Hier schreibt der Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd

Lehr- und Kulturfahrt des Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd

  • Teilnehmer der Fahrt
  • Innenhof der Wartburg
  • Rosenbögen im Rosarium

Am frühen Morgen startete der Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd zu einer

Lehr-und Kulturfahrt nach Thüringen. Nach einer kurzen Rast an der Rhön, bei der Brezeln, Wurst und Sekt nicht fehlte, fuhr man weiter nach Eisenach, der vier Täler Stadt am Fuße der Wartburg. Die für ihre reiche kulturelle Tradition bekannte Stadt ist durch Luther und Bach, durch das Wirken von der Heiligen Elisabeth, sowie Goethe, Wagner und List berühmt und unvergessen geworden. Die Teilnehmer hatten nun Zeit die Stadt zu erkunden und/oder auch eine Mahlzeit einzunehmen, bevor es weiter hoch zur Wartburg ging. Die Führung auf der Burg, die zum UNESCO-Welterbe gehört, war ein Erlebnis für sich. In den neu renovierten Räumen manifestiert sich die Geschichte wie an keinem anderen Ort. Die viele verzierte Bauten und Gemächer zeugen eindrucksvoll von mittelalterlicher, romantischer Bau- und Lebenskultur. Auf der wohl berühmtesten Burg war schon im 12. Jahrhundert der Schauplatz des legendären Sängerwettstreits mit Walter von der Vogelweide, der uns ja von der Irene von Byzanz im Kloster Lorch bekannt ist. Später war die Wartburg auch Wohnsitz der heiligen Elisabeth. Martin Luther fand hier 1521 Schutz und Inspiration für die Übersetzung des Neuen Testaments. Später fand auch Wagner hier seine Inspiration zu romantischen Oper „Tannhäuser“. Nach der Besichtigung mit viel Treppauf Treppab, ging es weiter nach Erfurt ins Hotel, das am Rande der Altstadt gelegen und dadurch einige ermutigte, nach dem Abendessen noch einen Spaziergang in diese zu machen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück wurde Erfurt, die Stadt der Blumen und des Gartenbau besichtigt. Zuerst der EGA-Park, der von den einheimischen nur „Garten Thüringens“ genannt wird hier ist auch das einzige Deutsche Gartenbaumuseum beheimatet. Hier in Erfurt wird auch im Jahre 2021 die Bundesgartenschau stattfinden. Wer diese Anlage gesehen hat, wird sie auch als Dauergartenschau bezeichnen. Mit dem Ega-Express, das ist wie bei uns das Jahrgangszügle, fuhren alle durch das Gelände, um sich einen Überblick zu verschaffen, danach wurde das Gartenbaumuseum, im Parkgelände gelegen, besucht. Auch hier, wie auf der Wartburg ging die Führung treppauf, treppab zwei Stunden lang, danach stand der Rest des Nachmittag zur freien Verfügung, der wegen der gewaltigen Hitze bei den meisten unter den schattigen Bäumen einer Verpflegungsstation endete. Nach dem Abendessen im Hotel war noch ein romantischer Abendspaziergang eingeplant. In zwei Gruppen wurden die Teilnehmer von den Erfurter Weibsbildern aufgeteilt, die einen gingen mit dem Tratschweib, die anderen mit der Oberstudienrätin Frieda Wunderlich. Zwei Stunden waren wirklich knapp, um die Sehenswürdigkeiten aufzunehmen und die dazugehörenden Legenden zu erfahren. Wegen dem schönen und warmen Abend, waren auch die Hinterhöfe, die keiner alleine gefunden hätte, voll belegt. Nach Beendigung der Führung suchten alle noch ein freies Plätzchen in den vielen Straßencafes um den Tag ausklingen zu lassen.

Am Tag drei der Reise war Europa-Rosarium in Sangerhausen angesagt, die weltgrößte Rosensammlung überhaupt. Mehr als 8.500 verschiedenen Rosenarten und -sorten die durch Farb- Formen- und Duftvielfalt begeistern. Das Europa-Rosarium ist eine Genbank, ein lebendiges Museum, das die Entwicklungsgeschichte der Rose von der Wildrose bis zur modernen Rose eindrucksvoll präsentiert. Gleichzeitig ist das Europa-Rosarium aber auch ein Ort der Besinnung und wird in den Wintermonaten als Park für alle genutzt. Eine Führung durch den riesengroßen Park war wieder in zwei Gruppen aufgeteilt, zwei

Stunden, bei Temperaturen von 36°C, da suchte sogar die Führerin schattige Plätzchen um die Geschichte und auch die einzelnen Rosen zu erklären. Wenn man bei der Vielzahl von Rosen von überwältigend spricht, so ist das sicherlich noch untertrieben, da geht jedem Besucher, selbst den Gärtner das Herz auf und Begeisterung macht sich breit. Nach der Mittagspause im Restaurant des Europa-Rosarium ging es weiter nach Nebra, dem Fundort der Nebra-Scheibe. Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos, die runde Bronzescheibe misst 32 cm im Durchmesser und zeigt die Sonne, eine Mondsichel sowie 32 goldene Sterne. Sieben stehen beieinander und werden als Sternbild der Plejaden bezeichnet. Am Rande finden sich, zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügte Horizontbögen. Bei der Führung durch die Arche, wurden die verschlüsselten Kenntnisse der Archäologie im Planetarium in einer Show erklärt. Zurück zum Hotel ging es durch die Burgen- und Weinregion Saale-Unstrut, deren Schönheit die Teilnehmer schwärmen lies.

Heimreise war am vierten Tag angesagt, aber nicht ohne noch in Meiningen, der Kulturstadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens zu besuchen. Die Parkanlagen waren mitten in der Stadt gelegen, zahlreiche klassizischtische Bauwerke, die noch von den mittelalterlichen Wassergräben der einstigen Stadtbefestigung umschlossene waren. Die Altstadt besteht meist aus Fachwerkbauten vergangener Epochen. Um dieser Reise einen schönen Abschluss zu geben, kehrte man noch in Oberalfingen ein. Auf der Fahrt, noch im Bus, ließ man die Reise Revue passieren und freute sich über die gelungene, supertolle und lehrreiche Reise. Ein herzliches Dankeschön an das Dreigestirn der Vorstandschaft, Waltraud Burkhard, Gabi Klaus und Alfred Gauger für ihre Planung und Durchführung dieser hochinteressanten und lehrreichen Reise, wurde noch mit viel Beifall unterstrichen.

Rudi Arnold

© Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd 1884 27.06.2016 11:58
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