Auf den Spuren von Schauspieler Götz George

Dr. Rolf Poluha, Sandra Fälchle-Poluha sowie ihre Kinder Kim Helena, Dion William, Tia Eleanor und Mina Estelle hat es nach Zürich verschlagen. Von dort aus erkundeten sie im Sommer die italienische Mittelmeerinsel Sardinien.
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    Poluhas aus Zürich waren im Sommer auf Sardinien und wünschen „Buon Natale“ sowie „Fröhlichi Wiehnachte“. Foto: privat

Familie Poluha

Wir sind letztes Jahr von Paris nach Zürich gezogen. Unsere Eltern haben sich dazu entschlossen, die Sommerurlaube aufgrund der Nähe bei den „Nachbarn im Süden“, in Italien, zu verbringen. Dieses Jahr haben wir Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, ausgewählt. Wir wollten unter anderem herausfinden, warum Sardinien die große Liebe des Schauspielers Götz George war.

Mit dem Auto ging es nach Livorno, von dort legte die Nachtfähre nach Sardinien ab, am nächsten Morgen kamen wir im Hafen von Olbia an. Die Menschen auf der Insel werden Sarden genannt und sprechen neben Italienisch einen eigenen Dialekt.

Nach dem Frühstück sind wir in den Süden in die Hauptstadt Cagliari gefahren. Schon beim Mittagessen konnten wir einige Spezialitäten genießen: zum Beispiel das „Pane Carasau“, ein ganz dünnes Fladenbrot, das auch „Carta di musica“ („Notenpapier“) genannt wird und das man zu jedem Essen mit Olivenöl serviert bekommt. Oder die sardischen Klößchen, die „Malloreddus“ beziehungsweise „Gnocchetti sardi“. Danach haben wir „Castello“, die Altstadt von Cagliari erkundet, von der aus man einen wunderschönen Blick über den Hafen und den Golf von Cagliari hat. Von dort ging es in unsere Ferienwohnung nördlich von Orosei, einem kleinen Ort an der Ostküste. Obwohl es nur eine Strecke von etwa 200 km ist, braucht man doch über drei Stunden mit dem Auto, weil man auf den Straßen nicht so schnell fahren darf. Es gibt dort wunderschöne Strände, wie den „Spiaggia di Berchida“ oder den in einem Naturpark gelegenen „Spiaggia di Bidderosa“.

Besonders eindrucksvoll war für uns der Besuch der „Grotta di Ispinigoli“, einer Tropfsteinhöhle an der mittleren Ostküste. Die Höhle ist mehrere Millionen Jahre alt, was ihr eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. In der Grotte leben in völliger Dunkelheit nur Fledermäuse und weiße Spinnen. Der Eingang besteht aus einem 50 Meter tiefen Saal, in dessen Mitte sich mit 38 Meter Höhe und zwei Meter Durchmesser der größte Tropfstein Europas beziehungsweise der zweitgrößte der Welt vom Boden bis zur Decke erstreckt. Um nach unten zu kommen, muss man 280 Stufen in die Tiefe steigen. Weil ein Tropfstein sehr langsam wächst, hat es geschätzt um die 400.000 Jahre gedauert, bis er die Höhe erreicht hat.

Ein weiterer Höhepunkt war die Stadt Orgosolo mit den „Murales“ genannten Wandgemälden an den Häusern, die eine echte Sehenswürdigkeit sind. Das allererste der Gemälde wurde 1968 gezeichnet. Themen sind sowohl internationale Ereignisse und Probleme der Weltpolitik als auch lokale Geschehnisse. Insgesamt gibt es mehr als 100.

Wir wollten herausfinden, warum Sardinien die große Liebe des Schauspielers Götz George war

Familie Poluha zu ihrem Urlaubsziel

Wir haben außerdem einen Ausflug in den Norden der Insel unternommen. Santa Teresa Gallura ist die nördlichste Stadt Sardiniens. Von dort kann man die französische Insel Korsika sehen. Ganz in der Nähe liegt Capo Testa mit seinen berühmten Granitfels-Formationen, von denen viele wegen dem Aussehen nach Tieren benannt sind. Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Abstecher nach Porto Cervo an der Costa Smeralda gemacht. Dort tummelt sich der internationale Jetset, es gibt einen Segel- und Yachtclub und eine Reihe von Vier- und Fünf-Sterne-Hotels. In der Mitte befindet sich die „Piazzetta“, ein zentraler Platz, umgeben von exklusiven Geschäften und Restaurants. Der Ort ist ein starker Kontrast zum Rest der Insel, der von natur belassenen Landschaften geprägt ist.

Jeder Urlaub geht leider viel zu schnell zu Ende, aber wir haben einen Eindruck bekommen, was Götz George an Sardinien geliebt hat. Die Fähre ist wieder über Nacht gefahren und nach der Ankunft haben wir in Pisa gefrühstückt, direkt neben dem „schiefen Turm“. Auf der Heimfahrt gab es noch einen Zwischenstopp in Como zum Mittagessen am See, danach ging es zurück nach Zürich.

Seitdem sind auch schon wieder ein paar Monate vergangen und es ist bereits das Zürcher „Wienachtsdorf“ aufgebaut, der große Weihnachtsmarkt direkt vor dem Opernhaus auf dem Sechseläutenplatz.

Euch allen wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest, oder wie man hier sagt: „Fröhlichi Wiehnachte!“

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© Schwäbische Post 23.12.2017 00:39
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