Vielfältige Karrierechancen in Pflegeberufen

Die Kliniken Ostalb verstärken ihre Anstrengungen in der Ausbildung im Pflegebereich, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Auch ein neuer vereinfachter Ausbildungsweg ist eingeführt worden.
  • Die Kliniken Ostalb bieten einen neuen Ausbildungsgang in der Pflege an. Foto: Kliniken Ostalb

Mit rund 295 Ausbildungsplätzen sind die Kliniken Ostalb ein großer Ausbilder im Bereich Pflege in der Region. Für das laufende Ausbildungsjahr 2017/18 bieten die Pflegeschulen des Klinikverbundes weitere 20 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, 20 Plätze zum Operationstechnischen Assistenten und – ganz neu – 15 Ausbildungsplätze zur Krankenpflegehilfe an.

Joana Ruf, stellvertretende Schulleiterin an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Ellwangen der Kliniken Ostalb gibt einen Einblick in die Ausbildungswelt Pflege an den Kliniken Ostalb. Mit ihr unterhielt sich unsere Mitarbeiterin Astrid Koke.

Frau Ruf, welche Vorteile bietet einer Ausbildung an den Kliniken Ost-alb?

Wir bündeln drei Standorte mit Krankenpflegeschulen und Kliniken, die den Auszubildenden und Studenten eine große Vielfalt an Ausbildungs- und Lehrinhalten bieten. Deren dezentrale Anordnung hat den Vorteil – neben der großen Auswahl in den Fachbereichen – einer guten Ausbildungsmöglichkeit in unmittelbarer Wohnortnähe.

Was ist neu im Schuljahr 2017/18?

Ganz neu ist der Ausbildungsstart zum 1. April 2018 zur dreijährigen Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger sowie die einjährige Ausbildung als Krankenpflegehilfe, die sich insbesondere an Hauptschulabsolventen richtet und einen Einstieg in den Pflegeberuf bietet. Hier wird die theoretische Ausbildung an der Schule in Ellwangen stattfinden, die praktische Ausbildung ist, wie auch bei der dreijährigen Ausbildung, an allen drei Kliniken möglich. Bislang begannen die Ausbildungsgänge nur zum 1. Oktober. Die Kliniken Ostalb reagieren mit dem zusätzlichem Ausbildungsstart und neuen Ausbildungsberufen auf den erhöhten Bedarf an Pflegefachkräften.
Neu zum 1. April 2018 ist auch die Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd für den Studiengang Pflegewissenschaften. Die Studenten können jetzt ihren Praxisstundenteil an einer der drei Kliniken des Verbundes in Aalen, Ellwangen oder Mutlangen absolvieren.

Wo liegen denn die Schwerpunkte in der Ausbildung an den Kliniken Ostalb?

Bei uns werden die Schüler fallorientiert – das heißt patientenorientiert ausgebildet – ein sehr modernes Bildungskonzept. Für die Versorgung und Betreuung schwersterkrankter Menschen ist ein vielfältiges Fachwissen nötig. Krankenpflege, Pflegewissenschaft, Krankheitslehre, Psychologie aber auch Gesundheits- und Sozialwissenschaften gehören zu den Wissensbereichen professioneller Pflegefachkräfte. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, um unsere Patienten bedürfnisorientiert zu versorgen.

Was hat sich im Pflegeberuf in den letzten Jahren am meisten verändert?

Der Frauenanteil in den Pflegeberufen ist traditionell hoch, doch lässt sich beobachten, dass sich das immer mehr verschiebt. Die Ausbildung heute ist wesentlich technischer als zuvor, immer mehr Männer ergreifen einen Pflegeberuf – viele nach einem freiwilligen sozialen Jahr, wo sie die Erfahrung machen, dass der Pflegeberuf ganz anders ist, als sie sich das zuvor vorgestellt haben.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen gibt es an den Kliniken Ostalb?

Ein Einstieg ist ab April 2018 auch schon mit Hauptschulabschluss über den neuen Ausbildungsgang Pflegehilfe möglich. Danach kann ein dreijährige Ausbildung angeschlossen werden – oder man steigt mit Mittlerer Reife direkt in eine dreijährige Ausbildung ein.
Nach den dreijährigen Ausbildungsgängen gibt es zahlreiche Fachweiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise als Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege/Anästhesie. Häufig wählen unsere Absolventen auch die Möglichkeit, sich als Praxisanleiter oder Stationsleitung ausbilden zu lassen. Der Pflegesektor bietet vielfältige Optionen. Unmittelbar nach einer dreijährigen Ausbildung kann entweder der Weg über eine Fachweiterbildung gewählt werden, oder man setzt ein Bachelor-Studium auf – ein Angebot, das mittlerweile von vielen Pflege-Azubis genutzt wird.

Apropos Studium – geht es nach Aus-und Fortbildung in Sachen Karriere an den Kliniken Ostalb noch weiter?

Prinzipiell ist eine Karriere in der Pflege immer möglich! Der demografische Wandel bedeutet eine gewaltige Herausforderung für den Pflegesektor – und wir brauchen Fachkräfte, die unsere Prozesse optimieren und pflegerische Konzepte entwickeln. Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit mit Hochschulen beständig ausgebaut. Da ist zum einen die Ausbildung mit integriertem Studiengang „Angewandte Pflege- und Gesundheitswissenschaften“ in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart.
Ganz neu ist, wie bereits erwähnt, die Kooperation mit der PH Gmünd im Studiengang Pflegewissenschaften. Mit der Implementierung der pflegewissenschaftlichen Studiengänge möchten wir zukünftig unseren Berufsstand weiter professionalisieren. Zugleich können nach Abschluss Qualifikationen über einen Master-Studiengang vertieft werden, um in höhere Leitungspositionen aufzusteigen.

Die Pflege ist immer noch unterbesetzt. Was bedeutet das für die Chancen nach einer Pflege-Ausbildung?

Es gibt gute Karrierechancen und eine große Vielfalt an Ausbildungen und Studiengängen, die von den Kliniken Ostalb abgedeckt werden. Das Tolle an unserer Ausbildungsstruktur ist, dass es Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen aller Schulformen gibt. Alle Ausbildungen bauen aufeinander auf – von der einjährigen Ausbildung zur Pflegehilfe, über die verschiedenen dreijährigen Ausbildungsgänge bis hin zum Studium an Pädagogischen Hochschule und DHBW. Wir legen großen Wert auf dieses große System an Möglichkeiten – ob für Hauptschulabgänger, Absolventen mit Mittlerer Reife, Abiturienten oder Bacheloranten.

Neue Ausbildungsgänge an den Kliniken Ostalb

Karrierechancen im Pflegeberuf der Kliniken Ostalb, mit den drei Standorten Ellwangen, Aalen und Mutlangen.

NEU: Gesundheits- und Krankenpflegehilfe (alle 3 Standorte)

Gesundheits- und Krankenpflege (alle 3 Standorte)

Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (Aalen/Mutlangen)

Hebammen/Entbindungspfleger (Aalen)

Operationstechnische/r Assistent/in (alle 3 Standorte)

NEU!: Bachelor-Studiengang „Pflegewissenschaft“ in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Studiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften für Pflege und Geburtshilfe in Kooperation mit der DHBW Baden-Württemberg Stuttgart.

© Schwäbische Post 23.11.2017 11:09
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