Finanzberatung: Fünf Tipps für Verbraucher

Unzählige Produkte und Anbieterversprechen, von denen eines aussichtsreicher klingt als das andere: Der Finanzmarkt ist unübersichtlich und erscheint vielen Verbrauchern wie ein Labyrinth – nicht zu Unrecht. Wer fürs Alter vorsorgen, seine Familie absichern oder sein Vermögen anlegen möchte, kommt daher um eines nicht herum: eine professionelle Finanzberatung. Damit die Beratung ein Erfolg wird, sollten sich Anleger gut vorbereiten und nicht blind dem erstbesten vermeintlichen Experten vertrauen. Diese fünf Tipps helfen auf dem Weg zur optimalen Finanzberatung.

Tipp 1: Vorbereitung zahlt sich aus

Wenn der Finanzexperte nicht weiß, was die Beratung beinhalten soll, wird der Kunde mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zufrieden sein. Deshalb ist wichtig, sich als Verbraucher vorab Gedanken zu machen:

• Benötige ich eine Altersvorsorge?
• Möchte ich eine Immobilie erwerben?
• Spare ich Geld für die Ausbildung der Kinder oder Enkel?

Anleger sollten ihre finanzielle Situation genau kennen und angeben können, wie viel sie jeden Monat beiseitelegen können. Daneben spielt die eigene Risikobereitschaft eine entscheidende Rolle: Kommen spekulative Investitionen infrage oder steht Sicherheit an erster Stelle? Prinzipiell gilt: je höher die Renditechancen, desto riskanter die Anlage. Wenn klar ist, wofür und wann das Geld zur Verfügung stehen soll, kann der Finanzberater seine Angebote entsprechend vorbereiten.

Tipp 2: Die Suche nach dem Finanzberater

Sein Geld möchte man nicht einem x-beliebigen Finanzberater anvertrauen. Doch wo finden Anleger einen versierten Finanzberater? Eventuell haben Freunde und Bekannte gute Erfahrungen mit einem Experten gemacht. Eine andere Möglichkeit bieten Onlineportale. Hier können Verbraucher Finanzprodukte vergleichen und Bewertungen einsehen: Wie gut schätzen andere Kunden das Produkt ein, wie haben sie das Beratungsangebot wahrgenommen? Bei www.whofinance.de/institute/tecis/ beurteilen Kunden den Finanzdienstleister etwa in Bezug auf Servicequalität, preislichen Konditionen und Kommunikation. Besser holen sich Anleger mehrere Angebote von unterschiedlichen Finanzberatern ein. Nur so bekommen sie einen Überblick über den Markt und können ihre Entscheidung für oder gegen ein Produkt sicher treffen.

Tipp 3: Honorar oder Provision?

Grundsätzlich stehen verschiedene Beratungsoptionen zur Verfügung:

• Bankberater
Wer in Sachen Geldanlage oder Immobilienfinanzierung die Beratung seiner Bank in Anspruch nimmt, wird lediglich hauseigene Produkte angeboten bekommen. Produkte von anderen Anbietern sind nur gegen eine Gebühr oder Provision erhältlich.

Honorarberater
Ein Honorarberater arbeitet unabhängig von Banken und Unternehmen. Der Kunde zahlt ihm für die Beratung ein Honorar – selbst wenn es gar nicht zu einem Abschluss kommt. Ein Honorarberater geht also idealerweise objektiv und im Sinne des Kunden auf die Suche nach den besten Finanz- und Versicherungsprodukten. In der Regel belaufen sich die Kosten für einen Honorarberater auf etwa 150 Euro pro Stunde.

Provisionsberater
Die Dienste eines Provisionsberaters nehmen Verbraucher kostenlos in Anspruch. Kommt es durch die Beratung zum Abschluss, erhält er von dem jeweiligen Anbieter eine Provision. Womöglich möchte ein Provisionsberater deshalb möglichst viele, teure Produkte verkaufen, anstatt den Kunden lediglich ausgiebig zu beraten.

Verbraucherschützer
Ein Verbraucherschützer ist grundsätzlich auf der Seite des Verbraucher. Er darf keine bestimmten Produkte vermitteln, sondern nur in Finanzdingen beraten. In Verbraucherzentralen erhalten Interessierte eine zweistündige Finanzberatung für rund 150 Euro. Eine Beratung in einer Verbraucherschutzzentrale ist beispielsweise sinnvoll, wenn bereits mehrere Angebote vorliegen.

Tipp 4: So viele Fragen wie nötig stellen

Während der Finanzberatung sind Fragen nach der Ausbildung und beruflichen Erfahrung des Finanzberaters keinesfalls verpönt. Durch eine ausführliche und verständliche Erklärung der einzelnen Produkte sollte der Berater seine Expertise untermauern.
Falls doch etwas unverständlich bleibt, sollten Anleger nicht zögern, nachzuhaken:

• Wie hoch liegt im schlimmsten Fall der Verlust?
• Wie hoch sind die Renditechancen wirklich?

Am besten lässt man sich alles vorrechnen und prüft dann gründlich, ob das Angebot wirklich einen persönlichen Nutzen bringt. Keinesfalls sollten Finanzberater ihre Kunden zu einem Abschluss drängen.

Tipp 5: Nicht blind vertrauen

Finanzberater sind verpflichtet, ein schriftliches Protokoll des Beratungsgesprächs anzufertigen. Anleger sollten sich dieses aushändigen lassen und in Ruhe prüfen, bevor sie es unterzeichnen. Wurde wirklich alles erklärt, was in dem Protokoll aufgeführt ist? Finden sich schwammige Formulierungen, die präzisiert werden sollten? Die Entscheidung zu einem Abschluss treffen Verbraucher nicht überstürzt. Eine gewisse Bedenkzeit ist absolut gestattet, genauso wie das Einholen einer zweiten Meinung.

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© Schwäbische Post 23.09.2016 08:32
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