Altenpflegerin wegen versuchten Mordes angeklagt

Kehl (dpa/lsw) - Weil sie versucht haben soll, eine Seniorin in einem Kehler Altenheim mit einem Handtuch zu ersticken, will die Staatsanwaltschaft eine Altenpflegerin vor Gericht bringen. Gegen die 48-Jährige wurde Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls erhoben, teilte die Behörde in Offenburg am Freitag mit. Den Angaben zufolge hatte die Angeklagte im Zimmer der Heimbewohnerin zunächst 40 Euro gestohlen. Das bemerkte diese jedoch und konfrontierte die Pflegerin mit dem Diebstahl.

Aus Angst, die alte Frau könne sie verraten, habe die 48-Jährige dann versucht, die schlafende Seniorin am frühen Morgen des darauffolgenden Tages umzubringen. Das Opfer sei jedoch aufgewacht und habe sich erheblich gewehrt. Andere Heimbewohner hörten den Lärm und lösten Alarm aus. Die zum Zeitpunkt der Attacke 87 Jahre alte Seniorin kam bei der Gewalttat im März mit Prellungen davon.

Die mutmaßliche Täterin sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sie hatte nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft schon mehrere Jahre in dem Heim gearbeitet. Ob dort vorher schon ähnliche Diebstähle aufgefallen waren, konnte die Sprecherin nicht sagen. Dass Gericht muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Diebstähle und - schlimmstenfalls tödliche - Übergriffe auf Senioren kommen in Altenheimen immer wieder vor. So steht ein Hilfspfleger in Bayern unter Mordverdacht. Er soll in der Nähe von München einen pflegebedürftigen 87-Jährigen mit Insulin getötet haben. Auch andere Todesfälle in weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, wo der Mann Senioren betreute, könnten auf sein Konto gehen.

Im pfälzischen Lambrecht wurden Ende Juni eine Pflegerin und zwei Pflegehelfer zur lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten zwei Bewohnerinnen eines Altenheims ermordet sowie weitere Senioren bestohlen und sadistisch gequält.

Notizblock Redaktionelle Hinweise Laut Polizei ist die Angeklagte Türkin. In Übereinstimmung mit dem Pressekodex nennt dpa in ihren Texten die Nationalität oder Herkunft von Tätern oder Tatverdächtigen nur, wenn es dafür ein begründetes öffentliches Interesse gibt.

Orte [Sitz des Altenheims](Kehl, Deutschland)

Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt Ansprechpartner Pressestelle Staatsanwaltschaft, +49 781 9331344

Kontakte Autorin: Anika von Greve-Dierfeld (Karlsruhe), +49 721 9128513, Redaktion: Angelika Resenhoeft (Stuttgart), +49 711 16262 37220,

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© Südwest Presse 14.07.2018 07:45
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