Der Weg in die Schufa. Eine transparente Darstellung.

Die Schufa scheint in vielen Belangen das Schreckgespenst zu sein, das viele zu umschiffen versuchen. Auch wird der viel beschworene "Schufa-Eintrage" häufig im Sprachgebrauch verwendet, ohne klar zu machen, um welche Art des Schufa-Eintrags es denn geht. Um Klarheit in den Prozess zu bringen, soll dieser einmal transparent erläutert werden.

  • 1477319462_phpYRULhC.jpg
    Foto: @ pixabay.com, Vi5-a-Vi5
Diese Arten des Schufa-Eintrags gibt es

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen einem positiven Schufa-Eintrag und einem negativen Schufa-Eintrag. Wer bei einem Dritten in der Kreide steht und dies offiziell dokumentiert, der hat zunächst einmal einen positiven Schufa-Eintrag. Das heißt bis dahin nur, dass in der Schufa vermerkt ist, dass der Betroffene finanzielle Verpflichtungen hat. Positiv ist der Schufa-Eintrag, wenn die Raten des Kredits regelmäßig getilgt werden.

Wann sich Kreditnehmer allerdings eine negative Schufa-Auskunft einhandeln, erklärt Rechtsanwalt Markus Decker so:

1.) Wer eine Rechnung bekommt und diese nicht bezahlt, der bekommt nicht sofort den Schufa-Stempel aufgedrückt. Erst nach zweimaliger, schriftlicher Mahnung mit einem Mindestabstand von vier Wochen, einer Androhung des negativen Schufa-Eintrags und wenn die fällige Rechnung nicht beglichen wird, dann kann der negative Schufa-Eintrag folgen.

2.) Wer eine Zahlungsaufforderung anerkennt und diese dennoch nicht begleicht, der riskiert einen negativen Schufa-Eintrag.

3.) Auch wenn in Folge unbeglichener Rechnungen der Vertrag gekündigt wird, kann (es unter einer Vorankündigung) zu einem negativen Schufa-Eintrag kommen.

4.) Flattert eine Mahnung oder gar ein Urteil seitens eines Gerichts ins Haus, kann ein negativer Schufa-Eintrag die Folge sein.

Damit die Informationen zum Zahlungsverhalten einer Privatperson an die Schufa gelangen, muss eine Geschäftsbeziehung zwischen Schufa und dem Unternehmen bestehen. Nur wer Partner der Schufa ist, gibt die Informationen weiter. Typische Partner sind zum Beispiel

  • Telekommunikationsunternehmen
  • Banken
  • Versandhändler

 Das sind die Folgen eines Schufa-Eintrags

Wer einen positiven Schufa-Eintrag hat, der lebt, als gäbe es diese Eintragung gar nicht, denn sie dokumentiert lediglich, dass ein Kredit getilgt wird. Wenn mehrere kleinere Kredite gleichzeitig getilgt werden, ist der Schufa-Eintrag zwar grundsätzlich noch positiv, doch ein Kreditgeber wird stutzen, bevor der nächste Kredit genehmigt wird.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wer sich mit Blick auf die besten Voraussetzungen für eine Immobilienfinanzierung eine reine Schufa-Weste erhalten will, der sucht heute gezielt nach einem Kredit ohne Schufa Auskunft und Bonitätsprüfung. So umgeht der Kreditnehmer den positiven Eintrag in der Schufa und hat bessere Chancen, eine größere Kreditsumme aufnehmen zu können.

Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, der trägt ein Merkmal, das es ihm schwer bis unmöglich machen wird, einen weiteren Kredit (mit vorheriger Schufa-Auskunft) zu erhalten. Doch nicht nur das. Je nach Schwere des Schufa-Vergehens kann ein negativer Schufa-Eintrag dazu führen, dass

- die Bank die Einrichtung eines Girokontos negiert oder zumindest soweit einschränkt, dass es weder die Option eines Dispo-Kredits gibt, noch eine Kredit- oder eine EC-Karte.
- etwaige Vertragspartner eben diese Verträge nur erhalten, wenn sie ihr Geld in Vorkasse bekommen oder im Rahmen eines Geld-Auflademodus (z.B. bei der Prepaid-Karte im Handy).
- im Einzelhandel nur noch Geschäfte gemacht werden können, wenn das Geld bar zum Kauf mitgebracht wird.

Auch diese Menschen können grundsätzlich zu einem Kredit ohne Schufa Auskunft greifen, werden dabei aber ihre persönliche Schuldenmisere tendenziell eher verschlechtern.

Was genau weiß die Schufa über Kreditnehmer?

Die Schufa weiß viel, aber nicht alles. Das heißt im Detail, dass die Schufa zwar weiß, dass die Deutschen Schulden haben und auch, ob sie diese regelmäßig abbezahlen, aber diese Informationen fehlen der Schufa:

- Die Schufa kennt nicht die Vermögensverhältnisse (Kontostände, Depotwerte) der Kreditnehmer.
- Beruf, Einkommen, Familienstand und Arbeitgeber kennt die Schufa nicht.
- Liegen Lohnpfändungen vor, ist das nicht Bestandteil der Schufa-Aufzeichnungen.

Die Verbraucherzentrale Bremen nennt überdies weitere Punkte, die von der Schufa gespeichertwerden: „Die Schufa speichert zunächst alle Angaben zur Person (Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift und Voranschriften). (…) Weiter speichert sie auch die Daten über Bankkonten, Mobilfunkkonten, Kreditkarten, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte und über Kredite und Bürgschaften. Zusätzlich zu diesen Informationen werden auch diejenigen Daten gespeichert, die jeweils mit diesen Daten zusammenhängen (…). Darüber hinaus erfasst die Schufa auch Daten, die mit Vollstreckungsmaßnahmen zusammenhängen (…).“ Verbraucherschützern stehen dem Austausch von Daten grundsätzlich skeptisch gegenüber.

Abbildung 1: pixabay.com © Vi5-a-Vi5 (CC0 Public Domain)

zurück
© Schwäbische Post 24.10.2016 16:31
Ist dieser Artikel lesenswert?
1838 Leser
Kommentar schreiben
nach oben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.