Fehlinvestition

Zum Thema Kulturbahnhof:

Als steuerzahlendem Bürger stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich die Entwicklung des Projektes Kulturbahnhof im Stadtoval nachvollziehe. Im Jahr 2014 wurde der Gemeinderat mit einigermaßen überschaubaren Baukosten in Höhe von 10,5 Millionen Euro für die Realisierung dieses Bauvorhabens geködert. Es sollten der Musikschule, dem Theater der Stadt Aalen, dem Kino am Kocher und der STOA eine neue Heimstatt gegeben werden.
Zwei Jahre später wird der Gemeinderat und die Aalener Bevölkerung vor neue Realitäten gestellt. Die geplanten Baukosten betragen heute 24 Millionen Euro, also fast das Zweieinhalbfache. Und – oh Wunder – es hat sich herausgestellt, dass die STOA gar keinen Platz im Kulturzentrum finden kann. Wie im Leserbrief von Frau Boelcke ausgeführt, ist darüber hinaus offensichtlich, dass weder aus räumlichen noch aus technischen Gründen eine neue Musikschule im Stadtoval notwendig ist. Das Theater hat seit Jahren seine Probe- und Spielorte. Bleibt das Kino am Kocher: Hier darf bezweifelt werden, ob ein Hochglanzpalast wie der neue Kulturbahnhof dem Wesen des Kinos gerecht wird. Der szenige Charakter macht dieses Angebot im Wesentlichen aus.
Als Sahnehäubchen wurde dem geneigten Publikum nun der Steg über die Bahngleise präsentiert. Wofür soll dieser denn dienen, außer der Erschließung des geplanten Hotels von der Bahnhofsseite aus? Die vier Millionen Euro kann man sparen, denn der Kulturbahnhof wird von der Düsseldorfer Straße aus erschlossen.
Es ist noch nicht zu spät, immense Fehlinvestitionen zu vermeiden, an denen die nachfolgenden Generationen zu zahlen und zu leiden hätten. Das Gelände kann überplant und einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Nutzung zugeführt werden. Karl Schmidt
Aalen
© Schwäbische Post 13.09.2016 23:07
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