Die leckere Blüte mit vielen Stärken

Sommergarten Kapuzinerkresse sieht nicht nur hübsch aus, sie hat auch Qualitäten als Heil- und Würzpflanze. Für Gemüse ist sie ein guter Partner.
  • Die Kapuzinerkresse hat sich einen festen Platz im Garten erobert. Fast alle Teile des Gewächses sind essbar.
    Fotos: Helga Schneller (2); pixabay

Fröhlich leuchtende Blüten, üppiges Blattwerk und eine völlig unkomplizierte Natur kennzeichnen die Kapuzinerkresse. Als Sommerblume hat sich das hübsche Gewächs längst einen Stammplatz im Garten erobert. Kapuzinerkresse zählt zu den typischen Bauerngartenpflanzen, die ohne viel Zutun üppig gedeihen. Mit langen Armen umschlingt die Kapuzinerkresse Zäune und Spaliere, wandert bodendeckend durchs Beet oder lässt sich aus Blumenampeln und Balkonkästen baumeln. Mehrere Arten der aus Südamerika stammenden Kapuzinerkresse sind bekannt.

Als Sommerblume zieren Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) unsere Gärten. Hin und wieder findet man auch die Kanarische Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum) mit hellgelben, gefransten Blüten als kletternde Kübelpflanze. Während die Kapuzinerkresse in ihrer Heimat mehrjährig gedeiht, zählt sie in unseren Breiten zu den einjährigen Sommerblumen, die mit dem ersten Frost ihr Leben aushauchen. Bis dahin erfreuen die Rankpflanzen aber den ganzen Sommer über mit farbstarken Blüten und rasantem Wachstum.

Bereicherung für die Küche

Je nach Sorte legt eine Pflanze zwischen einem und drei Metern in der Saison zu. Namensgebend ist die Form ihrer Blüten, die mit langem Sporn und trichterartig angeordneten Blütenblättern an die Kapuzen von Mönchsgewändern erinnern. Der zweite Teil des Namens gibt Hinweise auf den Geschmack der Pflanze, nämlich kresseartig scharf. Jede Menge Senföle stecken in der Kapuzinerkresse, die für würziges, senf- oder kresseartiges Aroma sorgen. Die schöne Südamerikanerin hat also nicht nur optisch einiges zu bieten, sie bereichert auch die sommerliche Küche.

Essbar sind fast alle Pflanzenteile: Blätter, Knospen, Blüten und Samen. Junge Blätter würzen klein gehackt beispielsweise Kräuterquark und Eierspeisen. Blütenknospen und die grünen Samenkugeln können in Essig eingelegt als Kapernersatz verwendet werden. Die etwas milder schmeckenden, farbenfrohen Blüten machen aus jedem Sommersalat ein optisches Highlight. Die positiven Eigenschaften der Kapuzinerkresse reichen aber noch weiter.Sie zählt zu den anerkannten Heilpflanzen, und die Große Kapuzinerkresse trug im Jahr 2013 den Titel „Arzneipflanze des Jahres“. Dank ihrer Scharfstoffe und ihres hohen Gehalts an Vitamin C wird die Pflanze erfolgreich gegen Infekte der Atem- und Harnwege eingesetzt. Kapuzinerkresse wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze und stärkt das Immunsystem.

Jedes Jahr aufs Neue

Die einjährige Kapuzinerkresse wird jedes Jahr neu ausgesät. Das gelingt mit den großen, kugeligen Samenkörnern kinderleicht. Sie können ab April direkt an Ort und Stelle in die Erde wandern. Alternativ zieht man die Pflanzen auf der Fensterbank im März vor und setzt sie ab Mitte Mai ins Freie. Vorgezogene Exemplare haben einen Wachstumsvorsprung und blühen früher. Im Blumenbeet sät sich Kapuzinerkresse meist von selbst wieder aus und erfreut jedes Jahr aufs Neue. Die Sommerblume liebt einen geschützten und sonnigen Platz. Je mehr Licht die Kapuzinerkresse erhält, desto größer fällt der Blütenreichtum aus. Zwar wächst sie auch noch im Halbschatten, bildet aber an einem solchen Standort viele Blätter und weniger Blüten.

Nicht zuviel düngen

Der Boden sollte mäßig nährstoffreich und leicht feucht sein. Üppige Düngergaben sind nicht notwendig. Im Gegenteil: Zu viel Nährstoffe quittiert die Kapuzinerkresse zwar mit üppigem Blattwerk, aber spärlichen Blüten. Eines verlangt die stattliche Pflanze aber reichlich: Wasser! In der Sommerhitze verdunsten die großen Blätter viel Feuchtigkeit und machen folglich schnell schlapp.

Von Juni bis Oktober entfaltet Kapuzinerkresse ihre leuchtend gelben, roten oder orangefarbenen Blüten, die an kurzen Stielen zwischen den Blättern hervorragen.

Neben den klassischen Gartensorten gibt es auch interessante Züchtungen mit gefüllten, gestreiften oder pastellfarbenen Blüten. Extravagant muten die fast schwarzen Blüten der Sorte „Black Velvet“ an, das Pendant dazu liefert etwa „Milkmaid“ mit cremeweißer Blütenfarbe. Bis zu drei Meter lange Triebe bildet die halbgefüllte, leuchtend rote Sorte „Scharlachglanz“, während sich nicht rankende und kompakt wachsende Sorten wie „Peach Melba“ oder „Paso Doble“ gut für Kästen und Töpfe eignen.

Bei Biogärtnern sehr beliebt

Ein toller Hingucker sind auch Samenmischungen mit verschiedenen Farben. Bei Biogärtnern ist Kapuzinerkresse als Beetpartner beliebt, denn sie hält Ameisen, Raupen und Schnecken auf Abstand zum Gemüse.

Eine besonders positive Wirkung soll sie auf das Gedeihen von Kartoffeln, Tomaten und Stangenbohnen ausüben. Wird Kapuzinerkresse auf die Baumscheiben frisch gepflanzter Obstbäume gesät, beschattet sie wie eine Mulchschicht den Boden und hält Läuse erfolgreich fern vom Baum.

Blühender Blattlausmagnet

Schädlinge
Oft bevölkern große Kolonien grüner und schwarzer Läuse die Triebe der Kapuzinerkresse. Dadurch hält die Pflanze die Plagegeister von anderen Gewächsen fern. Wer kein Gift spritzt, kann die Läuse getrost der Arbeit von Marienkäferlarven und anderen Nützlingen überlassen. Auch Kohlweißlingsraupen knabbern gerne an den saftigen Blättern. Hier hilft simples Absammeln, oder man opfert ein paar Blätter für die Schmetterlinge.

© Schwäbische Post 06.07.2018 10:38
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