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SPD-Vorsitz und Kanzlerinnen-Nachfolge

In Deutschland leben wir in einer Demokratie. Hauptmerkmal einer Demokratie ist, dass in einer solchen Staatsform die Macht vom Volk ausgeht. Praktisch durchgeführt wird dies durch Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen bzw. in Einzelfällen auch im Rahmen von Bürgerentscheiden bzw. ähnlichen Abstimmungen. Alle Wahlberechtigten wählen hier ihre Vertreter in die jeweiligen Parlamente bzw. Bürgervertretungen oder stimmen über einzelne Projekte ab..
Auch SPD und CDU nehmen für sich schon aufgrund ihres Namens in Anspruch, demokratische Parteien zu sein. Deswegen müsste es bei solch grundsätzlichen Entscheidungen doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass der oder die Vorsitzende einer solchen Partei auch vom Volk, also in diesem Falle von den Parteimitgliedern selbst, gewählt werden müssen. Es kann doch nicht sein, dass Herr Schulz als scheidender und gescheiteter Vorsitzender seiner Partei dafür Frau Nahles vorschlägt und diese dann von einem Sonderparteitag durchgewunken wird. Genauso wenig verstehe ich, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder -vorwiegend auch von ihrer eigenen Partei- aufgefordert wird, einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin für sich als Bundeskanzlerin zu benennen. In Monarchien, Diktaturen oder sonstigen nichtdemokratischen Regierungsformen bestimmt meistens eine einzelne Person über ihren Nachfolger. In einer Demokratie sind das nach meinem Verständnis jedoch das Volk bei den jeweiligen Wahlen bzw. die Parteimitglieder innerhalb der innerparteilichen Entscheidungsprozesse. Alles andere würde mich dann doch mehr an eine Bananenrepublik erinnern.

© Wolfgang Jürgen Gerold 14.02.2018 16:35
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