Bekannt wurde der Ort durch Eisenverhüttung

Seit 1671 wird in Wasseralfingen Eisenerz verhüttet. Daraus ist mit dem heutigen SHW Deutschlands ältester Industriebetrieb entstanden. Seit 1975 gehört der bis dahin selbstständige Ort zu Aalen als dessen größter Stadtteil.
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    Das Wasseralfinger Schloss wurde bereits 1337 erbaut, damals von den Herren von Ahelfingen. Foto: sik
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    Sieger Köder hat in Wasseralfingen unter anderem den Stephanus-Saulus-Brunnen erschaffen. Foto: ls
Aalen-Wasseralfingen. Wasseralfingen ist mit knapp 12.000 Einwohnern der zweitgrößte Stadtbezirk von Aalen und eine ehemalige Stadt. Zu den Teilorten gehören neben Affalterried auch Onatsfeld, Röthardt, Treppach und Weidenfeld.

Wasseralfingen wurde 1337 als „Wasserahelfingen“ erstmals erwähnt (eine frühere Nennung von „Ahelfingen“ ist nicht mit Sicherheit auf Wasseralfingen zu beziehen). Der Ort entwickelte sich um ein Wasserschloss, das wohl 1337 von den Herren von Ahelfingen erbaut wurde und nach dem Umbau von 1593 dem Oberamtmann des ellwangischen Oberamtes Wasseralfingen als Sitz diente. Demzufolge gehörte der Ort schon früh zu Ellwangen.

Schon ab 1671 wurde durch die Fürstpropstei Ellwangen die Eisenverhüttung begründet. Es gab Eisenerzflöze vor allem im Braunenberg, deren Abbau bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ertragreich waren.

1803 kam Wasseralfingen mit dem Hüttenwerk an das Königreich Württemberg und wurde als selbständige Gemeinde mit einem Schultheiß dem Oberamt Aalen zugeordnet. Bereits ab 1811 wurde die Eisenverhüttung der königlich württembergischen Hüttenwerke weiter ausgebaut und der Ort wuchs stark an.

Bis 1860 wurde das Werk zu einem der größten und bedeutendsten in Europa und erhielt den Titel „Hauptgießerei des Landes“. Der große Zuzug an Fachkräften erforderte neue Wohnsiedlungen. Zuerst wurde in der Nähe des Hüttenwerks gebaut. Die beiden Kirchengemeinden errichteten jeweils eine Schule für die Kinder der Gemeinde.

1911 wurden die Maschinenfabrik Alfing Kessler als weiteres großes Industrieunternehmen gegründet.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung des Königreiches Württemberg wandelte sich deren Staatsunternehmen in Wasseralfingen 1921 in die Schwäbische Hüttenwerke (SHW). Mit 50 Prozent blieb das Land weiterhin beteiligt.

1951 wurde Wasseralfingen zur Stadt erhoben. Hofen, welches bereits 1802 bis 1845 Teil von Wasseralfingen war, wurde am 1. April 1972 nach Wasseralfingen eingemeindet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde Wasseralfingen am 21. Juni 1975 mit Aalen vereinigt. pm/je

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© Schwäbische Post 07.09.2017 16:56
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