Kia Ora und frohe Weihnachten an alle

Seit drei Monaten bereist Manuel Leuchtenmüller mit seinem Kumpel Maxi das andere Ende der Welt. Auf diese Wege will er zu Weihnachten seine Familie Zuhause in Ellwangen und Umgebung grüßen.
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    Ganz gechillt kann Manuel Leuchtenmüller das Strandleben genießen.

Manuel Leuchtenmüller

Seit nun fast drei Monaten befinde ich mich hier auf der anderen Seite der Welt in Neuseeland. Mein Trip startete im September 2017 zusammen mit meinem Kumpel Maxi im subtropischen Hong Kong. Hochhaus an Hochhaus ist in der Acht-Millionen-Metropole Standard, die U-Bahn war besser organisiert, als es die Deutsche Bahn je sein könnte, und jeden Tag lagen die Temperaturen auch im Schatten stets bei über 30 Grad Celsius. Lediglich der etwas müffelnde Gestank im Stadtteil Kowloon hinterließ einen eher speziellen Eindruck bei uns.

Umso mehr freuten wir uns dann, als wir nach drei Tagen endlich nach Neuseeland weiterflogen. Das Land mit seinen rund 4,6 Millionen Einwohnern (halb so viele wie Hong Kong) hat uns bisher nicht enttäuscht. Unser treuer Nissan befördert uns bis heute über Stock und Stein, quer über die Nordinsel. Hier reihen sich Vulkan an Vulkan, Strand an Strand und ein Besuch in den vielen „Native Forests“ ist sowieso Pflicht. Vom Ninety Mile Beach in Northland über die heißen Quellen Rotoruas bis hin zum Vulkan Ngaurhoe (welcher übrigens allen Herr der Ringe- Fans bekannt sein sollte) ging es über die vielen Highways des Hobbitlandes, welche stets eine beeindruckende Aussicht bieten, in Richtung Süden.

Die 21 km lange Vulkanüberquerung „Tongariro Alpine Crossing“, bei der wir zu Fuß fast sieben Stunden lang unterwegs waren, ist bisher mein eindeutiger Favorit.

Neuseeland ist anders als Deutschland nicht sehr dicht besiedelt, wenn man dann doch mal auf einen Einwohner trifft, sind diese stets außerordentlich nett und offenherzig. Die Neuseeländer geben sich nicht mit einem „Hello!“ zufrieden, das „How are you?“ als Anhang ist bei ihnen selbstverständlich. Sie sind hilfsbereit, aber dennoch total gechillt, wie ich selbst schon einige Male erfahren durfte. So stand unser erster Arbeitgeber Sandy in Kaitaia niemals vor zwölf Uhr Mittags auf. Als wir dann vier Stunden am Tag mit streichen beschäftigt waren, lobte er unsere „deutsche Tüchtigkeit“ und gab uns den nächsten Tag frei – zum Ausruhen versteht sich.

Weihnachten im Ausland

Nun aber steht erst mal Weihnachten vor der Tür. Das erste Mal Weihnachten im Ausland für mich, noch dazu voraussichtlich am Strand. Da sich in Neuseeland die Weihnachts- und Sommerferien überschneiden, kommt es zu einem interessanten Mix aus 25 Grad Celsius im Schatten und Kunstschnee auf dem Weihnachtsbaum im Supermarkt unseres Vertrauens.

Weihnachtsstimmung kommt trotzdem auf, die Neuseeländer dekorieren genauso wild wie die Amerikaner. Ende des Jahres planen wir, auf die Südinsel zu gelangen, und dann diese bis Ende Februar noch zu bereisen. Ich freue mich jetzt schon auf die vielen Fjorde und Berge, genauso auf die zahlreichen Seen. Ende Februar soll’s noch einen Monat nach Australien gehen, und dann letztendlich wieder zurück nach Deutschland.

Die Erfahrung Neuseeland ist wirklich einzigartig, das Land bietet beeindruckende Landschaften, von Riesensanddünen über Vulkanstrände bis hin zum Gletscher – und die wohl nettesten Menschen, die man südlich des Äquators finden kann.

Dennoch muss ich auch stets an Deutschland denken, Meine Heimat und das gute Essen zu hause vermisse ich eben doch ein bisschen. Bis dahin jedoch noch viele Grüße, erholsame Weihnachten und ein frohes neues Jahr 2018 an alle meine Freunde, meine Eltern (die mich immer unterstützt und ohne die das alles nur ein Traum geblieben wäre), meinen Bruder, meine Großeltern, und alle Leserinnen und Leser der SchwäPo!

Euer Manuel Leuchtenmüller,

aus Neuseeland

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© Schwäbische Post 23.12.2017 00:45
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