Kampf für reine Luft zu zögerlich

Der Rechnungshof kritisiert Vorgehen der Kommission als wenig effektiv.
Die Kontrollen der EU-Kommission in Sachen Luftreinheit sind nach Ansicht der obersten europäischen Rechnungsprüfer zum Teil fruchtlos und wenig effektiv. „Die Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in der Europäischen Union“, sagte Rechnungsprüfer Janusz Wojciechowski bei der Vorstellung des Berichts in Brüssel. Die Kontrollen und Durchsetzungsverfahren der EU-Kommission bei Verletzungen von EU-Regeln dauerten aber zu lange und hätten nicht genug Effekt, erklärte er.

Jährlich verursacht die Luftverschmutzung nach Angaben der Rechnungsprüfer rund 400 000 vorzeitige Todesfälle in der EU, und es entstehen gesundheitsbezogene Kosten von mehreren Hundert Milliarden Euro. Besonders betroffen sei Osteuropa. In Bulgarien, Tschechien, Lettland und Ungarn büßten die Menschen wegen der Luftverschmutzung mehr gesunde Lebensjahre ein als die Menschen in China.

Der EU-Rechnungshof betonte, dass eine gute Luftqualität auch schwierige politische Entscheidungen erfordere: „So zählt die Nutzung von Personenkraftwagen zu den Hauptursachen für die städtische Luftverschmutzung in Brüssel, Stuttgart und Mailand, und eine Begrenzung dieser Nutzung wäre die wirksamste Maßnahme“, heißt es. Diese Städte hatte der Bericht besonders unter die Lupe genommen. In Stuttgart sind bereits Fahrverbote auf den Weg gebracht. dpa
© Südwest Presse 12.09.2018 07:46
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