Hier schreibt die Rentnergemeinschaft der Bosch Automovie Steering Schwäbisch Gmünd

Demenz geht uns alle an

  • ein Teil der Rentner
  • Das Thema
  • Frau Kern

Unter diesem Thema stand die diesjährige Hauptversammlung der Bosch-Rentnergemeinschaft, die vergangenen Donnerstag im Stadtgarten tagte. Die Hauptversammlung, die liebevoll auch Betriebsversammlung der Rentner vom Vorsitzenden der Bosch-Rentnergemeinschaft Franz Reichenauer genannt wird, war voller Spannung und Erwartung, was nun mit den Rentnern bei Bosch geschehen wird.

Nach der Begrüßung der Gäste und der großen Rentnerschar durch den Vorsitzenden, gab Reichenauer bekannt, dass es zur Zeit 1722 ZF-Rentner, 1117 Bosch-Rentner zusammen 2839 mit den Witwenrenten also 4256 Rentner die zu betreuen sind, jetzt haben wir bald die aktiven eingeholt waren seine Worte. Er bedankte sich auch bei seinen Ausschusskollegen, die ehrenamtlich die Arbeit erledigen, so die ganzen Veranstaltungen organisieren und nicht zuletzt die viele Besuche bei den Geburtstags-Jubilaren. Diese waren z.B. in Jahr 2015, 236 bei denen sie rund 3500 Km zurückgelegten und über 500 Stunden geleistet wurden. Der Dank galt auch der Bosch Geschäftsführung, die so großzügig und gerne die Arbeit der Bosch-Rentnergemeinschaft unterstützt. Diese Worte wurden mit großem Beifall unterstrichen.

Nächster Redner war Siegfried Schmegner, der in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden des Bosch-Rentnerchor Siegfried Hörsch, die Arbeit des Chors im vergangenen Jahr Revue passieren ließ. Der Chor sei immer noch der selbe, wenn er auch schon drei Namen hatte, zuerst ZF-Rentnerchor, dann ZFLS-Rentnerchor und jetzt Bosch-Rentnerchor. Er bat die Anwesende, wenn sie noch etwas Zeit hätten und nicht nur auf dem Sofa liegen wollten, doch zum Bosch-Rentnerchor zu kommen, wenn sie noch nicht singen könnten, wird es ihnen beigebracht, immer Donnerstags alle 14 Tage von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr im Gasthaus „Kleine Schweiz“ wird geübt und ihr Können unter Beweis gestellt.

Personalchefin Frau Barbara Krieger berichtete über die Geschäftslage der Bosch AS in Schwäbisch Gmünd und was noch alles zu tun ist. Sie erläuterte auch die Umstellung der Rentenzahlung, was das Interesse der Zuhörer besonders weckte. Frau Krieger erklärte den Anwesenden, dass allen Rentnern die bevor die ZFLS gegründet wurde also vor 1999 und zu gleichen Teilen an die ZF AG und die Bosch GmbH überging, weiterhin zur ZF AG Friedrichshafen gehören und auch von dort verwaltet werden. Die Rentner, die nach 1999, also zur Zeit der ZFLS in Rente gingen, jetzt von Bosch betreut werden, diejenige, die jetzt unter Bosch AS in Rente gingen, ist es klar, dass sie zum Bosch-Konzern gehören. Ab dem 18.02.2016 gilt das neue Rentnerabkommen für die noch Beschäftigten bei Bosch. Was für „alle“ wichtig ist, sie können sich weiterhin an das ihnen bekannte Personal im Sozialbüro der Bosch AS wenden. Fragen über die Höhe und ob überhaupt die Rente weiter bezahlt werde wenn die Auftragslage nicht gut sei, wurde von Frau Krieger und Herrn Elser von der Personalabteilung so beantwortet, wenn so große Konzernen wie ZF und Bosch ins trudeln kommen würden, dann habe man sicherlich ganz andere Probleme als an Rente zu denken, außerdem seien die Renten ja gegen gesichert. Die Notgemeinschaft bleibt für alle wie bisher bestehend. Natürlich auch die Bosch-Rentnergemeinschaft.

Betriebsratsvorsitzender Harald Brenner berichtete aus der Sicht des Betriebsrats wie es um die Bosch AS stehe, meinte aber, dass es schon stimme, dass zwei Großkunden abgesprungen seien, das aber schon zu Zeiten der ZFLS bekannt war dass es warsacheinlich auf sie zukomme und es sich keine Firma leisten könne, wenn der Preisdruck zu groß wird, einfach mit Verlust zu produzieren. Die Stimmung im Betrieb sei gereizt, weil Gerüchte verbreitet werden, dass die Firmenleitung Einsparungen plane die nur auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen würden. Die geplante Maßnahmen seien nicht anzunehmen, denn die Probleme liegen nicht bei den Beschäftigten sondern am Management, denn billiger ist nicht unbedingt besser. Fragen zur Lage und wie es weitergehen soll wurden von Brenner und seinem Kollegen Elmar Kluske zur Zufriedenheit aller beantwortet, wir sind im wahrsten Sinne des Wortes verkauft worden. In seinem Schlusswort meinte Harald Brenner, wo es stimmt, ist bei Euch Rentnern.

Nach der Pause, in der Getränke und belegte Brötchen kostenlos gereicht wurden, sprach die Geschäftsführerin Sylvia Kern (eine Wahl-Gmünderin) von der Alzheimer-Gesellschaft Baden-Württemberg über das alle betreffende Thema „Demenz“. Entdeckt wurde die Krankheit von Dr. Alzheimer, der sie im Jahre 1906 an der Uniklinik Frankfurt/Main seinen Kollegen (Irrenärzte) zum ersten Mal vorgestellt hat. Früher redete man von verkalkt aber die Menschen wurden nicht so alt wie heute, daher war die häufigkeit nicht so groß. Die Krankheit breche langsam so ab dem fünfundsechzigsten Lebensjahr aus. Die häufigste Art von Alzheimer sei die Demenz, die mit ca. 70% einher geht. Es sei auch Vorsicht geboten, denn die sogenannte Pseudodemenz habe einen ähnlichen Krankheitsverlauf, so zum Beispiel bei Depressionen und vor allem bei Flüssigkeitsmangel. Viel trinken sei besonders im Alter wichtig. Nicht jedes Gedächnisproblem sei auch Alzheimer, so stehe man im Keller und weiß nicht mehr was man hohlen wollte, das geht Gesunden oft so, erst wenn man nicht mehr weiß wo man ist oder nicht mehr heim findet, sollte ein Arztbesuch dringend angezeigt sein. In der ersten Phase zeigt sich Verwirrtheit, sozialer Rückzug und Probleme im Alltag aber auch Persönlichkeitsveränderung. Die Betroffene merken es selber, aber in ihren Ängsten sagen sie ich bin doch nicht Krank. Der Umgang mit Geld wird schwerer, sie zahlen mit großen Scheinen um alles richtig zu machen und dass es keiner merken soll. In der zweiten Phase, eine merkwürdige Phase, hier sind die Anzeichen der Verwirrtheit und der Vitalitätsverlust weiter ausgeprägt, sozialer Rückzug ist vermehrt sich, Autofahren wird mit Ausreden eingestellt und den Worten ich einfach nicht mehr, eine motorische Unruhe stellt sich ein, die Selbständigkeit ist stark eingeschränkt. Hier wird nun Unterstützung erforderlich. In der dritten Phase besteht völlige Abhängigkeit, total geistig am Ende, Körperlicher Verfall, dann Bettlägerigkeit, das Imunsystem ist stark geschwächt, meist ist die Todesursache eine Lungenentzündung. Die Referentin Frau Kern wies darauf hin, dass während des ganzen Verlauf der Krankheit, ein liebevoller Umgang mit den Betroffenen sehr wichtig sei, dann würden die Kranken auch nicht leiden, sie spüren wie man mit ihnen umgeht. Eine Heilung bei Alzheimer ist zurzeit nicht möglich, eine medizinische Versorgung ist unbefriedigend in Diagnose und Therapie. Als Vorbeugung empfehle Sie, sich körperlich und geistig aktiv zu sein, tanzen sei da zu empfehlen. Wenn nun Demenz diagnostiziert sei, werden heute 2/3 der Erkrankten zu Hause gepflegt, aber auch 2/3 der Erkrankten kommen dann in ein Heim. Denken sie auch an ihre Gesundheit, Angehörige sollten auch sich pflegen, empfahl Frau Kern, wenn sie ihre Angehörige zu Hause pflegen, denn 24 Stunden am Tag hält keiner lange durch. Darum lassen sie sich beraten und in Schwäbisch Gmünd gibt es viele Möglichkeiten sich zu Informieren. Mit einem riesen Beifall bedankten sich die Zuhörer für den außergewöhnlichen, lehrreichen Vortrag, der vielen der Zuhörer die Angst vor der Zukunft nahm, die auf sie zukommen könnte.

von Rudi Arnold

© Rentnergemeinschaft der Bosch Automovie Steering Schwäbisch Gmünd 11.03.2016 15:13
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