Lesermeinung

Zum Artikel „Maximal 20 Prozent Rentenbeitrag“, vom 1. Februar:

Die GroKo-Verhandlungsgruppe berichtet nahezu täglich über tolle Erfolge. Auch die Überschrift: „Maximal 20 Prozent Rentenbeitrag“ ist eine gute Nachricht. Doch die zweite, kleiner gedruckte Zeile dieser Überschrift klingt schon weniger gut: Union und SPD lassen Finanzierung der Mütterrente offen. Wie offen diese Finanzierung tatsächlich ist, steht dann im Kleingedruckten.

Dort ist zur Finanzierung der Mütterrenten zu lesen: Die erforderlichen 3,4 Milliarden Euro pro Jahr sollen offensichtlich zunächst aus den Rücklagen der Rentenversicherer finanziert werden. Wie das zunächst dann letztendlich aussieht, kann man sich ja denken!

Die GroKo-Unterhändler verbraten da ungefragt Geld der Versicherten und prahlen dann auch noch über ihre tolle Tat. Kommt die nächste Rezession, dann traue ich den gleichen Leuten zu, dass sie feststellen, dass die Rentenversicherung keine Rücklagen hat und deshalb die Renten gekürzt werden müssen. Für mich grenzt das an Betrug, was diese Leute vorhaben.

Hallo Ihr Rentenversicherten! Hallo Ihr Rentner! Und ich sage auch: Hallo Ihr Gewerkschaften! Wollt Ihr Euch das gefallen lassen? Wo bleiben Eure Proteste? Was macht Ihr überhaupt gegen solche Entscheidungen?

Die Einnahmen aus Umsatzsteuer haben im Jahre 2016 rund 165,93 Milliarden Euro betragen. Im Jahre 2017 sind diese Einnahmen vermutlich auf 226,82 Euro gestiegen. Das sind 60,89 Milliarden Euro mehr. Trotzdem können die GroKo-Leute keine 3,4 Milliarden für die Mütterrente zusagen. Wo bleibt denn das ganze Geld?

So langsam fange ich an zu beten, dass die SPD-Basis zu solchen Entscheidungen Nein sagt.

© Schwäbische Post 05.02.2018 22:21
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