Weihnachten einmal anders

Beim Freiwilligendienst in Tansania vermittelt die Aalenerin Lucie Kawka den Kindern Freude am Sport. Ihr Weihnachtsfest verbringt sie bei einer afrikanischen Familie in Ngorongoro.
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    Lucie Kawka wird im Sportunterricht an der Filbert Bayi Schule in Kibaha, Tansania, von ihren bewegungsfreudigen Schülern umringt. Sie sind gerne mit der Aalenerin zusammen. Foto: privat

Lucie Kawka

Bei über 30?C einen Weihnachtsgruß zu schreiben, fühlt sich ziemlich komisch an, denn normalerweise ist es an Weihnachten kalt und alle sind in Weihnachtsstimmung. Seit Mitte August bin ich schon in Tansania, um einen einjährigen internationalen Freiwilligendienst im Sport, im Rahmen des „weltwärts“-Programms, zu leisten.

Ich arbeite an der Filbert Bayi Schule in Kibaha, die aus der Primary School (1. bis 7. Klasse) und der Secondary School (circa 8. bis 11. Klasse) besteht. Die Schule ist nach dem ehemaligen tansanischen Mittelstrecken- und Hindernisläufer Filbert Bayi benannt. Er brach bei den British Commonwealth Games 1974 in Christchurch, im jungen Alter von nur 20 Jahren, den Weltrekord über die 1.500 Meter Distanz und holte die olympische Silbermedaille.

An der Filbert Bayi-Schule unterrichte ich Sport und Deutsch. Die Schüler empfangen uns immer begeistert, wenn wir kommen, um sie für den Sportunterricht abzuholen. Es ist jedes Mal schön zu sehen, welche Freude die Schüler am Sport und der Bewegung haben. Da es in Tansania normalerweise nicht üblich ist, Sport als Schulfach anzubieten, ist das eine tolle Möglichkeit, den Kindern die Freude am Sport zu vermitteln und ihnen eine Pause vom Lernen zu ermöglichen.

Doch wie wird hier eigentlich Weihnachten gefeiert? Im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier keine Vorweihnachtszeit. Würde ich nicht ab und zu auf den Kalender schauen oder Nachrichten aus Deutschland bekommen, würde ich gar nicht bemerken, dass schon Dezember und Weihnachten ist.

Ein anderer Unterschied zu Deutschland ist, dass hier Weihnachten erst am 25. Dezember gefeiert wird. Auch beschenkt man sich nicht mit so vielen Geschenken, den meisten Familien fehlt dazu das Geld. Ich habe gehört, dass meistens neue Kleidung verschenkt wird oder manchmal sogar nur leere Schachteln verpackt werden, um das Schenken zu symbolisieren.

Heri ya Krismasi –Frohe Weihnachten aus Tansania!

Lucie Kawka, Freiwilligendienstlerin

Doch manche Dinge sind genau gleich wie in Deutschland. So wird zu diesem Festtag besonders gutes Essen gekocht und die ganze Familie kommt zusammen, um Weihnachten zu feiern.

Ich werde Weihnachten mit der Familie Bayi in Ngorongoro verbringen und bin schon ganz gespannt darauf, Weihnachten mal anders zu erleben.

Natürlich werde ich aber sicher auch das Weihnachten zu Hause mit meiner Familie vermissen. Viele liebe Grüße nach Aalen und Allen ein schönes Weihnachtsfest. Eure Lucie Kawka


In
ihrem Blog berichtet Lucie Kawka über ihre Erlebnisse und ihren Einsatz in Tansania: http://lucieintansania.wordpress.com. Schauen Sie mal vorbei.

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© Schwäbische Post 23.12.2017 00:43
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