Viele Clubs helfen den Radlern in Not

Ratgeber Fahrradfahrer können vielen Clubs beitreten – Pannenhilfe beim Zweirad leisten sogar einige Automobilclubs. Für alle, die eher die Gemeinschaft suchen, sind dagegen Radsportvereine die richtige Adresse.
  • Foto: Natascha Zivadinovic/ACV Automobil-Club Verkehr/dpa-mag

Keine Lust, allein zu radeln? Oder ist eine Pannenhilfe gewünscht? Es gibt für Radfahrer viele Möglichkeiten, einer Gruppe beizutreten – sogar Autoclubs. Die Berührungsängste bei diesen nähmen ab, sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f).

Der Auto Club Europa (ACE) etwa bietet seit Jahresanfang im Comfort-Tarif einen Schutzbrief für Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs an, sagt Sprecherin Anja Smetanin. Dieser Tarif kostet 88,70 Euro pro Jahr. Unter anderem ist auch ein Pannendienst rund um die Uhr für Fahrräder und Elektroräder der gesamten Familie dabei.

Hilfe ab dem Wohnort

Der Automobil-Club Verkehr (ACV) hat seit dem Jahr 2016 einen Fahrradschutzbrief in alle bestehenden und seitdem entstanden Mitgliedschaften integriert. Mitglied kann man ab 48 Euro pro Jahr werden. Ist das Fahrrad etwa infolge einer Panne nicht mehr fahrbereit, oder der Fahrer verletzt sich bei einem Unfall mit dem Fahrrad, kann er Hilfe vom Club in Anspruch nehmen – und das bereits schon ab seinem Wohnort, sagt ACV-Sprecherin Annabel Brückmann.

Automobilclubs wie der ADAC oder der Automobilclub von Deutschland (AvD) haben aktuell keine speziellen Leistungen für Fahrradfahrer in ihren Tarifen. Herbert Engelmohr vom AvD weist aber darauf hin, dass Radfahrern, die Mitglied sind, trotzdem im Rahmen ihrer Tarife geholfen wird. „Die Hilfe setzt am Mitglied an, nicht am Fahrzeug.“ Für einen im Ausland gestrandeten Radfahrer werde zum Beispiel eine Rückreise organisiert. Eine Pannenhilfe vor Ort, die etwa ein kaputtes Rad wieder fahrbereit macht, gibt es aber nicht.

Ökologische Verkehrsberatung

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begreift sich als ökologisch motivierter Verkehrsclub. Wer hier ab 60 Euro Mitglied wird, erhält unter anderem eine kostenlose ökologische Verkehrsberatung und aktuelle Nachrichten aus diesem Bereich im Mitgliedsmagazin. Dazubuchen lässt sich eine Pannenhilfe mit Schutzbrief ab neun Euro und einen Fahrradrechtsschutz für ebenfalls neun Euro.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begreift sich ebenfalls als verkehrspolitischer Verein. Daneben gehört das Tourenrad-Magazin „Radwelt“, eine Pannenhilfe, ein Versicherungspaket, eine Rechtsberatung und Sonderkonditionen bei Carsharing- und Leihrad-Anbietern ebenfalls zur Mitgliedschaft ab 56 Euro im Jahr. Auch jenseits dieser Clubs gibt es Alternativen. „Man darf das große Feld der verschiedenen Radsportvereine nicht außen vor lassen“, sagt Fehlau. Zum Beispiel die Bicikletten, der erste Radsportclub für Frauen. Sie trainieren gemeinsam und unternehmen entsprechende Touren. Oder aber auch den Bund Deutscher Radfahrer (BDR), der mit seinen 17 Landesverbänden und seinen rund 150 000 Mitgliedern zu den größten Vereinen in ganz Deutschland zählt.

dpa

© Schwäbische Post 04.05.2018 17:29
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