Wechsel zu Ökostrom lohnt je nach Region

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Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Ökostrom, die Nachfrage steigt. Die Zahl der Anbieter wächst ständig. War der Ökostrom vor Jahren noch relativ teuer, sind die Preise dafür jetzt in vielen Gebieten Deutschlands gesunken. Ein Wechsel des Stromanbieters und der Stromarkt lohnt sich, vor allem mit Sicht auf die Umwelt.

Preise des Ökostroms richten sich nach dem Wohnort

Wegen der zahlreichen neuen Anbieter ist der Ökostrom jetzt oft günstiger als normaler Strom. Insgesamt weisen die Ökostrompreise in Deutschland jedoch sehr große regionale Unterschiede auf. Drei Faktoren beeinflussen die Kosten: Tarifart, Ökostromanbieter und Wohnort des Verbrauchers. Im Südwesten und im Osten Deutschlands wird Ökostrom ziemlich teuer, weil die Gebühren für die Netzentgelte hoch sind und herkömmliche Anbieter den Markt dominieren. Deshalb bleiben hier zahlreiche Kunden beim herkömmlichen Strom, weil das mitunter dreistellige Minderkosten im Jahr zur Folge hat, für Haushalte mit niedrigem Einkommen ein verständliches Argument. In anderen Teilen Deutschlands dagegen kann der Ökostrom bei der richtigen Tarifwahl den konventionellen Strom im Preis unterbieten.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Unter dem Begriff "Ökostrom" versteht nicht jeder Anbieter dasselbe. Im Allgemeinen ist mit Ökostrom gemeint, dass dieser zu gewissen Anteilen aus regenerativen Quellen stammt. Man findet beim Tarif-Vergleich eine Menge zum Teil stark variierender Preise. Zu welchem Anteil der jeweilige Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt, geht weder aus dem Stromnamen noch aus dem Tarif hervor. Aussagekräftig sind die Gütesiegel. Anbieter mit dem "Ok Power Label" oder dem "Grüner Strom Label" liefern richtigen Ökostrom. Bekannte Anbieter sind z.B. Entega oder Lichtblick.

In der Region vergleichen und beim Wechsel aufpassen

Wer Ökostrom wählt, muss unbedingt die regionalen Anbieter und ihre Tarife vergleichen. Manche im Internet verfügbare Ökostromrechner werden von der Stiftung Warentest empfohlen. Hier gibt der Verbraucher seine Postleitzahl und den Stromverbrauch ein. Sofort werden sämtliche Preise aller Ökostromtarife, die am Wohnort zur Verfügung stehen, ausgerechnet. Ein Klick auf den gewünschten Lieferanten bringt die detaillierten Informationen zum Versorger und seinem Tarifangebot. Gerade durch die richtige Tarifwahl können günstige Preise erreicht werden. Oft übernimmt ein neu gewählter Anbieter sogar die Abmeldung beim bisherigen Stromlieferanten und regelt die Formalitäten. Die Wechsler sollten aber trotzdem ganz genau nachfragen, wie alles abläuft und sich nicht blind auf den Service verlassen.

Ökostrom und konventioneller Strom ohne große Preisunterschiede

Ökostrom wird bis jetzt immer noch kostenintensiver produziert als herkömmliche Energie. Gestützt werden seine Produktion, die Nutzung und die Weiterentwicklung der Technologien und Anlagen durch die EEG-Umlage, die alle Stromkunden und Anbieter bis auf wenige Ausnahmen zahlen müssen. Auch die, die Ökostrom beziehen, zahlen die EEG-Umlage. Diese ist ein Grund, weshalb es keine großen Preisunterschiede zum herkömmlichen Strom gibt. Mittlerweile liegen in einigen Regionen die Ökostromtarife wie oben schon erwähnt, unter denen des konventionellen Stroms.

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© Schwäbische Post 21.04.2017 16:37
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