Ein kleine Geschichte zum Kalten Markt

Das Kloster Ellwangen ist eine der ältesten Benediktinerabteien nördlich der Alpen. Schon früh wurden hier die Reliquien der sogenannten Pferdeheiligen Meleusippus, Eleusippus und Speusippus verehrt. Vor über 1000 Jahren entstand der Kalte Markt in der Pferdestadt.
  • Unsere Archivaufnahme ist natürlich noch keine 1000 Jahre alt, hat aber fast ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Das Foto von der Prämierung der Gespanne auf dem Schießwasen entstand im Januar 1973.

Ellwangen. 764 wurde das Kloster Ellwangen gegründet. Anlässlich dieses Ereignisses brachte Hariolf von Langres Reliquien der heiligen Drillinge Meleusippus, Eleusippus und Speusippus mit. Diese waren in Kappadokien als Christen verfolgt und zu Märtyrern geworden. Seitdem werden sie von der Ellwanger Bevölkerung, die sie bei Pferdekrankheiten anriefen, als Pferdeheilige verehrt.

In der Stadt blühten fortan der Pferdehandel und die Zucht. Am 17. Januar 1353 wird erstmals ein Festtag zu Ehren der heiligen Drillinge erwähnt, urkundlich als Kalter Messtag dokumentiert. Wahrscheinlich fand dieser aber schon im 9. Jahrhundert statt.

Der Festtag fällt allerdings auch auf den Ehrentag des heiligen Mönchvaters Antonius von Theben, daher existierte ebenfalls der Name Antoniusmarkt. Im 17. Jahrhundert erfolgte die terminliche Änderung auf den Montag nach Dreikönig.

Nicht jeder liebte den Kalten Markt

Wie alte Chroniken berichten, kam der Kalte Markt bei den Ellwangern nicht gleichermaßen gut an. 1864 schrieben die Beamten am Landgericht einen Beschwerdebrief an das Stadtschultheißenamt, weil sie sich durch das Markttreiben in der Stadt bei der Arbeit gestört fühlten. „Der ‚durch Pauken und sonstige Manipulationen verursachte Krach sei diesmal so schlimm gewesen, dass die Fenster zitterten und in den Zimmern das Arbeiten und das Abhalten von Sitzungen beinahe unmöglich gemacht worden sei. Die Stadt möge solche geräuschvollen Schaustellungen in unmittelbarer Nähe der Behörden künftig verbieten. [Stadtarchiv A IV 15/4]“ heißt es in einer Dokumentation der Stadt Ellwangen. freu

© Schwäbische Post 03.01.2018 17:02
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