Wärme aus Holzresten gewinnen

Energie Die Investition in eine Pelletsheizung ist auch eine Frage des Preises. Zwar sind die kleinen Holzreste umweltfreundlicher, als eine herkömmliche Heizung. Doch sollte vorher genau kalkuliert werden.
  • Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Pelletheizungen sind eine umweltfreundliche Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Aber „ob die Investition Sinn macht, hängt vom individuellen Wärmebedarf und von den örtlichen Gegebenheiten ab“, sagt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Und nicht zuletzt von der Entwicklung der Rohstoffpreise.“ Ein Überblick:

Pellets werden aus getrockneten, nicht behandelten Holzresten gepresst. Meistens haben sie eine Kugel- oder Zylinderform. Meistens werden Holzpellets aus Sägemehl und anderen Holzabfällen palletiert. Da sie einen niedrigen Wasser- und Aschegehalt haben, verbrennen sie sauber und komfortabel, erklärt Martin Bentele vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband. „Der Energiegehalt von zwei Kilogramm Pellets entspricht ungefähr dem eines Liters Heizöl.“

Welche Arten gibt es?

Es gibt sie als Kaminofen und als Heizkessel mit bis zu fünf Megawatt Leistung. Zentralheizungen sind zunehmend als Brennwertsysteme ausgelegt. „Im Privatbereich werden Pelletheizungen häufig als Ersatz für eine alte Ölheizung installiert“, berichtet Bentele. „Pelletheizungen sind ökologisch und nachhaltig. Holz wächst immer wieder nach, Pellets werden also jederzeit verfügbar sein“, sagt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund. Außerdem seien Pellets aktuell preiswerter als Öl und Gas. Aber er betont auch: „Ob und wie lange das allerdings so bleibt, kann niemand voraussagen.“

So teuer sind Pelletheizungen

Sie sind teurer in der Anschaffung. Mit etwa 20 000 Euro kostet eine Pelletzentralheizung etwa doppelt so viel wie eine neue Ölheizung. „Die relativ hohe Anfangsinvestition für eine Pelletheizung wird aber durch die Förderprogramme von Bund, Ländern und einigen Kommunen aufgefangen“, sagt Branchensprecher Bentele. „Nach wie vielen Jahren sie preiswerter als eine Öl- oder Gasheizung ist, lässt sich allerdings nicht genau sagen. Dazu sind der Brennstoffverbrauch und die Brennstoffkosten zu schwankend.“

Pelletheizungen sind ökologisch und nachhaltig.

Stefan Würzner
Bauherren-Schutzbund

Lagerraum ist notwendig

Wer eine Pellet-Zentralheizung im Neubau installieren will, muss auch einen Lagerraum und unter Umständen ein Beförderungssystem für die Presslinge einplanen sowie unter Umständen ein Beförderungssystem.Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes ist, umso eher rechnen sie sich. „In einem Niedrigenergiehaus, das mit zwei Tonnen Pellets im Jahr auskommt, macht eine Zentralheizung mit Pellets wenig Sinn, wenn man nur auf die Rentabilität schaut“, erklärt Bentele. „Bauherren sollten also vorher genau kalkulieren, was ihre Heizung leisten muss“, rät Energieberater Brandis.

Auch er sagt: „Vor allem in Neubauten und sanierten Altbauten, die entsprechend der Energieeinsparverordnung mit wenig Energie auskommen, sind manche Pelletheizungen oft überdimensioniert.“

Heizung im Wohnraum

Für Pelletöfen sieht das anders aus. „Effizient in gut gedämmten Gebäuden sind kleinere Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden“, sagt Brandis. „Sie bringen einen kleinen Teil der Leistung ins Zimmer, in dem sie stehen und heizen mit der überwiegenden Leistung das ganze Haus.“ dpa

© Schwäbische Post 07.09.2018 17:16
469 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.