Leserbeiträge

Waldheims Walzer und deutsche Polonaise!

  • Blüh im Glanze dieses Glückes...
  • Christliche Werte
  • Nur wer die Vergangenheit kennt, hat was?

Zu http://www.schwaebische-post.de/feuilleton/mutiger-film-mutige-jury/1650598/   mit meinem (kleinen) Kommentar biete ich Hintergrundwissen an mit http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/waldheims-walzer-ruth-beckermann/ , um nicht nur die Zeitzeugen an Tannzpaare der bundesrepublikanischen Polonaise zu erinnern:"Nazi-Vergangenheit von Politikern - Ein doppeltes Spiel – https://www.berliner-zeitung.de/nazi-vergangenheit-von-politikern-ein-doppeltes-spiel-5566430

Wie Tanzpaare im Reigen und moderaten Tempo nach bestimmten Figuren würdevoll und majestätisch zu einer Musik im Polonaise-Rhythmus durch den Saal schreiten, so konnten Menschen als Politiker bis in höchste Ämter des Bundes und der Länder aufsteigen, weil sie ihre Vergangenheit leugneten oder durch staatliche Unterstützung vorhandene Akten nicht angefordert oder nicht ausgewertet wurden. Die Namen sind bekannt, ich muß aus Gründen des Datenschutzes nicht "Fremdnamen" wie Blockwart oder Silberlocke, Marinerichter, gelber Wagen oder auch Wanderfreund benutzen! Sie können über ihre Suchmaschine den Lebenslauf der Bundespräsidenten, eines Bundeskanzlers, unseres Ministerpräsidenten Filbinger (der von seinem Nachfolger Oettinger zum Widerstandskämpfer erhoben wurde!) und langjährigen Ministern (Genscher) vom jahrzehntelangen Schweigen erfahren.

Hier ein Auszug aus o.a.Quelle:"Das Desinteresse an den Dokumenten des BDC war allumfassend und parteiübergreifend: Union, SPD und FDP waren sich darin einig, eine erneute Entnazifizierung verhindern zu wollen. Dabei waren die USA bereits 1967 zu einer Rückgabe der Akten bereit, allein, die Regierung Kiesinger zeigte ebenso wenig Interesse wie ihre Nachfolger. Von den jeweiligen Parteilinien abweichende Abgeordnete, die eine Rück- und Freigabe aller NS-Akten forderten, galten als lästige Nervensägen. –

Die Verzögerungstaktik des Auswärtigen Amtes hatte dazu geführt, dass die Öffentlichkeit erst 1994, nach der endgültigen Rückgabe der BDC-Akten, von der NSDAP-Mitgliedschaft Genschers erfuhr Zwei Jahre zuvor war er nach 18 Jahren als Außenminister zurückgetreten. „Wären diese Akten schon in den Siebzigerjahren zurückgegeben worden – und dazu waren die Amerikaner bereit – wäre seine NSDAP-Vergangenheit und die vieler anderer Spitzenpolitiker herausgekommen, als sie noch Regierungsverantwortung hatten“, sagt Herwig. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/5566430 ©2018

Merke: Es geht nicht um die Tat, es geht um das jahrzehntelange Leugnen, darum, dass aus persönlicher Verdrängung ein Motiv regierungsamtlichen Handelns wird.

Waldheim wurde gewählt, blieb "ausgesperrt" und von Kanzler Kohl als Patriot gelobt!

 

© Frieder Kohler 01.03.2018 11:41
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Frieder Kohler

Die nächste (Tanz-)Veranstaltung findet fiktiv in der  größten Mehrzweckhalle in Baden-Württemberg, der Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt. Die Halle wurde 1983 eröffnet und nach dem Arbeitgeberpräsidenten und ehemaligen SS-Untersturmführer Hanns Martin Schleyer benannt, der 1977 durch die Rote Armee Fraktion (RAF) entführt und ermordet worden war (https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns-Martin-Schleyer-Halle). Der Kommentar lautet:"Von der deutschen  Polonaise zum Trauermarsch" und ist mit Argumenten zur Person und Sache untermauert und der schweigenden Sterntaler-Gruppe gewidmet!