Hier schreibt der Leutze Club

Emanuel-Leutze-Fest: Die Schwäbisch Gmünder Leutze-Quadriga galoppiert Richtung 2016

  • Das Publikum im Treffpunkt Baden-Württemberg im Congress-Centrum Stadtgarten
  • „Gruppenbild mit Dame“: Der LEUTZE Club und der polnische Scherzo-Jugendchor mit dem Gemälde „Portrait of a Lady“ (1837) von Emanuel Leutze
  • Dirigent Dr. Andrzej Citak, Bürgermeister Julius Mihm, Vorsitzende Heidrun Irre und Emilian Richter, Organisator der „Polnischen Woche“

Kürzlich fand im Treffpunkt Baden-Württemberg auf dem Gelände der Landesgartenschau das diesjährige Leutze-Fest statt. Neben dem 198. Geburtstag von Emanuel G. Leutze (1816-1868) feierten die LEUTZE Club Mitglieder die fünfte offizielle Geburtstagsveranstaltung für ihren Paten.

Ein Novum bei diesem kleinen Jubiläum war die musikalische Umrahmung durch den Scherzo-Jugendchor des allgemeinbildenden Lyzeums Nr. 1 in Nowy Sącz, dirigiert vom Gründer des Ensembles, Dr. Andrzej Citak, Lehrer an der staatlichen Fryderyk-Chopin-Musikschule.
Bürgermeister Julius Mihm begrüßte den Chor und die Gäste und überbrachte Grüße von Oberbürgermeister Richard Arnold, der später beim Sektempfang dazukam. Heidrun Irre, Vorsitzende des LEUTZE Clubs Schwäbisch Gmünd, freute sich, dass der Club, der von Anfang an nicht nur im stillen Kämmerlein agieren wollte, in den sechs Jahren seit der Gründung viel erreicht hat. Während das erste Leutze-Fest noch auf der Straße begangen wurde, konnte es diesmal im Foyer des Congress-Centrums Stadtgarten stattfinden. An dieser Stelle sprach sie ein herzliches Dankeschön an das Team der Landesgartenschau GmbH aus.
Die Vorsitzende begrüßte Prof. Dr. Alan F. Hickman, Vice President des Clubs, der aus Dubai eingeflogen ist, wo er zurzeit an der American University of Dubai lehrt. Die deutsch-amerikanische Doppelspitze im Vorstand soll die über sechzigjährige deutsch-amerikanische Freundschaft in der Stauferstadt verdeutlichen und weiterpflegen. Von den insgesamt 15 Mitgliedern sind zehn Deutsche und fünf Amerikaner. Symbolischerweise stand deshalb auch eine kleine amerikanische Flagge aus dem US-Kapitol auf dem Tisch. Ebenso begrüßte sie einen weiteren Leutzeaner, Prof. Dr. Thomas Maulucci aus Springfield, Massachusetts, auch ehemalige Lehrkraft der University of Maryland University College Schwäbisch Gmünd.
Oberbürgermeister Arnold wies bei der letzten Sitzung des Arbeitskreises Kultur darauf hin, dass dieser Gedenktag ein wichtiges Anliegen für ihn ist. Deshalb ist sich Heidrun Irre sicher, dass mit ihm, dem Ersten Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und Bürgermeister Julius Mihm in Gmünd eine starke männliche Führungsspitze, eine „Leutze-Troika“ besteht, die schon jetzt, zwei Jahre vor dem großen „Bicentennial“ in Fahrt kommt. Dazu gesellt sich Dr. h. c. Rudolf Böhmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, ein langjähriger Leutze-Enthusiast. Damit die Zügel dieser Quadriga straff gehalten werden, braucht man noch eine geflügelte Siegesgöttin Viktoria. In Schwäbisch Gmünd wird Dr. Monika Boosen, Leiterin des Museums im Prediger, diese Rolle übernehmen.
Zu einem Geburtstag gehören auch Geschenke. Bei der Gründung des Clubs nahmen sich die Leutzeaner vor, ihrem Paten jedes Jahr ein Geburtstagsgeschenk zu machen. Das traditionelle silberfarbene Tuch, das die Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd symbolisieren soll, verhüllte zwar das Geschenk, doch die Konturen und die Staffelei verrieten, dass es sich wieder um ein Gemälde handeln musste. Nach der Enthüllung durch Heidrun Irre, Bürgermeister Bläse und Dr. Monika Boosen, wurde ein „Gruppenbild mit Dame“ gemacht, auf dem neben den dreizehn anwesenden Leutzeanern alle, die bei den bisherigen Leutze-Festen und anderen Leutze-Projekten mitgewirkt hatten, festgehalten wurden.
Danach verriet die Vorsitzende den Titel des Gemäldes, das Peter Irre Ende Juli 2012 entdeckt hatte: „Portrait of a Lady“. Das Ehepaar erwarb es, da die liebliche Gestalt sie von Anfang an faszinierte, es war „Liebe auf den ersten Blick“. Ausschlaggebend war jedoch das Entstehungsjahr 1837. Leutze, geboren 1816, war damals erst 21 Jahre alt, und somit ist das Bildnis ein Beweis für seine künstlerische Begabung vor seiner Immatrikulation an der Düsseldorfer Akademie im Oktober 1841. Nur je fünf Gemälde aus den Anfangsjahren 1836 und 1837 sind weltweit dokumentiert.
Das Gemälde wurde als Leihgabe an das Museum im Prediger übergeben und Dr. Boosen übernahm somit eine „tragende“ Rolle. Sie sprach kurz über die weltweit größte Sammlung an Leutze-Ölgemälden im Museum im Prediger, die dank der beiden Leihgaben der Familie Irre nun auf zwölf angewachsen ist. Da der Umbau der Dauerausstellung im dritten OG des Museums Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird, wird Leutze nach drei Jahren wieder zu sehen sein und 2016 wird die Gmünder Leutze-Sammlung in ihrer Gesamtheit ausgestellt und durch einige Leihgaben aus anderen Museen bei der Leutze-Jubiläumsausstellung zu sehen sein.
Der Scherzo-Chor wurde bei nationalen und internationalen Wettbewerben mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und trat in Schwäbisch Gmünd 1993, 1999 und 2005 auf. Die 40 Sänger im Alter von 15-18 Jahren begeisterten das Gmünder Publikum mit seinen polnischen, deutschen und englischen Liedern. Den meisten Beifall ernteten sie mit einem traditionellen Zulu-Lied, das sie mit Imitationen der Dschungelgeräusche bearbeitet hatten. Bürgermeister Mihm war überrascht, dass „man den Urwald singen konnte.“
Abschließend überbrachte Dirigent Citak Grüße und Präsente von Ryszard Nowak, dem Präsidenten der Stadt Novi Sacz (Neu Sandez), der Hauptstadt der „polnischen Toskana“. Emilian Richter, Organisator der polnischen Woche auf der Gmünder Landesgartenschau, unterstrich, das dies die letzte Veranstaltung zur „Kunst und Kultur aus Polen“ war, dass sie aber alle auf ein Wiedersehen in Gmünd hoffen. Danach durften sich die Sänger und alle Gäste beim Stehempfang stärken, der zum fünften Mal in Folge von der Kreissparkasse Ostalb gesponsert wurde.

© Leutze Club 31.05.2014 23:04
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