Topfit und topmotiviert

Die deutschen Biathleten starten nach dem starken Jahresauftakt in Ruhpolding optimistisch. Das gilt besonders für Simon Schempp und Laura Dahlmeier.
Die Konstellation ist wie gemalt für den fünftägigen Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, der heute mit dem Staffelrennen der Männer (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) beginnt: Pünktlich vor den Heimrennen an seinem Trainings- und Lebensmittelpunkt im tief verschneiten Oberbayern hat Simon Schempp zur Topform vergangener Tage zurückgefunden.

Im Massenstart von Oberhof am Sonntag hatte der Athlet der Ski-Zunft Uhingen den großen Dominator Martin Fourcade aus Frankreich erstmals in dieser Saison geschlagen und die gesamte Weltelite hinter sich gelassen. Und er zeigte wieder einmal: Wenn ihn nicht – wie zuletzt – Erkrankungen oder Verletzungen zurückwerfen, ist Schempp schwer zu schlagen. „Für den Gemütszustand hat der Sieg in Oberhof sehr gut getan. Jetzt heißt es, in Ruhpolding daran anzuknüpfen“, sagte Schempp, für den die Rennen vor bis zu 20 000 überwiegend deutschen Zuschauern den vorläufigen Saisonhöhepunkt darstellen. „Es macht unheimlich viel Spaß, vor so einer Kulisse daheim zu laufen“, so Schempp.

Dasselbe gilt für seine Teamkollegin Laura Dahlmeier, die sich vor dem zweiten Saisondrittel geschont hatte und quasi „freiwillig“ durch das Auslassen einiger Rennen das gelbe Trikot der Führenden abgegeben hatte. Doch der Rückstand auf Spitzenreiterin Gabriela Koukalova aus Tschechien beträgt nur 15 Punkte, so dass die 23-Jährige die Führung schon am Samstag im Sprint wieder zurückerobern kann. „Aber ich fange gar nicht zu rechnen an. Für mich ist vor allem die WM wichtig“, sagte Dahlmeier mit Blick auf die Welttitelkämpfe in Hochfilzen in knapp einem Monat. Die Besucher der Chiemgau-Arena dürfen sich in den kommenden Tagen dennoch auf viele Starts der beiden Topathleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) einstellen.

In Ruhpolding, wo Simon Schempp Anfang 2015 den dritten seiner bislang elf Weltcupsiege geholt hat, will der 28-Jährige an die starke Form von Oberhof anknüpfen und seinen aktuellen dritten Platz im Gesamtweltcup mit 370 Punkten knapp hinter dem Russen Anton Schipulin noch verbessern – auch wenn Fourcade mit 610 Zählern fast uneinholbar in Front liegt. „Martin ist das Maß der Dinge, er gibt den Takt vor. Ich hoffe, wir können bis zur WM noch etwas aufholen“, sagt Schempp, der in der internen Weltcup-Wertung nur knapp vor Erik Lesser (347) und Arnd Peiffer (326) liegt.

Das lässt vor allem auf ein starkes Staffelrennen der deutschen Männer hoffen, bei dem Benedikt Doll aus Breitnau das deutsche Quartett komplettiert. „In Ruhpolding laufen wir mit der Staffel sicher um das Podium oder gar um den Sieg mit. Das sollte unser Anspruch sein und das ist auch realistisch“, sagt der Schwarzwälder, der zwar im Weltcup abgeschlagen auf Rang 17 liegt, aber mit seinem sechsten Platz im Massenstart von Oberhof Selbstvertrauen tanken konnte. „Ich bin voll motiviert und möchte es in Ruhpolding noch besser machen“, betonte der 26-Jährige.

Zumal der Kartenvorverkauf in Ruhpolding nach den Erfolgen von Oberhof noch einmal angezogen ist. „Kaum waren die Rennen rum, da gab es eine außergewöhnlich hohe Nachfrage“, sagte Tourismusdirektor Markus Stuckmann. Und Laura Dahlmeier verspricht: „Es werden viele tolle Rennen.“
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© MANUELA HARANT 11.01.2017 07:46
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