Damit wird das Schlafzimmer zur Traum-Oase

  • Mister Koala reicht schon ein Ast. Wir Menschen müssen indes etwas mehr Aufwand für richtig guten Schlaf betreiben.
  • Für möbelreiche Einrichtungs-Kapriolen ist das Schlafzimmer der falsche Raum. Hier sollte man die „reine Leere“ verfolgen.
  • Auch wenn „Bettgemütlichkeit+Fernsehspaß“ wie eine tolle Kombination wirken, hat Unterhaltungselektronik im Schlafzimmer eigentlich nichts verloren.
Insbesondere für Berufstätige ist ausreichende Schlaf-Zeit oft ein rares Gut. Umso wichtiger, dass man durch die richtige Schlafzimmer-Einrichtung das Maximum herausholt.

Schlaf ist für Körper und Geist eine der wichtigsten Phasen. Nur während der mehrstündigen Ruhe kann unser Gehirn Erlebtes verarbeiten und richtig speichern, unser Metabolismus sich erneuern und Reparaturen durchführen. Und jeder, der schon mal eine Nacht durchwachte, weiß, ohne sowohl qualitativ wie quantitativ hochwertigen Schlaf ist es einem einfach nicht möglich, am nächsten Tag volle Leistung zu bringen. Maßgeblich für all das ist das Schlafzimmer. Wie man es schlafoptimal einrichten und verwenden sollte, verrät der folgende Artikel.

1. Die Lage an sich

Der erste Schritt dazu ist schon die Schlafzimmer-Lage. Und zwar sowohl im Bezug zu Geräuschquellen wie den Himmelsrichtungen. Sofern es möglich ist, sollte das Schlafzimmer in einem nach Norden oder Nordwesten liegenden Raum eingerichtet werden. Das zahlt sich vor allem im Sommer dadurch aus, dass der Raum sich nicht ganz so stark (und früh am Tag) aufheizt wie bei südöstlicher Richtung – diese Regel gilt, egal wo sich das Haus befindet.
Wer jedoch an stark befahrenen Straßen lebt, sollte davon abweichen, falls das Befolgen dazu führen würde, dass das Schlafzimmer zur Straße lieg. In solchen Gebäuden sollte es im am weitesten von der Geräuschquelle entfernten Raum eingerichtet werden.

2. Die Einrichtung: Weniger ist mehr

Gerade für Mieter mit kleinen Wohnungen wird diese Regel relativ schwierig zu befolgen, ist aber nicht weniger wichtig. Denn guter Schlaf hängt auch davon ab, wie „frei“ ein Schlafzimmer eingerichtet ist. Denn unser Gehirn kann besser in leeren Räumen abschalten. Das optimale Schlafzimmer würde nur das Bett enthalten.
Wer die Möglichkeit hat, sollte daher zumindest die großen Kleiderschränke in ein nebenliegendes Zimmer auslagern. Falls das nicht geht, bietet sich auch die DIY-Lösung in Form eines begehbaren Kleiderschranks an. Sollte das alles nicht möglich sein, sollte man es zumindest vermeiden, das Schlafzimmer als Abstellkammer zu nutzen, wo Bügelbrett und Co. herumstehen.

3. Nur gute Gefühle

Allerdings bedeutet auch das Befolgen der vorherigen Regel nicht, dass das Schlafzimmer ein nackter Raum sein sollte. Es kommt viel mehr darauf an, ihn psychologisch zu auszugestalten. Das bedeutet, dass man sich für den Wandanstrich an den Grundregeln der Farbpsychologie orientiert. Dabei eignen sich alle Farbtöne, die eine beruhigende Wirkung ausstrahlen. Das kann bei einem sanften Rosa beginnen und zieht sich über Orange bis ins Braune hinein. Belebend wirkende Farben wie Rot oder solche, die Kälte ausstrahlen, wie Blau, sollte man indes vermeiden. Und: Diese Farblehre sollte sich bis in die Bettwäsche ziehen. Tipp: Bei Witt Weiden lassen sich die Bettwäsche-Farben gleich bei der Suche filtern, um Passendes zu finden.
Doch Farbe ist nur ein psychologischer Faktor. Der andere ist „Feelgood“. Das bedeutet, man sollte das Schlafzimmer ausschließlich mit positiven Gefühlen assoziieren. Das lässt sich sehr gut durch Familien-, Freundschafts- oder Urlaubsfotos erzielen. Und ebenso ist es erlaubt, eine Wand komplett mit einer beruhigenden Fototapete zu bedecken, etwa einer Waldlichtung oder einem selbstgeschossenen Urlaubs-Strandfoto.

4. Boxspring als Maß?

Es gibt in Sachen Bett eine Menge Bauweisen. Und mit der Kombination eines hochwertigen Lattenrostes und einer auf sein Gewicht abgestimmten Matratze lässt sich schon sehr guter Schlaf gewährleisten. Allerdings sind sich viele Schlafwissenschaftler mittlerweile darin einig, dass sich auf Boxspringbetten für die breite Masse von Schläfern der beste Schlafkomfort erreichen lässt – zumindest falls es keine bestehenden Rückenprobleme gibt.
Der Grund ist einfach: Dadurch, dass das Boxspringbett einen geschichteten Aufbau aus den dicken Federkern-Taschen, der darauf liegenden Matratze und dem abschließenden „Topper“ besitzt, entsteht ein hohes, sehr komfortables Bett. Das ist zwar nicht für alle die optimale Lösung, aber die meisten. Einziger Wehrmutstropfen: Billige Boxspringbetten unter 1000 Euro fallen in Tests regelmäßig durch, weil hier nicht auf hochwertige Materialien geachtet wird. Wer das nicht ausgeben möchte, sollte eher zu klassischen Modellen greifen, weil sich hier für weniger Geld ähnlich gute Ergebnisse realisieren lassen.

5. Raus mit der Elektronik

Für viele gehört ein Fernseher im Schlafzimmer dazu. Doch wie auch Handys und Tablets sollte man ihn am besten ganz aus diesem Raum entfernen. Ein Grund sind die Emissionen von Elektrosmog. Ein anderer: Bildschirme strahlen im Betrieb bläuliches Licht aus. Das interpretiert unser Gehirn als Tageslicht und verhindert somit die Ausschüttung von Melatonin. Dieses Hormon ist aber essentiell wichtig, um den Schlafrhythmus zu steuern und Müdigkeit einzuleiten. Zumindest ausgedehnte Serien- und Surf-Sessions sollten daher vor dem Einschlafen unterbleiben. Geht es gar nicht ohne Unterhaltung, sollte ein gutes Buch helfen.

6. Dunkel, bitte!

Überhaupt sollte das Schlafzimmer nur spärlich beleuchtet werden – und während des Schlafs gar nicht. Um guten Schlaf zu gewährleisten (und auch Geräuschquellen auszuschalten) sollten daher Fenster nachts geschlossen bleiben und Rollladen ebenfalls ganz herabgelassen werden. Das ideale Schlafzimmer ist nachts tatsächlich so dunkel wie eine Höhle. Das ist vor allem bei Digitalweckern ein Problem, weil deren Zahlen heutzutage häufig völlig übertrieben hell sind und manche sogar an die Decke projizieren. Komfortabel zwar, aber es hüllt den Schlafenden in einen regelrechten Licht-Baldachin.
Geht es gar nicht ohne Zahlen im Dunkeln sollte beim Weckerkauf darauf geachtet werden, dass dieser über eine Klatsch-Funktion verfügt. Dabei leuchtet er nur, wenn man in die Hände klatscht.

7. Kühl schläft tiefer

Unter einer warmen Decke schläft der Mensch gerne. Allerdings sollte sich die Temperatur im Schlafzimmer eher in den unteren Bereichen befinden. Eben damit wir im Schlaf durch Zu- oder Aufdecken selbst justieren können, wie warm wir es möchten. Unser Körper kann das auch im „Nachtmodus“ ziemlich gut. Doch damit das funktioniert, sollte die Schlafzimmertemperatur auch im Winter bei aufgedrehter Heizung 17°C nicht überschreiten. Und vor dem Zubettgehen darf man gerne die Fenster ein letztes Mal für einige Minuten aufreißen, um die Luft mit Sauerstoff anzureichern.

Bildquellen:
1) unsplash.com © Cris Saur
2) pixabay.com © keresi72
3) pixabay.com © StockSnap

 

© Schwäbische Post 15.02.2018 15:43
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