Französisch für Erstklässler

Bundestagspräsident wirbt dafür, dass der Unterricht an der Grenze bleibt.
Freiburg (dpa/lsw) - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) macht sich nach einem Zeitungsbericht dafür stark, dass Grundschüler an der Grenze zu Frankreich weiterhin von der ersten Klasse an Französisch lernen. „Das Problem der Sprachbarriere ist größer geworden“, sagte der CDU-Politiker am Freitag bei einem Vortrag in Freiburg. Er sei der Überzeugung, so Schäuble nach einem Bericht der „Badischen Zeitung“ (Samstag), dass alle Schulen „von Anfang an zweisprachig“ sein sollten, zumal in Grenzregionen.

Seine Parteifreundin und baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte dagegen mit dem grünen Regierungspartner im vorigen Herbst beschlossen, den Fremdsprachenunterricht nicht mehr in der ersten, sondern erst in der dritten Grundschulklasse beginnen zu lassen. Die freiwerdenden Ressourcen sollen dem Unterricht in Deutsch und Mathematik zugute kommen - Fächer, in denen die Landeskinder bei Vergleichstests zuletzt nicht gut abgeschnitten haben.

Nicht alle an der Grenze zum Elsass sind jedoch glühende Verfechter des Grundschul-Französisch: Viele Eltern protestierten vor Jahren vehement dagegen, dass ihre Kinder - anders als im übrigen Land - nicht die Weltsprache Englisch, sondern Französisch ab der ersten Grundschulklasse lernen sollten. Eine von Ex-Kultusminister Helmut Rau (CDU) verfügte weitergehende Französischpflicht auch an den rund 60 Gymnasien der Rheinschiene zwischen Karlsruhe und Lörrach war schließlich 2007 vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gekippt worden.

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© Südwest Presse 14.07.2018 07:45
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