Diese Verbraucherkreditrichtilinien sollten Sie kennen - So arbeiten professionelle Anbieter in 2017/18

Verbraucherkredite sind für private Anschaffungen für Privatleute gedacht. Sie unterliegen bestimmten Bedingungen und sollen den Verbraucher schützen, der gegenüber dem Kreditinstitut aufgrund des geringeren Wissens über die Thematik im Nachteil ist. In den meisten Fällen sind Verbraucherkredite auch Ratenkredite. Sie sind nur schriftlich und mit Unterschrift des Kunden gültig. Auch ein Onlineabschluss ist möglich, sofern der Kreditnehmer eine qualifizierte, elektronische Signatur nutzt.

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    Foto: © pixabay.com, Skitterphoto, CC0 Public Domain
Ein Verbraucherkreditvertrag muss folgende Punkte enthalten:

  • Kreditrahmen
  • Gebühren
  • anderweitige Kreditkosten wie Versicherungskosten
  • Form der Besicherung
  • Rückzahlungsmodalitäten
  • jährliche Kreditkosten im Direktüberblick
  • direkte Vergleichsmöglichkeit anderer Angebote
  • Höhe des effektiven Jahreszins
  • Sollzins

Beim Sollzinssatz muss angegeben sein, ob es sich um einen gebundenen, veränderlichen oder kombinierten Sollzinssatz handelt. Auf Folgekosten in diesem Zusammenhang muss ebenfalls eingegangen werden. Vor Vertragsabschluss kann der Verbraucher einen Tilgungsplan fordern. Diesen sowie einen unabhängigen Kreditrechner für Ratenkredite finden Sie auch auf https://www.kredit-zeit.de/.

Aus dem Angebot muss deutlich hervorgehen, ob der Anbieter ein Vermittler oder Produktgeber ist. Banken sind in einigen Fällen nicht die Produktgeber. Die Volks- und Raiffeisenbanken zum Beispiel vermitteln lediglich den easycredit der Teambank, die damit der eigentliche Produktgeber ist. Sollte es sich um einen Vermittler handeln, muss dieser seine Provision, die er für die Darlehensvermittlung erhält, ausweisen.

Der Verbraucher hat ein grundsätzliches Widerrufsrecht mit einer Frist von zwei Wochen. Die Widerrufsbelehrung ist deutlich im Vertrag hervorgehoben. Eine sofortige Kündigung des Vertrags seitens des Anbieters bei Zahlungsverzug des Kreditnehmers ist nicht rechtens ohne eine Frist.

Von den Verbraucherkreditrichtlinien sind fast alle Arten dieser Kredite betroffen. Die Beträge liegen nicht unter 200 Euro und bei maximal 75.000 Euro. Daher gehören Verbraucherkredite auch zu den klassischen Ratenkrediten beziehungsweise Konsumentenkrediten. Verbraucherkredite haben immer eine feste Laufzeit.

Weitere Bezeichnungen dafür sind Verbraucherdarlehensverträge, Privatkredit und Ratenkredit für Privatkunden. Da Privatkredite in den meisten Fällen privaten Konsumzwecken dienen, können sie auch speziell als Anschaffungskredit, Urlaubskredit oder Autokredit bezeichnet werden. Auch Existenzgründerdarlehen bis 50.000 Euro gehören zu den Verbraucherkrediten.

Was sind keine Verbraucherkredite?

Nicht zu den Verbraucherkrediten gehören Baufinanzierungen, da diese Darlehen bereits durch das Grundpfandrecht wie der Grundschuld oder einer Hypothek abgedeckt sind. Zwar sind die Zinnsnennungs-Vorschriften dieselben, nicht aber die neuen Kündigungsfristen. Ebenfalls nicht zu den Verbraucherkrediten gehören Förderkredite sowie zinsfreie Darlehen, Kleinkredite bis 200 Euro und Arbeitgeberkredite.

Checkliste, um unseriöse Anbieter von vornherein auszuschließen

Nicht jeder Kreditanbieter ist auch seriös und professionell. Im Kreditdschungel tummeln sich leider auch viele schwarze Schafe. Sehen Sie daher ruhig genauer hin und vermeiden Sie Anbieter, bei denen Folgendes auf dem Plan steht:

  • Vorabgebühren und nicht nachweisbare Kosten
  • überteuerte Beratungshotlines
  • gebührenpflichtige Hausbesuche.
  • Angebot von unnötigen Versicherungen oder sinnlosen Beratungsverträgen
  • die Möglichkeit zu risikoreichen Beteiligungen

Kredite ohne Schufa

Wer im Internet nach seriösen Kreditanbietern sucht, stößt immer wieder auf Kredite ohne Schufa. Mit einer auffälligen Penetranz stapeln sich solche Angebote geradezu. Was hat es damit auf sich? Seriöse Anbieter offerieren damit lediglich ein Schweizer Darlehen. Dieses schließt Beträge bis zu 3.000 Euro mit ein. Nachteil daran ist nicht nur der relativ kleine Kreditrahmen, sondern auch die oft sehr hohen Zinsen, denn wer keine Schufaeinsicht vornimmt und die Darlehensvergabe auch nicht bei der Auskunftei meldet, muss sich anders absichern. Selbstverständlich findet dennoch eine Bonitätsprüfung statt.

Sie wissen selbst, dass es bei den Kreditanbietern auch viele Betrüger gibt. Wenn es sich also nicht um ein Schweizer Darlehen handelt, sollten Sie sehr sehr skeptisch sein.

Angebote vergleichen

Um besonders gut die Angebote vergleichen zu können, bekommt der Kreditinteressierte vor dem Vertragsabschluss ein standardisiertes Formblatt ausgehändigt, das alle relevanten Informationen zum Angebot enthält. Dafür müssen alle nötigen Infos genannt werden und die Angebote immer an derselben Stelle mit denselben Bezugsgrößen stehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt vor dem Vertragsabschluss sind die europäischen Standardinformationen für Konsumentenkredite. Hier finden Interessierte alle individuellen Finanzierungsangaben sowie die Gesamtkosten des Kredits.

Vorschriften bei Kreditwerbung

Auch bei der Kreditwerbung gibt es bestimmte Vorschriften, die der Anbieter beachten muss. Ein Punkt ist das repräsentative Beispiel, das enthalten sein muss und das über die durchschnittlichen Kreditkosten informiert. Weitere Pflichtangaben sind der Nettokreditbetrag, die Laufzeit, der effektive Jahreszins, der Sollzins und die gesamten Kreditkosten.

Stichwort Zins: Die Werbung darf lediglich den Zinssatz nennen, den 2/3 der Kreditnehmer auch erhalten. Zwar gibt es oft Möglichkeiten, einen geringeren Zinssatz zu erhalten, dieser kommt jedoch nur für weniger Kunden infrage und darf damit auch nicht beworben werden.

Kündigungsrecht und Vorfälligkeitsentschädigung

Bevor die Verbraucherkreditrichtlinien in Kraft traten, konnten Kunden erst nach sechs Monaten und einer Kündigungsfrist von drei Monaten den Vertrag kündigen. Falls vertraglich vereinbart, waren auch Teilrückzahlungen möglich, oft gegen Gebühr.

Heute ist es den Kreditnehmern jederzeit gestattet, eine teilweise oder vollständige Rückzahlung des Darlehens zu verlangen. Der Darlehensgeber ist berechtigt, dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen, die bis zu einem Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages ausmachen kann. Eine Ausnahme bilden hier Laufzeiten, die ein Jahr nicht übersteigen. Die maximale Vorfälligkeitsentschädigung beträgt in diesem Fall nur 0,5 Prozent.

Verlängerung der Widerrufsfrist

Sollte der Anbieter zum Vertragsabschluss nicht alle vorgeschriebenen Pflichtunterlagen aushändigen und etwas nachreichen, erfolgt eine Verlängerung der Widerrufsfrist um diesen Zeitraum.

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© Schwäbische Post 07.06.2017 11:31
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