ORTSPORTRÄT HEUCHLINGEN HIER LEBT SICH’S GUT

„Am schönsten ist es eben doch daheim“

Familie Stäb fühlt sich seit Generationen im Ort wohl. Der Ort bietet den Einwohnern fast alles für den Alltag Nötige. Starke Gemeinschaft durch ein intaktes und vielfältiges Vereinsleben.
  • Winfried und Angelika Stäb und Sohn Michael (von links) fühlen sich wohl in ihrem Heimatort.
  • Heuchlingen bietet den Bewohnern Vieles. Neben vielen Freizeitmöglichkeiten auch ein intaktes Gemeindeleben. Fotos: Ute Betz
  • Winfried und Angelika Stäb und Sohn Michael (von links) fühlen sich wohl in ihrem Heimatort.
  • Die katholische Kirche St. Vitus mit dem Pfarrhaus ist eines der Wahrzeichen des Ortes.
Irgendwo anders wohnen? Für Familie Stäb unvorstellbar. Sie fühlt sich seit Generationen wohl in Heuchlingen, schätzt das vielfältige Vereinsleben, die schöne Landschaft und vieles mehr. Eine Liebeserklärung an den Heimatort.Schon der Vater und der Großvater von Winfried Stäb waren Ur-Heuchlinger, auch der 63-Jährige fühlt sich tief verwurzelt in diesem Ort.
Holzleuten, Mäderhöfe, Brackwang, Riedhof und Kiart gehören zur Gemeinde im Leintal, alle reizvoll gelegen. Gelegenheiten zu ausgiebigen Spaziergängen gibt es zahlreich, findet Familie Stäb. „Schon als die Kinder klein waren, wurde nach der Arbeit der Kinderwagen gesattelt, dann ging es raus in die Natur“, erinnert sich Winfried Stäb. Und seine Frau Angelika, die vor über 30 Jahren aus Oberkochen ins Leintal kam, findet: „Richtung Kiart sieht es aus wie im Allgäu.“

Vielfältiges Vereinsleben
Was die ganze Familie an ihrem Heimatort besonders schätzt, ist das vielfältige Vereinsleben. Fast alle Heuchlinger sind Mitglieder im Turnverein, der alljährlich Besucherscharen zum traditionellen Wegfest anlockt. Auch der Reit- und Fahrverein Heuchlingen lädt alle Pferdefans regelmäßig zum Reit- und Springturnier ein. Ob Liederkranz, Albverein, Dorfgemeinschaft Holzleuten, Musikverein, Gemeinschaft der Älteren, Leintalhexen, Obst- und Gartenverein, ASHA, VdK, Feuerwehr, Kirchenchor oder Landfrauen, die Heuchlinger haben die Auswahl und können sich je nach Hobby und Interesse engagieren. In fast allen Vereinen ist Winfried Stäb Mitglied, sein Großvater hat einst sogar den Turnverein mitgegründet, sein Vater war Kassier.
Die Entwicklung seiner Gemeinde hat er nicht nur hautnah verfolgt, sondern auch mitgestaltet: 32 Jahre saß Winfried Stäb im Gemeinderat, hat mit Hans Hopfenzitz, Manfred Pawlita und Peter Lang drei Bürgermeister erlebt. „Heuchlingen hat sich flächenmäßig sehr entwickelt“, betont er. Im Bereich Richtung Laubach sind Handwerkbetriebe und kleinere Unternehmen angesiedelt. Eine Erweiterung sei aber aufgrund der topografischen Lage nicht möglich. Gegenüber liegen die Talauen, die als Wasserschutzgebiet nicht bebaut werden dürfen.
An das letzte schlimme Hochwasser im Jahr 1988 erinnert sich das Ehepaar Stäb noch gut. Seit dem Bau eines Regenüberlaufbeckens ist die Gefahr aber gebannt. Zwei Neubaugebiete wurden erschlossen, bieten auch jungen Heuchlinger Familien die Möglichkeit, im Ort zu bleiben. Mit einer 2011 generalsanierten Grundschule, mit Kindergarten, Spiel-, Sport- und Festplatz ist die Infrastruktur für die über 1800 Einwohner gut aufgestellt.
Auch Michael Stäb möchte seinem Heimatort treu bleiben. Viel hat der 33-Jährige schon von der Welt gesehen, eins steht für ihn aber fest: „Am schönsten ist es doch immer noch daheim.“

Gute Infrastruktur
„Von Heuchlingen kann man wirklich schwärmen. Man kennt sich und kommt gut miteinander aus.“ Familie Stäb
Er ist Ansprechpartner für die vier Bauwagen, die in Richtung Kläranlage für die jüngere Generation aufgestellt wurden. In der Nachbarschaft der Stäbs lebt seit ein paar Wochen eine syrische Familie mit vier Kindern. „Die Kinder besuchen hier die Schule und den Kindergarten und sind schon im Fußballverein“, erzählt Angelika Stäb. Sie freut sich, dass die Familie im Ort gut aufgenommen wurde, mit „Händen und Füßen“ versuche man, sich gegenseitig verständlich zu machen.
In Sachen Infrastruktur könne man ganz zufrieden sein. „Alles, was man für den täglichen Bedarf braucht, haben wir vor Ort. Gott sei Dank gibt es sogar noch einen Arzt“, meint Winfried Stäb. Wichtig sei, die örtlichen Geschäfte zu unterstützen. Die Straße nach Mögglingen konnte endlich saniert werden, auf eine bessere Straße Richtung Leinzell hoffen die Heuchlinger nach wie vor.
Ein Wahrzeichen von Heuchlingen ist die katholische Kirche St. Vitus, deren Innenraum nach einer umfangreichen Renovierung vor drei Jahren wieder in neuem Glanz erstrahlt.
Nach dem Weggang von Pfarrer Bernhard Weiß wird Bernhard Fetzer zum 1. Advent seinen Dienst in der Seelsorgeeinheit Leintal antreten.

Geschichtsträchtige Symbole
Eine Lourdesgrotte, die St. Georgskapelle in der Brackwanger Straße, ein Schloss, heute im Privatbesitz, die Brücke über die Lein mit der Nepomuk-Figur, der Dorfplatz mit Rathaus, Feuerwehrhaus und Bierbrunnen, viel Blumenschmuck, der den Heuchlingern schon zahlreiche Preise einbrachte oder der Besinnungsweg als Teil des Jakobswegs: Heuchlingen hat viel zu bieten, was es liebens- und lebenswert macht. Das findet auch Familie Stäb: „Von Heuchlingen kann man wirklich schwärmen. Man kennt sich und kommt gut miteinander aus.“ ub
© Schwäbische Post 05.08.2016 15:23
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