Das ist diskriminierend

Zur Mütterrente:

Nach der Bundestagswahl 2017 haben Politiker von Union und SPD kleinlaut versprochen und erklärt: „Wir haben verstanden.“ Auf dem Prüfstand muss man leider feststellen, dass sie gar nichts verstanden haben.

So soll die Mütterrente erweitert werden und Mütter, die ihre Kinder vor 1992 bekommen haben, sollen zukünftig auch das dritte Erziehungsjahr angerechnet bekommen. Laut Koalitionsvertrag soll das aber nur für Mütter gelten, die drei und mehrere Kinder vor 1992 zur Welt brachten. Offensichtlich sind Mütter, die weniger als drei Kinder geboren haben, weniger wert als solche, die drei und mehr Kinder geboren haben.
Nach dem Verständnis der so sozial eingestellten Politiker gibt es also in Deutschland Mütter 1. Klasse und Mütter 2. Klasse. Das ist nach meinem politischen Verständnis menschenverachtend und zutiefst diskriminierend.

Die Politiker sollten schleunigst in Klausur gehen und darüber ernsthaft nachdenken. Jede Mutter, die ein Kind gebärt, bringt einen zukünftigen Beitragszahler zur Welt, der später auch die überdimensionierten Diäten von Politikern mitfinanziert.

Wann, frage ich, kapieren unsere Politiker endlich, dass Mütter Menschen sind und keine Gebärmaschinen, die je nach Produktivität beurteilt werden. Da wirkt es doch fast zynisch, das Regierungsprogramm mit „Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“ zu überschreiben.

© Schwäbische Post 05.03.2018 18:20
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Kommentare

In my humble opinion

>Jede Mutter, ... , bringt einen zukünftigen Beitragszahler zur Welt, der später auch ... mitfinanziert.<

Allgemeiner formuliert:

Der mehr in die Sozialkasse und in den Steuertopf einzahlt, als er abhebt.

Für die meisten trifft das auch zu, aber es gibt auch solche, die ihr Lebtag nur abheben und wenig bis nichts einzahlen, obwohl sie ansonsten gesund sind ...