus gesundheitlichen Gründen uns dieses Jahr nicht besuchen, das war sehr schade und traurig. Wir genießen die Zeit mit ihnen ganz besonders. Dafür kommt sein Bruder Hermann nächstes Jahr. Das ist eine große Überraschung und mit großer Freude erwarten wir sie.

Unseren Kindern geht’s sehr gut. Jeder hat seine Aufgabe, die Freundschaften halten, die Schule funktioniert und sie kommen immer noch gerne nach Hause.

Annemarie wohnt seit Oktober in Turin in einer kleinen süßen Wohnung direkt im historischen Stadtviertel mit ihrem Freund. Turin ist eine grandiose Stadt mit den längsten Arkaden Italiens, eingebettet in die Alpen bietet sie sehenswerte Museen, tolle Bars, interessante Menschen und vieles mehr. Zweimal haben wir schon ein Mädelswochenende gemeinsam verbracht und es ist herrlich. Viel Spaß, viel Essen, viele Museen, Spaziergänge und unendliche Gespräche. Es geht ihr gut und sie genießt dieses neue Leben und wir dürfen teilhaben. Sie fehlt mir sehr…und ich ihr auch, ein gutes Gefühl für eine Mutter.

Außerdem ist sie meine beste Freundin. Mitte Dezember fahren wir alle für ein paar Tage nach Turin, um meinen Geburtstag zu feiern und den Weihnachtsmarkt zu genießen. Es gibt Glühwein, der ist richtig gut und einen Südtiroler Stand mit Bretzeln und Priegelschmiere gibt es auch. Heilig’ Abend kommt Annemarie dann nach Imperia und hat ein bisschen Zeit, wenigstens bis zum 26., dann geht’s zurück. Das ist wohl unser schönstes Weihnachtsgeschenk.

2017 stand ja unter dem Motto neues Jahr, neues Glück und irgendwie hat es sich bewahrheitet.

Sybille Limbach aus Imperia

Eine ganz besondere Woche durften wir dieses Jahr in Bad Reichenhall erleben. Unser erster Urlaub seit fünf Jahren - in einer geliebten Umgebung mit vielen Erinnerungen. Wunderbar war es und sehr erholsam. An das bayrische Essen sind wir nicht mehr so gewöhnt, obwohl wir nicht so aussehen. Die Portionen sind mächtig und zum Schluss sind wir „Kulturbanausen“ beim - pssst - „Chinesen“ gelandet. Auch da war „viel“ auf dem Teller, trotzdem insgesamt etwas „leichter“!

Nach unserer Deutschlandreise gibt es immer ein gutes „deutsches“ Essen für meine Chefs und den Hausmeister bei uns. Letztes Jahr war es ein bisschen üppig, dieses Jahr steht es uns noch bevor und wird mit großer Spannung erwartet. Wir freuen uns sehr darauf, denn sie haben ordentlich „Sitzfleisch“, das bedeutet sie fühlen sich wohl.

Auch nach fünf Jahren wundert man sich über viele „unlogische“ Dinge, denn die Italiener haben leider keine „Logik“ - tut mir sehr leid. Die Straße wurde drei Monate repariert, ohne große Ankündigung. Teilweise kamen wir gar nicht mehr zur Haustür raus. Der liebe Nachbar klingelt immer noch zu später Stunde und bringt saisonweise seine Früchte vorbei. Nächstes Jahr würde ich gerne mal ein Straßenfest organisieren, nicht allen wird es gefallen, aber den wichtigsten und nettesten in der Strasse allemal.

Das neue Jahr kann kommen - freuen uns immer über Grüße oder Emails aus der Heimat und bessern uns im Antworten.

Unseren Familien, Geschwistern, lieben Freunden, ehemaligen Nachbarn, Patienten, Schulfreunden, Lehrern und alle, die ich jetzt vergessen habe zu erwähnen - eine besinnliche und glückliche Weihnachtszeit und ein grandioses neues Jahr 2018.

Eure Familie Ralf, Lorenz, Annemarie und Sybille Limbach

P.S. Übrigens haben wir unseren Aufenthalt in Italien verlängert. Es gefällt uns immer noch sehr gut und bei Widrigkeiten holen wir tief Luft, denn die gibt’s woanders auch.

© Schwäbische Post 23.12.2017 00:47
983 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.