Leserbeiträge

Solarpark auf dem Gügling entsteht ( P-GT vom 24. Januar, Seite 13 )

Um es vorweg zu sagen: Ich bin dafür!

Zwar nicht unbedingt aus den allgemeinen Kohlendioxid-Gründen, eher aus langfristigen Überlegungen, denn selbst wenn die Kohle noch 500 Jahre reicht, was für jeden einzelnen von uns heute jenseits aller Erfahrungen liegt, frage ich nach dem zeitlichen Abstand der Reformation und nach dem Alter des Löwenmenschen - Geschichte geht länger, wie man daran sieht.

Nun zum Thema:

Erst mal eine Anmerkung zur Wortwahl, denn wenn man schreibt "X kWh Strom pro Jahr sollen dort erzeugt" werden, so vermittelt das den Eindruck einer festen Größe. Wir können zwar planen, dass es im Jahresmittel 12 Stunden am Tag dunkel ist ( also kein Strom ), aber wir können nicht planen, wie lange und wie stark die Sonne in den hellen Stunden scheinen wird, also ist der Ertrag ein zufälliges Ereignis mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, wir können höchstens erwarten oder erhoffen, dass möglichst viel Sonne auf die Zellen scheint.

Dann zu den Zahlen:

Es klingt so richtig gut, wenn 240 Vier-Personen-Haushalte damit versorgt werden ( natürlich nur, wenn die Sonne ausreichend scheint ), aber was ist ein Vier-Personen-Haushalt? Nun, den Zahlen zufolge würden bei einem Vier-Personen-Haushalt pro Jahr etwa 3.500 kWh auf der Stromrechnung stehen - möge ein jeder mal seine letzte Stromrechnung anschauen, was er denn so im Jahr verbraucht hat, aber 240 Vier-Personen-Haushalte klingt doch richtig gut, sagt aber letzthin nix.

Weitere Zahlen ( ich übernehme allerdings keine Gewähr für den Ausschluss von Rechenfehlern ):

Die Peakleistung beträgt 750 kW und es sollen 850.000 kWh erzeugt werden, dafür braucht man 1133 Stunden Volllast - bei 4380 mittleren Jahresstunden Helligkeit ( die besagten durchschnittlichen 12 Stunden Helligkeit im Jahresmittel ), was bedeutet, dass man mit 26% Auslastung rechnet.

Äh, und um welche Auslastung der WKA streitet man sich denn gerade im 'Büttenbuch'?

Und die provokanteste Zahl:

Der erhoffte Jahresertrag der Solaranlage beträgt etwa 0,07% des Jahresertrages eines der zwanzig? Kernkraftwerke, die wir demnächst abschalten wollen, so kriegen wir aber eine Vorstellung davon, wie viele Solarfelder und WKA wir in den kommenden Jahren noch dazu bauen müssen.

Wie eingangs gesagt, ich bin dafür, aber ein kleines bisschen Realismus würde auch nicht schaden.

© In my humble opinion 26.01.2018 02:08
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