Anlageformen für Risikofreunde und Sicherheitsfans

Die Zeit der sicheren Rente ist vorbei. Wer sich heute schon als junger Mensch nichts privat zur Seite legt, hat im Alter das Nachsehen. Doch wo ist das Gesparte am besten aufgehoben - bei den Minuszinsen der Banken? Tagesgeldkonten und das gute alte Sparbuch sind immer noch die beliebtesten Anlaufstellen der Deutschen, wenn es ums Sparen geht. Das ergab die 2016 veröffentlichte Studie „Sparerkompass 2016“ von Bank of Scotland. Sie zeigte jedoch auch, dass über 40 Prozent aller Befragten nicht einmal annähernd wussten, wie hoch die derzeitige Inflationsrate ist, und, dass dadurch Geld, was zu Nullzinsen auf dem Sparbuch landet, an Wert verliert. Von den 1794 Befragten zwischen 18 und 69 Jahren fühlte sich nur ein Fünftel gut über Finanzprodukte informiert. 77 Prozent beschaffen sich Informationen über Anlagemöglichkeiten aus dem Internet. Die Mehrheit schätzt einen bequemen Online-Zugang und verständlich erklärte Anlageprodukte als sehr wichtig ein.

Festgeld im Europäischen Ausland für Sicherheitsfans

Für diese online-affine Zielgruppe ist es eine Überlegung wert, sich die internationale Variante des vertrauten Modells Festgeld anzuschauen, dessen Rahmenbedingungen bereits bekannt sind. Denn der vertraglich geregelte, feste Zinssatz für einen festen Zeitrahmen gilt auch bei Banken im Europäischen Ausland und spricht so auch sicherheitsbetonte Sparer an. Da es im Ausland höhere Zinsen gibt als bei deutschen Banken, können hier auch Sparer profitieren, die für eine höhere Rendite kein Risiko eingehen wollen. Wer also einen gewissen Betrag für mehrere Monate nicht braucht, kann diesen für einen festen Zeitraum anlegen. Für die Sicherheit der Anlage bis zu 100.000 Euro sorgen die nationalen Einlagensicherungen gemäß EU-Richtlinien. Sowohl die Eröffnung des Kontos als auch die weitere Betreuung des Guthabens geschieht bequem über eine Online Plattform wie beispielsweise weltsparen.de. Die Auszahlung der Zinserträge erfolgt bei Fälligkeit auf ein deutsches Verrechnungskonto.

ETFs für risikofreudigere Anleger

ETFs sind Indexfonds, also Anlagefonds. Eines gleich vorweg: wer in Fonds investiert, sollte sich gut über diese Anlageform informiert haben, denn die laufenden Kosten für Depot und Verwaltung müssen von der letztendlich erwirtschafteten Rendite abgezogen werden. Investment Fonds können entweder aktiv oder passiv gemanagt werden. Aktiv gemanagte Fonds werden von einem Fondsmanager ständig beobachtet, überprüft und je nach Marktsituation angepasst. Dagegen werden ETFs – oder Indexfonds – passiv gemanagt, das bedeutet, es entstehen deutlich geringere laufende Kosten. Das Risiko, aufgrund der starren Struktur am Ende Rendite zu verlieren, weil ein Index-Fond nicht schnell genug an Veränderungen am Markt angepasst werden konnte, ist langfristig sehr gering. Zieht man die hohen Gebühren für den Fond-Manager von den möglicherweise höheren Börsengewinnen ab, rechnen sich langfristig eher die passiv gemanagten Index-Fonds.

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© Schwäbische Post 28.10.2016 09:02
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