Lesermeinung

Zum GT-Artikel: „Jäger sollen Tiere töten“ vom 10. Februar.

„Musste leider mit Entsetzen feststellen, dass schon der Titel des Artikels eine unmögliche Formulierung der Maßnahme zur Reduktion der Wildschweinbestände beinhaltet: 'Töten'! Selbstverständlich wird im Zuge der Jagdausübung, schon seit Jahrtausenden, frei lebendes Wild 'getötet'. Allerdings im laufe der Zeit sagt man, zumindest in Jägerkreisen, dass Wild erlegt wird und nicht getötet oder umgebracht. Die Jagd in unserem Land blickt auf eine Hunderte Jahre alte Tradition zurück, hat es sogar zum Bestandteil des Kulturgutes gebracht. Die Jagd weist eine facettenreiche Vielfalt auf; man denke an Naturschutz (mit fundiertem Wissen) Biotopgestaltung, Ferienprogramme für Schulkinder, und nicht zuletzt die Hubertusmessen/Jagdhornbläserkonzerte, denen nicht nur Jäger beiwohnen. Rückblickend auf die letzten Jahrzehnte wurde das Jagdimage schwer beschädigt, da die Jäger (zu denen auch ich gehöre) 'Bambimörder', 'Tiermörder' und so weiter genannt wurden. Dieses seitens Tierschutzorganisationen verschiedener Couleur. Damit gerade diese jetzt, nach den designierten 'Tiermördern', zusammen mit der Politik, am lautesten mitschreien. Die Degradierung zu Schädlingsbekämpfer stößt in der Jägerschaft bitter auf, weil diese tut ja schon ihr Bestes, um einigermaßen der jetzigen Situation Herr zu werden. Aber nicht um jeden Preis billigend alle 'plötzlich' legalen Methoden anzuwenden. Hiermit beziehe ich mich auf das Erlegen im Saufang gefangener Wildschweine. Wie auch im Artikel erwähnt, werden die Tiere da drinen „getötet“. Ich glaube kaum, dass sich ein waidgerecht jagender Jäger auf so ein Niveau herablässt. Als Fazit möchte ich bitten, die Jagd als ihr Ganzes zu betrachten, beziehungsweise die Wortwahl sollte seitens der Journalisten ein klein wenig überdacht werden.“

© Schwäbische Post 15.02.2018 20:38
261 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.