Weniger Kriminalität im Ostalbkreis – Wirtschaftskriminalität sticht heraus

Wird die Kriminalstatistik der Landeskreise unmittelbar miteinander verglichen, steht schnell fest: der Ostalbkreis gehört zu den sichersten Orten in Deutschland. Einen besonders guten Durchschnitt legt hier die Kreisstadt Aalen ein. Hier wurden am wenigsten Straftaten pro 100.000 Einwohner begangen und dies hievt die Stadt auf den sichersten ersten Platz. Die Kriminalitätsrate ist so gut wie in allen Bereichen gesunken, nur der Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte sowie die vergleichsweise hohe Zahl der Wohnungseinbrüche ist auffällig. Die private Kriminalitätsrate ist also generell rückläufig, doch die Rate der Wirtschaftskriminalität steigt rasant.

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Kriminelle Vorgänge in der Wirtschaft
Zu der Wirtschaftskriminalität zählen Delikte wie Anlage-, Finanzierungs-, Insolvenz-, Arbeits-, Wettbewerbs-, Gesundheits-, und Betrugsdelikte. All diese Delikte zusammengefasst, ergeben einen Großteil des Gesamtschadenvolumens der Kriminalstatistik. Da es sich hierbei allerdings nur um eine polizeiliche Statistik handelt, sind Fälle welche unmittelbar durch die Finanzbehörden oder der Staatsanwaltschaft bearbeitet werden nicht enthalten.

Die Polizei selbst nimmt die Aufarbeitung von Wirtschaftsdelikten eher selten direkt in die Hand. Für solche Fälle werden spezielle Behörden oder speziell abgestellte Einheiten hinzugezogen. Da die Delikte in der Wirtschaft aber Überhand nehmen zu drohen, ist die Abhandlung eher schleppend. Detekteien helfen hier aus und übernehmen viele Fälle vorab. Privatermittler sichern hierbei Beweise vorab und führen versteckte Observationen durch. Vor allem werden Detektive aber beauftragt, um Lohnfortzahlungsbetrug sowie Arbeitszeitbetrug aufzudecken. Angeheuert wird eine Detektei hierbei direkt durch das Unternehmen selbst.

Beim Lohnfortzahlungsbetrug täuschen Mitarbeiter einen Krankenstand vor. Eine Krankschreibung wird beim Unternehmen eingereicht und dieses muss den Lohn natürlich weiterhin zahlen. Dies spielt vor allem im Raum Stuttgart eine große Rolle, aber auch im angrenzenden Ostalbkreis. Detektive wirken hier durch eine Observation entgegen und verfolgen den Beschuldigten Mitarbeiter um festzustellen, welchen Tätigkeiten dieser in seinem Krankenstand wirklich nachgeht. Der Arbeitszeitbetrug verläuft ähnlich, allerdings ohne eine Krankschreibung und wird hauptsächlich durch Außendienstmitarbeiter begangen. Hierbei werden Arbeitszeiten angegeben, welche aber nicht oder nur teilweise eingehalten wurden.

Wettbewerbsdelikte und IT-Forensik
In so gut wie jedem Unternehmen kann auch Wettbewerbsbetrug stattfinden. Egal ob Klein- oder Großunternehmen, der Konkurrenzdruck herrscht in allen Schichten. Wirtschaftsspionage so wie das gezielte Abwerben von Mitarbeitern oder auch Kunden findet am häufigsten statt. Diese Art der Sabotage erfolgt aber nicht durch Einbrecher oder Ähnliche. Durchgeführt werden solche Delikte häufig durch ausländische Unternehmen, Staaten oder feindlich gestimmte Gruppierungen. Unter der Headline „Der Feind im eigenen Büro“ haben wir hierzu erst kürzlich einen Artikel mit mehr Details veröffentlicht.

In besonders harten Fällen vermitteln eigene Mitarbeiter sogar Aufträge direkt an die Konkurrenz weiter. Dies ist ein besonders schwerer Fall von Wettbewerbsspionage und richtet erheblichen Schaden an. Um in solchen Fällen erfolgreich ermitteln zu können, werden Detektive eingeschleust welche anschließend unentdeckt ermitteln sollen. So wird das Unternehmen aber auch der Auftraggeber geschützt.

In Zeiten von fast täglichen Hackerangriffen und Überschwemmung durch Viren und Trojanern ist die IT-Security der Unternehmen gefragt. Doch selbst gut gerüstete Systeme können diesem Ansturm nicht immer standhalten. Meistens sind jedoch vielmehr die eigenen Mitarbeiter für Eindringlinge verantwortlich. Sowohl Polizei als auch Detekteien rüsten deshalb ihre Abteilung für IT-Forensik auf, um Beweise für geschehene Angriffe zu sammeln und somit Täter ausfindig machen zu können.

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© Schwäbische Post 28.07.2017 10:48
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