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Zum Artikel „Handyverbot an Schulen – ein Modell für Deutschland?“

Dass es unstrittig Sinn macht, digitale Medien in den Schulunterricht einzubeziehen, kann keine ernsthafte Frage sein. In einer digitalen Welt müssen Kinder und Jugendliche befähigt werden, sich Informationen aus dem Netz zu beschaffen oder anderweitig digitale Medien sinnvoll zum Lernen zu benutzen. Realität an Schulen ist aber, dass es neben gut ausgestatteten Schulen immer noch solche gibt, die sich mit veraltetem Material oder schlicht zu wenig tauglicher Hard- und Software herumschlagen müssen.
Um Verbote von Handys geht es nur an zweiter Stelle. Primär ist vielmehr eine Erziehung zum bewussten Umgang mit dem Handy. WhatsApp und Facebook, mit denen sich die Jugendlichen vorrangig im Netz beschäftigen, tragen ihren Teil dazu bei, dass Banalitäten, Oberflächlichkeiten und Äußerlichkeiten des Seins in den Vordergrund rücken. Es glauben tatsächlich einige User ernsthaft, dass andere Menschen echtes Interesse an ihrem Leben zeigen, wenn sie Bedeutungslosigkeiten ins Netz stellen. Friends und Likes suggerieren ihnen ein pseudosoziales Umfeld. Dass es eine emotional-psychische Abhängigkeit erzeugt, immer und überall erreichbar sein zu sollen, zeigt die Äußerung einer Schülerin im o.g. Artikel nur zu deutlich. Dass darüber hinaus irgendetwas schräg daran ist, wenn jeder bei irgendwelchen Zusammenkünften ständig in sein Handy schaut, das scheinen bereits einige erkannt zu haben. Vielleicht erkennen auch manche noch, wie schön echter Sport im Gegensatz zu dem auf der Playstation sein kann. Ich wünsche es ihnen von Herzen, nicht nur zu Weihnachten.

© Schwäbische Post 26.12.2017 21:03
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