Hier schreibt die Rentnergemeinschaft der Bosch Automovie Steering Schwäbisch Gmünd

Hauptversammlung der Bosch-Rentnergemeinschaft

Die Bosch Rentnerinnen und Rentner trafen sich im Stadtgarten zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung, die auch gerne „Betriebsversammlung der Rentner) genannt wird.
Vorsitzender Franz Reichenauer freute sich sehr, endlich den Personalchef aller Bosch AS Werke weltweit Herrn Salow zum ersten Mal bei den Rentnern begrüßen zu können. Gekommen waren auch Herr Schneider von der Personalabteilung, Betriebsratsvorsitzender Harald Brenner und die leitende Betriebsärztin Frau Dr. Söll.

Reichenauer ließ nochmals das Jahr 2016 Revue passieren, kam auf die hervorragende Faschingsveranstaltung im Februar zu sprechen, bei dem der Rentnerchor der Bosch-Rentnergemeinschaft für eine wunderbare Stimmung sorgte. Er lobte auch den Büttenredner „Dr Karle von dr Rathausstiag“ und nicht zuletzt über die schon zur Tradition gewordene Showgruppe der Rentnergemeinschaft, die in diesem Jahr mit „Beat Club – Die wilden Sechziger“, dabei waren die Go Go Girls, der "King of Rock'n'Roll" Elvis Presley, Rocksängerin Janis Joplin, die Stars aus Liverpool, Paul McCartney, George Harrison, John Lennon und am Ringo Starr, sie brachten die weltbekannten Songs „She Loves You“ und „Help“. das alles wurde durch den hervorragenden Moderator und Regisseur Johannes Dunkl einstudiert. Es wurde der schon aus vergangenen Jahren geprägte Schlachtruf „Bosch-Rentner-Sauguat“ immer wieder ins Spiel gebracht.
Franz Reichenauer Bedankte sich bei allen, die zu diesen Veranstaltungen beigetragen haben und besonders dem Ausschuss, der immer ehrenamtlich und unentgeltlich tätig sei, so besuchen sie die 70, 80, 90 und wenn es ansteht auch die Hundertjährige an ihrem Ehrentag, das sind immerhin jedes Jahr ca. 200 Personen, dazu sei man im vergangenen Jahr über 3000 Km gefahren. Besonderen Dank sprach er der Geschäftsführung von Bosch aus, Herrn Christian Sobottka, Dr. Hanns Bernd Ketteler, Dr. Marcus Parche und Stefan Grosch, Herrn Salow, Frau Krieger, Herrn Elser, Herrn Schneider, Frau Schneider und Frau Abele, die alle sich sehr um die Rentnergemeinschaft bemühen und dass sie es wieder ermöglicht haben, dass diese Veranstaltung im Stadtgarten und all die anderen abgehalten werden konnte.

Nächster Redner war der neue Chef des Rentnerchor Karl Greßler, er hob hervor, dass zur Zeit 31 Sänger dabei sind aber ein Durchschnittsalter von 76 Jahren herrsche und sie dringend nach neuen jungen Rentner für den Chor suchen, aber leider nur Männer, denn sie seien ja ein Männerchor. Sechs Auftritte seien im vergangenen Jahr gewesen und für die Geselligkeit habe man auch was getan, so sei unter anderen ein Ausgang in eine Besenwirtschaft dabei gewesen, bei dem es ganz toll war und keiner mehr heim wollte. Geübt werde jeden zweiten Donnerstag von 14.00 bis 15.30 Uhr im Gasthaus „Kleine Schweiz“. Leider legte im vergangenen Jahr der langjährigen Vorstand Siegfried Hörsch sein Amt nieder, 19 Jahre hatte er den Chor geleitet, er will aber dem Chor treu bleiben. So wurde der Bosch-Rentnerchor wieder neu aufgestellt. Erster Vorsitzender Karl Greßler, zweiter Vorsitzender, Schriftführer und Pressewart Siegfried Schmegner, Dirigent blieb wie bisher Karl Bosch.

Personalchef Salow stellte sich vor, er komme aus Mecklenburg-Vorpommern. Noch nie habe er so eine Zusammenkunft wie die Bosch-Rentnergemeinschaft in Schwäbisch Gmünd gesehen und er sei schon viel auf der Welt herumgekommen, dass sich Menschen nach ihrem Arbeitsleben immer noch zusammenfinden und eine Gemeinschaft bilde, sei doch wunderbar. Er ging auch auf die Weltsituation ein, sie sei in Bewegung. Man müsse sich langsam von der Hydraulischen Lenkung verabschieden und hin zur Elektrolenkung. Der Umsatz sei zwar gewachsen, aber das Ziel beim Gewinn sei nicht erreicht worden. Es kommen immer mehr Anbieter für Lenkungen auf den Markt und das drückt den Preis. Sie seien aber bemüht, zwei große Kunden an Land zu ziehen, das seien VW und Daimler. Das Problem sei halt, dass man 5 Millionen Lenkungen im Jahr liefern soll zu einem Preis, der so nicht zu halten sei, es bedarf natürlich schwierigen Verhandlungen mit dem Betriebsrat. In Gmünd wolle man alles zusammenführen, Entwicklung bis Kundendienst. Dass der Standort Schwäbisch Gmünd erhalten werden soll, gehe allein schon aus den zurzeit zu sehenden Baumaßnahmen hervor. Sein Referat endete mit den Worten, „Ich bin stolz auf Schwäbisch Gmünd“.

Betriebsratsvorsitzender Harald Brenner sprach aus der Sicht der Arbeitnehmer zur Lage im Werk. Es werde versucht eine faire Lösung zu finden. Wenn es nicht gelingt, die Aufträge an Land zu ziehen, werde es nicht bei den 760 Arbeitsplätzen bleiben, dann werden es über tausend sein die verschwinden. Der Krankenstand sei zurzeit sehr hoch. Der Betriebsrat habe gestern beschlossen, keine Überstunden mehr zu genehmigen, wohl zu wissen, dass verschiedene Kunden nicht beliefert werden könnten. Sie seien aber bemüht, gemeinsam mit der Geschäftsführung nach Lösungen zu suchen.

Fragen zu diesen Themen wurden auch gestellt, so zu Beispiel: Warum ist so ein Preisdruck da? Antwort: Durch den Wegfall der Hydraulischen Lenkung und der Bezug von Elektrolenkungen ist ein Preisgefälle von einem Drittel entstanden, der nicht so leicht auszugleichen ist. Wie sieht es mit Ungarn aus? Antwort: In Ungarn stehen Hallen leer, weil man ja sehen muss was in Schwäbisch Gmünd passiert. Kann Gmünd nicht zu dem Preis liefern, geht der Auftrag nach Ungarn.

Nach der Pause sprach Hauptkommissar Landgraf vom Polizeipräsidium Aalen zum Thema „Schutz vor Kriminalität im Alter – Tricks der Diebe und Betrüger“. Nachdem er sich vorgestellt hatte, begann Landgraf mit einer Statistik, so seien im Ostalbkreis 1600 Polizeibeamte, davon 1350 bei der Schutzpolizei und 250 bei der Kriminalpolizei. Die Zeit habe sich gewandelt, man traue sich nicht mehr auf die Straße! So waren im Jahre 2015 13980 Straftaten im Ostalbkreis, das sind pro Tag 38. In Schwäbisch Gmünd waren es 3500 Straftaten, also rund 10 jeden Tag. Die Polizei rechne immer pro 100 000, also für Schwäbisch Gmünd 4500 Straftaten, wenn man diese Zahlen mit Stuttgart vergleicht, da sind es 11 000, so leben wir hier doch sehr ruhig, versuchte er zu beruhigen. In Deutschland seien rund 25% der Menschen über 60 Jahre, aber Opfer einer Straftat sind „nur“ 6-7%, also geht wieder ohne Angst raus, beruhigte er wieder. Dann versuchte er an Hand von Beispielen die Anwesende davon zu Überzeugen, das jeder dafür sorgen könne, sich selbst zu schützen und führte den Bosch Rentnerinnen und Rentnern vor Auge, wie sie das machen sollten. Nie seinen Geldbeutel vor anderen ziehen und öffnen! Niemals die Türe andere schließen lassen und zurück in die Wohnung gehen, denn dann bleibt sie für andere offen und Fremde können unbemerkt in ihre Wohnung eindringen. Niemals Fremde in die Wohnung lassen. Keine Geschäfte an der Haustüre tätigen. Glauben sie nicht alles was sie hören und lesen und manchmal auch nicht was sie sehen, denn auch Ausweise könnten gefälscht sein. Am Telefon besonders vorsichtig sein, wenn sie zu einem Ja genötigt werden, z.B. wenn jemand fragt, sind sie Herr sowieso und schon haben sie ja gesagt, dieses ja könnte für einen Vertrag verwendet werden. Er könne uns noch tagelang Beispiele darüber erzählen, wie die Geschädigten getäuscht werden. Ein Beispiel von vielen, die schon bekannt sind, ist der Enkeltrick. Legen sie auf, wenn sich jemand am Telefon nicht mit dem Namen meldet. Seien sie vorsichtig, legen sie ihre Kette vor und scheuen sie sich nicht Hilfe zu holen oder auch eine Anzeige zu erstatten. Hauptkommissar Landgraf hatte auch noch Broschüren ausgelegt in denen alles Gesagte nochmals nachzulesen ist. Mit großem, nicht endendem Beifall wurde ihm für diesen lehrreichen Vortrag gedankt.

Franz Reichenauer bedankte sich bei Hauptkommissar Landgraf für den sehr interessanten Vortrag, mit dem er die Rentnerinnen und Rentner doch sehr zum Nachdenken brachte. Er verabschiedete sich von der Versammlung mit den Worten, wir sehen uns wieder am 19. Mai zur Frühjahreswanderung rund um den Stuifen, Laufzeit rund 1½ Stunden, danach Einkehr im Gasthaus Adler in Wißgoldingen.

                                                                                                                                    Rudi Arnold

© Rentnergemeinschaft der Bosch Automovie Steering Schwäbisch Gmünd 24.03.2017 13:55
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