Mit Charme, Schwung und Wir-Gefühl

Bürgermeister Thomas Häfele nennt die Schaffung von Baugelände für private Häuslebauer und für das Gewerbe als wichtige Zukunftsaufgabe. Die liebenswerte schwäbische Kleinstadt weist zudem ein breites Spektrum an Kultur-, Freizeit- und Erholungsangeboten auf.
  • Schon von Weitem ist das Neresheimer Wahrzeichen zu sehen: Das Kloster aus dem 18. Jahrhundert überragt die Härtsfeldstadt, die sehr naturnah im Grünen liegt. Foto: han
  • Das einzige Freibad auf dem Härtsfeld findet sich im Neresheimer Teilort Kösingen. Foto: han
  • Eine überregional bekannte Touristenattraktion ist die Härtsfeld-Museumsbahn. Foto: han

Neresheim. „Wir wollen mit vielen kleinen und auch größeren Schritten die Stadt attraktiver machen. Eine richtige Charmeoffensive starten“, benennt Neresheims neuer Bürgermeister Thomas Häfele seine Ziele für die nahe und auch mittelfristige Zukunft der sympathischen Härtsfeldstadt. Ein Gebot dabei sind für ihn die Schaffung von Baugebieten in der Kernstadt und vor allem auch den Stadtteilen, „damit die jungen Familien da bleiben und neue zu uns ziehen“. Zu dieser Steigerung der Attraktivität gehören auch Projekte wie das Gemeinschaftsgebäude in Dorfmerkingen oder die Sanierung von Schlossstraße und Hohlgasse in Ohmenheim.

Um Bauplätze, wenn auch anderer Art, geht es auch im größten Vorhaben der Stadt in den nächsten Jahren: Der Erschließung eines neuen Baugebietes „Riegel Nord II“ im Anschluss an das schon bestehende vor den Toren der Stadt, direkt an der Landesstraße L 1084. „Wenn alles klappt, können wir bereits 2019 mit der Erschließung des neuen Gewerbegebiets beginnen“, meinte Thomas Häfele beim Gespräch. Klare Sache: Mehr Industrie heißt auch mehr Arbeitsplätze und so nebenbei natürlich auch mehr Einnahmen für die Stadt.

Wunderschönes Freibad

Das so idyllische Neresheimer Schwimmbad in Kösingen verbindet momentan wohl wie keine zweite Einrichtung der Stadt Investitionen mit hohem Sympathiewert. „Nach dem neuen Industriegebiet ist die umfassende Sanierung unseres Schwimmbades unser großes Ziel“, spricht Bürgermeister Häfele wohl den meisten Neresheimern aus der Seele. Sicher eine gute Möglichkeit, die Attraktivität der Härtsfeldstadt und ihrer Stadtteile Elchingen, Dorfmerkingen, Ohmenheim, Kösingen, Stetten und Schweindorf zu steigern. Gibt es weitere Aktivitäten? „Auch kulturell wollen wir Gas geben“, freut sich Thomas Häfele auf die nächsten Aufgaben.

Dafür wurde Musikschulleiter Benjamin Zierold jetzt zum neuen Kulturbeauftragten der Stadt ernannt. „Dann haben wir praktisch den Stadtgarten für Neresheim auch neu entdeckt“, ist Thomas Häfele begeistert. Ein erstes Public Viewing bei der Fußball Weltmeisterschaft war ein Riesenerfolg. Weitere Veranstaltungen dort sollen folgen. „Auch das nächste Stadtfest wird ein richtiger Knaller werden“, schaut der Bürgermeister auf das 25-jährige Jubiläum im nächsten Jahr. „Das wird es einige Überraschungen geben“, freut er sich. Was genau? Das ist vorerst noch Planung. Aber man darf sicher schon jetzt gespannt sein.

Metropole des Härtsfeldes

Neresheim ist unbenommen und vor allem „konkurrenzlos“ die Metropole des Härtsfeldes. Speziell auch mit dem ausgeprägten Angebot für Kinder und Familien wird die Stadt diesem Anspruch dabei in hohem Maße gerecht – allein schon als Schulstandort ist Neresheim weit über die Stadtgrenzen hinaus zentraler Anlaufpunkt. Über 1200 Schüler, davon gut 850 aus den Stadtteilen und vielen Nachbargemeinden, besuchen in Neresheim die Grundschule und alle am Ort verfügbaren weiterführenden Schulen wie Werkrealschule, Realschule und Gymnasium.

Doch in und um Neresheim gibt es zudem ein Angebot, das seinesgleichen sucht: Weit über 100 sport-, musik- und kulturtreibende Vereine leisten hervorragende Kinder- und Jugendarbeit, die städtische Musikschule ist ein wahres Vorzeigeobjekt. Ausdruck finden die Aktivitäten „rund um Familie und Kinder“ zum Beispiel im jährlichen Stadtfest, dem Jugendtag der Vereine beim Härtsfelder Frühling oder auch bei den vielen kulturellen Veranstaltungen speziell auch der Härtsfeldschule oder des Werkmeister-Gymnasiums. Beide Schulen sorgen immer wieder mit hochklassigen Aufführungen für Furore und beweisen auch hier, wie vielfältig das Angebot insgesamt in der Stadt ist.

Auch kulturell wollen wir Gas geben.

Thomas Häfele, Bürgermeister

Berühmtes Kloster

Sicher spielt das Kloster innerhalb des Tourismus rund um Neresheim eine tragende Rolle. Der Kirchenbau wurde 1750 nach Plänen des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann begonnen. Großartig ist nicht nur das mit 714 Quadratmetern weltweit größte einteilige Deckenfresko, das selbst die Werke Tiepolos in der Würzburger Residenz in den Schatten stellt. Der Tiroler Kirchenmaler Martin Knoller hat hier wohl ein Werk für die Ewigkeit geschaffen.

Das Härtsfeld

„Landschaft des Lichtes und der Weite“ nannte der Heimatforscher Ottmar Engelhardt einst das Härtsfeld. Eine Landschaft, die wie geschaffen ist für die Art von „sanftem“ Tourismus, der hier gepflegt wird. Wacholderheiden und landwirtschaftliche Trockentäler mit ihrer so typischen Fauna und Flora schenken unvergessliche Eindrücke und einen ausgesprochen hohen Erholungswert.

Anerkannter Erholungsort

Der staatlich anerkannte Erholungsort Neresheim liegt zwischen Aalen und Nördlingen im östlichen Teil des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb. Am Stadtrand entspringt in mehreren Karstquellen die Egau, die nach 40 Kilometern bei Dillingen in die Donau mündet. Die ehemalige Königlich-Württembergische Oberamtsstadt wurde im Jahr 1095 erstmals urkundlich erwähnt und hat sich heute zu einem beliebten Wohn- und Urlaubsort mit hoher Gastlichkeit und einem breiten Kultur-, Freizeit- und Erholungsangebot entwickelt. Liebenswert ist aber vor allem der Charme der schwäbischen Kleinstadt, die naheliegend oft auch Härtsfeldstadt genannt wird. han

© Schwäbische Post 08.08.2018 16:12
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