Online-Marketing inzwischen beliebteste Werbeform


Die Online-Werbung hatte einen vergleichsweise späten und langsamen Start. Printwerbung hatte längst sein etabliertes und bewährtes Preismodell, als die erste Online-Werbung aufkam, und auch die Zielgruppe konnte man aufgrund bisheriger Erfahrungen schnell eingrenzen. Der noch junge Onlinebereich musste ähnliches mit den Klickzahlen und verschiedenen Abrechnungsmodellen erst noch entwickeln. Im vergangenen Jahr war die Onlinewerbung jedoch der wesentliche Faktor auf dem Werbemarkt. Das hat die Deutsche Post in ihrem „Dialog Marketing Monitor“ errechnet. Dafür hat sie mehr als 2.850 Marketing-Entscheider zu ihren externen Werbeausgaben befragt. Eine andere Studie von Rakuten liefert wiederum Erkenntnisse darüber, was die Online-Werbebranche tun muss, um weiterhin von den Endkunden positiv angenommen zu werden.

So lagen die Ausgaben für Werbung letztes Jahr bei 40,8 Milliarden Euro. 22,7 Milliarden davon flossen in „klassische Werbemaßnahmen“, wodurch ein Plus von 1,3 Prozent beziehungsweise 0,3 Milliarden Euro entstand. Nach Jahren der rückläufigen Werbeausgaben ist der gesamte Werbemarkt in Deutschland im letzten Jahr erstmals wieder gewachsen. Digitale Angebote können dabei auch der Printwerbung zu mehr Umsätzen verhelfen. Saxoprint, ein Online-Druckunternehmen, das auch als Sponsor mehrerer Sportteams aktiv ist, beliefert Kunden beispielsweise erfolgreich über das Internet mit klassischen Werbemitteln: von der Postkarte über den Monatskalender bis zum Messestand.

In die Onlinewerbung floss 2016 erstmals mehr als in die Printwerbung – mehr als 9 Milliarden Euro investierten Unternehmer in digitale Werbung. Am beliebtesten ist Online-Marketing bei Dienstleistern, dem Handel und dem produzierenden Gewerbe.

Endkunden wollen Werbung in Maßen

Es gibt allerdings auch einige Stolperfallen im Onlinemarketing. So zeigte die Studie „Save the Web“ von Rakuten, dass vielen Nutzern durchaus bewusst ist, wie wichtig Onlinewerbung für den Erhalt der Webseiten ist, die sie besuchen. Ihre Kritik zielt eher auf die Art und Präsentation sowie auf die Anzeige-Auslöser ab: Zum Beispiel fühlen sich viele in ihrem Surf-Erlebnis gestört, wenn sie ständig Werbung für ein Produkt angezeigt bekommen, das sie bereits gekauft haben.

Dieses so genannte „Retargeting“ erlebten ganze 77 Prozent aller Befragten. Außerdem kritisierten viele, dass ihnen die gleiche Anzeige zu oft gezeigt wird. So verwundert es nicht, dass 37 Prozent der Nutzer einen Adblocker einschalten, der die meisten Online-Werbeanzeigen abblockt.

Generell müssen Firmen, die online werben wollen, genau im Blick haben, wie oft sie eine Werbung schalten, um ihre Kunden nicht zu vergraulen. So interessiert sich fast jeder fünfte User für personalisierte Anzeigen, die dem eigenen Geschmack entsprechen. Doch 6 von 10 deutschen Usern finden, dass ihnen Anzeigen zu oft angezeigt werden. Wenn Online-Werbung weiterhin erfolgreich bleiben will, muss sie sich daher an den Userwünschen orientieren.

 

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© Schwäbische Post 06.10.2017 11:40
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