Hier schreibt der Freundeskreis Naturheilkunde

Kleinste Lebewesen als Helfer für Mensch und Umwelt.

Ohne Mikroorganismen wäre Leben nicht möglich. An dieser einfachen Tatsache lässt sich erkennen, wie wichtig diese kleinen Helfer für uns und unsere gesamte Umwelt sind. Wir sind ständig von Mikroorganismen umgeben, sie leben auf unserer Haut und in unserem Körper. Im Vortrag von Sigrid Bellitto beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde ging es um die Effektiven Mikroorganismen (EM). Sie ist überzeugt von der Wirkung dieser kleinsten Lebewesen und wendet die entsprechenden Produkte in ihrem Haushalt, Garten und bei der Tierhaltung an.

Mitte der 80er Jahre entwickelte Prof. Dr. Teruo Higa, japanischer Professor für Gartenbau, besonders wirkungsvolle Kulturen von Mikroorganismen (EM). Mit EM ist eine Mischung von über 80 verschiedenen Arten anaeroben und aeroben Mikroorganismen gelungen, die in einer ausgewogenen Symbiose leben. Die Urlösung besteht vor allem aus Milchsäurebakterien, Hefen, fermentierten Pilzen und phototrophen Bakterien. Die fertige Nährlösung (pH-Wert 3,5-3,8) wird mit Wasser verdünnt angewendet. Gleich zu Beginn der Veranstaltung verteilte die Referentin einen feinen Sprühnebel dieser EM- Lösung im Raum. Er sollte die Zuhörer durchatmen lassen und für eine harmonische Stimmung sorgen.

EM im Haushalt

Das EM das Raumklima verbessern soll, hatten die Zuhörer ja schon kennengelernt. Auch bei der Haus-Reinigung können EM-Produkte wirkungsvoll eingesetzt werden. Der probiotische Effekt sorgt dafür, dass die gereinigten Oberflächen nicht so schnell wieder verschmutzen und unangenehme Dinge wie Schimmel, Gerüche etc. lassen sich auf ökologische Weise beseitigen. Krankmachende Keime und Fäulnisprozesse werden unterbunden. Daher rät Bellitto auch zum Einsatz von sogenannten "pipes" in Geschirrspülmachine und Waschmaschine. Diese "pipes" sind kleine Keramikteilchen, die dauerhaft mit EM behandelt wurden. Sie sollen auch der Wasserbelebung dienen, wenn man sie im Wasserkocher oder Wasserkrug belässt.

EM für Garten und Landwirtschaft

Voraussetzung für gesunde Pflanzen ist ein gesunder Boden. Behandelt man Böden regelmäßig mit EM, stärkt das die angebauten Pflanzen/Früchte; sie bilden kräftige Wurzeln, können Nährstoffe besser aufnehmen und sind weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Dazu kann man auch die Pflanzen selbst mit EM übersprühen (Tomaten, Weinreben etc.) um sie widerstandsfähiger zu machen. Mit EM kann man somit Spritzmittel- und Kunstdüngergaben zumindest reduzieren. In der Tierhaltung hat sich EM wohl ebenfalls bewehrt.

Bokashi - fermentiertes organisches Material

Ein Schwerpunkt des Vortrags war die Herstellung eines speziellen Komposts (Bokashi) mit Hilfe von EM-Kulturen. Dabei laufen ähnliche Prozesse ab, die wir seit Jahrhunderten nutzen um Sauerkraut, Joghurt, Bier oder Wein herzustellen. Alle organischen Abfälle, die im Haushalt anfallen, werden gesammelt und in einem luftdichten Eimer fermentiert. Es entstehen keine unerwünschten Faulgase und keine Schimmelpilze. Daher kann man diesen Komposteimer auch auf dem Balkon oder der Terrasse stehen lassen. Ist der Kompost nach ca. 14 Tagen fertig, arbeitet man das wertvolle Material in den Boden ein und gießt kräftig an. Nach zwei Wochen kann man mit dem Aussäen oder Anpflanzen beginnen. Die Wartezeit ist notwendig, da das ausgebrachte Bokashi den Boden zunächst sauer macht. Innerhalb weniger Wochen haben die Bodenlebewesen das Bokashi völlig umgesetzt, entwickeln sich nun munter weiter und sorgen für einen fruchtbaren Boden.
Auch in Ländern der Dritten Welt wurden schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier geht es meist um die hygienische Abfallentsorgung von organischem Material. Die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit dank Bokashi ist ein weiterer wertvoller Aspekt.

Nachdem sich Harald Welzel, der Vorsitzender des Freundeskreises Naturheilkunde, bei Frau Bellitto für die vielen Informationen bedankt hatte, wies er die Besucher darauf hin, dass der für den 27. April geplante Vortrag leider entfällt.

 

© Freundeskreis Naturheilkunde 02.04.2017 20:40
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