Ein Leben für die Kinder

Als „Mamita Isabel“ lebt Irmgard Isabel Dietrich in Ecuador. Im Dorf Olón kümmert sie sich um Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind.
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    „Mamita Isabel“ im Kreis ihrer Schützlinge.

Irmgard Isabel Dietrich

Als Schwäbin bin ich seit 45 Jahren in Ecuador tätig, wo ich überall als „Mamita Isabel“ bekannt bin. Ich komme aus dem Kreis Aalen, genau gesagt aus Neuler. Wie sie sich vorstellen können, bin ich nach so einer langen Zeit gut eingewurzelt in Ecuador und habe mich auch an die grosse Hitze gewöhnt, die hier gerade um die Weihnachtszeit herum beginnt.

Einsatz für Jugendliche

Ich danke dem Himmel, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens (seit über 20 Jahren in der Fundación „Santa Maria de la Esperanza“ im Dorf Olón in der Provinz Santa Elena, Anm. d. Red.), mich immer für Kinder und Jugendlichen einsetzen konnte, die alle aus Familiensituationen kommen, die sie tief verletzt, beeindruckt und geprägt haben. Wenn es zu einer gesetzlichen Anzeige kommt, werden die Kinder oder Jugendliche gerichtlich bei uns eingewiesen. Jede Lebensgeschichte ist schmerzlich, bedrückend und hat viele Spuren in den jungen Menschenleben hinterlassen. Gewalt, sexueller Missbrauch, ungewollte Schwangerschaften, Drogen und Vernachlässigung prägen die 65 traurigen Lebensgeschichten unserer Kinder und Jugendlichen.

Wir haben das Wissen, das wir in jedem Menschenleben Jesus begegnen – wir verschliessen ihm weder die Tür unseres Hauses, noch die Türe unseres Herzens, wie es damals geschah in Bethlehem. Da wir das ganze Jahr über Neuaufnahmen haben, ist für uns so gesehen jede Aufnahme ein einmaliges Weihnachtserlebnis, der Ankunft und der liebenden Antwort und Hingabe.

Für den Weihnachtstag selbst üben wir jetzt schon einen Weihnachtschor ein, nicht mit vergleichbaren Liedern in Deutschland, sondern mit einer innewohnenden Lebendigkeit die für Südamerika typisch ist.

Eine Krippe in jedem Haus

Nach dem Weihnachtsgottesdienst haben wir ein gemeinsames Abendessen im Freien, unter dem Sternbild „Kreuz des Südens“. Wir singen, es gibt kleine Geschenke, und mit einer herzlichen Umarmung suchen alle dann die Nachtruhe. In jedem Haus ist eine Krippe aufgebaut, und dort legen die Kinder in der Weihnachtsnacht vor dem Schlafengehen Blumen an die Krippe.

Überall wo Liebe, Friede, Freude, Solidarität, Dienst, und Hingabe Wirklichkeit wird, ist die Weihnachtsbotschaft angekommen. Leider hinkt die Menschheit seit 21 Jahrhunderten immer noch der Erfüllung der Botschaft von Jesus hinterher! Wäre sie angekommen, die Welt wäre eine andere ! Damit unser Werk möglich ist, für das wir von der Regierung nur einen kleinen Anteil bekommen, brauchen wir viele Menschen, die uns helfen, damit wir alle anfallenden Kosten decken können. Wenn uns jemand eine Weihnachtspende zukommen lassen möchte, danken wir schon im voraus für die Milhilfe.

Von ganzem Herzen wünsche ich Allen in der Heimat ein gesegnetes und gutes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr.

Irmgard Isabel Dietrich

Spendenkonto: Missionsfreunde der katholischen Kirchengemeinde Neuler, Kreissparkasse Ostalb, IBAN DE 76 6145 0050 0110 0295 00; BIC OASPDE6AXXX (Spendenbescheinigung).
Kontakt: Helga Schranz, Abtsgmünd, Telefon: 07366/7265

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© Schwäbische Post 23.12.2017 00:39
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