In der Pflege braucht es Veränderungen

Paritätischer Wohlfahrtsverband würdigt Engagement aller Pflegenden und fordert weitere kurzfristige Reformschritte der Politik.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg fordert, die Pflege, Pflegende und Pflegebedürftige durch die Aufwertung der Pflegeberufe, den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung und eine altersgerechte Infrastruktur in den Kommunen zu stärken. Der Verband begrüßt die Umsetzung der neuen Pflegestärkungsgesetze. Hier müssten jedoch weitere kurzfristige Reformschritte folgen.

Besserer Personalschlüssel nötig

„Zur Verbesserung der Arbeitssituation von Pflegekräften ist ein Personalsofortprogramm aus Mitteln des Pflegevorsorgefonds ein wichtiger Schritt. Das Pflegepersonal muss vor allem auch im Alltag entlastet werden“, erklärt Achim Uhl, Bereichsleitung „Ältere Menschen und Pflege“ beim Wohlfahrtsverband. „Dazu brauchen wir bis zur Festlegung eines einheitlichen Personalbemessungssystems übergangsweise einen bundeseinheitlichen ausreichenden Personalschlüssel“, so Uhl weiter.

Zur finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen fordert der Verband den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung.

Pflegeversicherung muss höheren Anteil übernehmen

Die Pflegeversicherung solle grundsätzlich 85 Prozent der Kosten für alle Pflegeleistungen übernehmen. Der Eigenanteil könne sich dann auf 15 Prozent vermindern. Wenn Angehörige weiterhin Pflege und Betreuung sicherstellten, könnte er komplett wegfallen.

Auf Landesebene sieht der Verband die Notwendigkeit einer integrativen kooperativen Sozialplanung: „Zur Stärkung der Kommunen in der Pflege ist die Einführung eines Infrastruktur-Monitorings im Landespflegegesetz erforderlich. Nur so kann eine verlässliche empirische Datengrundlage geschaffen werden, um tragfähige politische Entscheidungen zu Bestands- und Bedarfsanalysen von Hilfe- und Unterstützungsangeboten zu treffen“, ergänzt Uhl.

© Schwäbische Post 22.06.2018 17:15
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