Lesermeinung

Zum Leserbrief von Carl-Heinz Rieger vom 12. Februar:

Ihre Argumentation, dass der Wolf keine Gefahr für unsere dichtbesiedelte Kulturlandschaft ist, kann ich nicht folgen:

1. Der Wolf ist ein Kulturfolger und ein Wanderfreund, er taucht selbst in hoch industrialisierten Ballungsräumen auf, so am 18.01. in Korntal-Münchingen. Die Scheu dem Menschen und den Weidetieren gegenüber wird er schnell verlernen.

2. Vom Wild alleine kann der Wolf nicht mehr leben, das heißt es wird wohlwollend in Kauf genommen, dass auch Nutztiere und Haustiere dem Wolf zum Opfer fallen. Die Entschädigungen für die Tierhalter können den Verlust nicht ersetzen.

3. Die Wolfsrückkehr ist für den Nabu eine Goldgrube. Der Nabu hat ein Greening mit dem VW-Konzern und greift hierüber Millionengelder in zweistelliger Höhe ab. Der Wolf hat hierzu nichts beigetragen, einzig das Logo des VW-Konzerns.

4. Wo bleibt Ihre Stimme für Hase, Rebhuhn und co.? Wir sind selbst Landwirte, Jäger und Reiter. Feldhasen jagen wir schon seit circa zehn Jahren nicht mehr. Ist das Leben eines Wolfes mehr wert als das Leben eines Hasen oder Rebhuhns?

5. Wo leben in unserem Land halbwilde Pferde? Für die Wildschweine wird der Wolf kein Problem, dafür sind diese viel zu schlau. Nur das Rehwild wird weiter dezimiert, was jetzt schon bedenklich ist.

6. Der Luchs ist mit dem Wolf nicht zu vergleichen. Sein Revier ist ungleich größer und außerdem ist der Luchs ein Einzelgänger und sehr sehr scheu. Er wird sich außerdem nie so stark vermehren wie der Wolf. Zudem gibt es jetzt schon Bestätigungen, dass circa zehn Prozent der Wolfspopulation aus Hybriden (Kreuzungen zwischen Wolf und Hund) besteht.

7. Die Schafhalter im Land trifft es am härtesten. Herdenschutzhunde sind eine risikoreiche Scheinlösung.

Ich fordere Sie auf, sich einer öffentlichen Diskussion mit den betroffenen Weidetierhaltern zu stellen und machbare Alternativen aufzuzeigen. Ich stehe Ihnen zur Verfügung.

© Schwäbische Post 14.02.2018 22:00
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