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Zum Artikel „ Fusion fast perfekt“

Der einzige Gewinner ist hier die Bank sowie die Investoren, die unter dem Überbegriff „Streubesitz“ fallen. Man kennt diese Spielchen ja schon im Finanzwesen. Die Firmen, die Konzernmütter, leben seit Jahren schon in Liquation, weil im Hintergrund zeitgleich über deren Immobilien und irgendwelche Produktionsnamen meistbietend gepokert wird. Nach etwa 10 Jahren kommt dann der große Knall und die Firmen werden verkauft. Das Karstadt jetzt den Kaufhof übernimmt, ist eigentlich nur pro forma für das Finanzamt, denn pleite sind beide. Es macht sich eben besser, wenn man es vor dem Steuerzahler als Rettungsmaßnahme tarnt, weil das dann noch wirtschaftlich-steuerliche Vorteile bringt.
Wenn dieser Kauf erst einmal über die Bühne ist, dann geduldet man sich ein wenig, bis vertragliche Vereinbarungen auslaufen und dann verschwindet das Vermögen wieder mal in so Richtung Luxemburg oder anderswo, wo doch schon die Hintermänner auf ihre Investitionen warten. So wie es damals das Quelle-Versandhaus erwischt hat, so geschieht es jetzt zuerst mit Kaufhof und dann mit Karstadt. 5000 Mitarbeiterinnen/arbeiter sind wie immer die Leidtragenden.

© Schwäbische Post 10.09.2018 20:56
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