Lesermeinung

Zum Leserbrief vom 24. Januar zum Trainerwechsel beim VfR Aalen von Günter Kallis:

In dem Leserbrief zum Trainerwechsel beim VfR Aalen spricht der Verfasser in Bezug auf die Demission von Peter Vollmann von „unanständiger“ Vorgehensweise seitens der Vereinsführung. Eine solch pauschalisierende Formulierung ist starker Tobak und wird den realen Gegebenheiten in keinster Weise gerecht. Peter Vollmann, dessen bisherige Verdienste um den Verein unbestritten sind und dessen langjährige Berufserfahrung und fußballerische Sachkompetenz außer Zweifel stehen, wurde nicht einfach in die Wüste geschickt, wurde er doch rechtzeitig darüber informiert, dass sein Arbeitsvertrag aus Gründen konzeptioneller Neuausrichtung des Vereins zum Saisonende nicht verlängert werde, so dass für beide Seiten die nötige Planungssicherheit gewährleistet ist.

Peter Vollmann (...) zum „Bauernopfer“ zu stempeln und hinter der infamen Vorgehensweise der Vereinsbosse perfide Machenschaften zu wittern, erscheint daher in höchstem Maße unsachlich und völlig abwegig. Auch macht der Verfasser aus seiner Skepsis hinsichtlich des neuen Trainers keinen Hehl und spricht unter Anspielung auf dessen bisher eher bescheidene Meriten von einem „Ritt auf der Rasierklinge“ und von einem „Himmelfahrtskommando“ Dem ist entgegenzuhalten, dass der jungen nachrückenden Generation ehrgeiziger und erfolgshungriger Trainer (...) die Zukunft gehört.

Will der VfR sein mittelfristiges Ziel, wieder in die 2. Liga aufzusteigen, konsequent verfolgen, so braucht er solche motivationserfahrene Typen, die mit innovativen Ideen für neuen Schwung und Elan sorgen und bei den Spielern und dem gesamten Umfeld Begeisterung wecken. Nur so lässt sich dem anhaltenden Zuschauerschwund entgegenwirken. Es muss endlich vorbei sein, trotz nach wie vor bestehender finanzieller Engpässe, mit Überlebensstrategien in der 3. Liga, über der ständig der Pleitegeier kreist. Denn wie so oft bedeutet auch hier Stagnation Rückschritt.

Zum Schluss seiner Ausführungen kann sich der Verfasser einen weiteren Seitenhieb auf die Vereinsverantwortlichen nicht verkneifen, wenn er die angeblich finanzielle Schieflage des Vereins anspricht. Kann es sein, dass hier massive Informationsdefizite eines externen Betrachters zugrunde liegen oder etwa latente Ressentiments die Feder führten?

© Schwäbische Post 26.01.2018 17:39
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