Hier schreibt der Leutze Club

Auf Leutzes Spuren in Philadelphia und New York

  • Der Leutze Club mit Dr. Abigail Booth Gerdts und Prof. William H. Gerdts in New York. Sie sind die Spender des Gemäldes „Die Nymphe der Urachquelle“ (1855), das beim Leutze-Fest 2017 enthüllt worden war.
  • Die Leutzeanerinnen mit Jonathan Harding, Kurator der Century Association in New York, vor dem Leutze-Gemälde „Der Hohenstaufen“ (um 1854)
  • Leutzes Meisterwerk „Washington Crossing the Delaware“ (1851) im Metropolitan Museum of Art New York mit den Leutzeanerinnen in ihrer „Uniform“

In Philadelphia, Pennsylvania, wo Leutze seine Jugend verbracht hatte, besuchten die Leutzeaner die Pennsylvania Academy of the Fine Arts, die 1805 gegründet worden war, und wo ein Frühwerk des Malers „The Poet’s Dream“ (Der Traum des Dichters) zu sehen ist. Leutze hatte es im Frühling 1841 auf der Artists‘ Fund Society in Philadelphia ausgestellt.

Am Abend versuchte die Gruppe den Ort zu finden, wo Leutzes Elternhaus einst gestanden hatte: 215 North Second Street im Nordosten der Old City, eine Straße, die parallel zum Ufer des Delaware verläuft. Peter Irre hatte dazu recherchiert, doch von den Häusern der Familie Leutze und deren Nachbarn ist leider nichts mehr übrig geblieben. Die Gebäude Nummer 167 bis 228 mussten Anfang des 20. Jahrhunderts der imposanten blauen Benjamin Franklin Bridge weichen, und unter der Brücke befinden sich nun Parkplätze. Leutze ist in seiner Jugend sicherlich oft zum Delaware gelaufen, der nur 400 Meter weit vom Haus floss. Im Sommer beobachtete er das bunte Treiben im Hafen und im Winter die Eisschollen auf der Wasseroberfläche, die er zwei Jahrzehnte später in seinem Meisterwerk verewigte.

Ein besonderes Highlight der Reise an die Ostküste war zweifelsohne das Treffen mit Dr. Abigail Booth Gerdts und Prof. William H. Gerdts in New York. Sie sind die großzügigen Spender der „Nymphe der Urachquelle“ (1855), die beim Leutze-Fest 2017 enthüllt worden war und sich nun im Besitz des Museums im Prediger befindet. Familie Gerdts lud die Leutzeaner zum Lunch ein und das Beisammensein wird beiderseits lange in Erinnerung bleiben. In einer Folgemail schrieb Prof. Gerdts über die Erinnerungsfotos, die bei dieser einmaligen Gelegenheit gemacht wurden: “Welch eine wunderbare Erinnerung an unser kurzes aber so bedeutungsvolles Treffen in New York! Wir betrachten Schwäbisch Gmünd fast als unsere zweite Heimat.“

Am Vormittag des 29. Mai besuchten die Mitglieder die Century Association, wo sie von Kurator Jonathan P. Harding durch das beeindruckende, vor einigen Jahren aufwändig renovierte Gebäude, geführt wurden. Das Hauptinteresse der Gmünder galt natürlich dem Landschaftsgemälde „Der Hohenstaufen“, das Leutze um 1854 gemalt hatte und 1864 nach seiner endgültigen Rückkehr in die Staaten der Century Association geschenkt wurde. Es hat einen ehrwürdigen Platz in der Bibliothek des Hauses eingenommen. Obwohl das Landschaftsgemälde nach dem niedrigsten aber berühmtesten der Dreikaiserberge benannt ist, befindet sich dieser Berg nicht im Bildzentrum, sondern rechts im Hintergrund. Im Schnittpunkt der Bilddiagonalen erhebt sich der Gmünder Hausberg, der Hohenrechberg mit seiner Burg. Das Gemälde ist auch ein Zeitdokument, denn die Burg erstrahlt in voller Pracht. Nur elf Jahre später, am Dreikönigsfest 1865, brannte sie nach einem Blitzschlag ab. In der wertvollen Kunstsammlung des Clubs befinden sich zwei weitere Gemälde von Leutze, die Bildnisse „Louis Lang“ (1859) und „Abraham M. Cozzens“ (1865). Alle drei Männer waren „Centurions“ und Freunde.

Der letzte Punkt im vollen Terminkalender des Leutze Clubs war die Besichtigung des Metropolitan Museums of Art und der amerikanischen Ikone „Washington Crossing the Delaware“ im American Wing. Zwar war die zuständige Kuratorin für amerikanische Kunst gerade in London, doch auch alleine sorgten die Leutze Club Mitglieder mit ihren auffallenden Washington-Crossing-T-Shirts für Aufsehen. Museumsbesucher und Aufseher wollten wissen, wo man so ein T-Shirt kaufen kann. Als sie dann noch erfuhren, dass die Gruppe in der farbenfrohen „Uniform“ aus der Leutze-Geburtsstadt stammt, war die Begeisterung vollkommen.

Der Leutze Club feierte am 24. Mai sein zehnjähriges Jubiläum. Im Gründungsprotokoll wurde damals festgehalten, dass sich die Gruppe für die Wahrung des Gedächtnisses an den großen Maler und Verbreitung seines künstlerischen Vermächtnisses einsetzen will. Diese beiden Ziele wurden bei der Reise auf Leutzes Spuren erreicht.

© Leutze Club 04.08.2018 15:49
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